1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Schwäbisch als Unterrichtsfach?

Traditionspflege

22.11.2013

Schwäbisch als Unterrichtsfach?

Schorsch Zinkel geht viele Wege, damit das Schwäbische in Schwaben nicht ausstirbt.
Bild: Langhans

Schorsch Zinkel tut viel für den Erhalt der Mundart

Illertissen Am liebsten würde der schaffige Mundartdichter Schorsch Zinkel, 65, aus Neu-Ulm in die Schulen gehen und Schwäbisch als Unterrichtsfach anbieten. Zumal das Kultusministerium in den letzten Jahren die Dialektpflege in Klassenzimmern begrüßt hat. Den überzeugten Schwaben kitzelt es gewaltig, ein solches Experiment zu wagen. Sogleich gerät er ins Spekulieren: „Klar, dass sich eine solche Schulstunde von anderen abheben müsste, mit schwäbischer Literatur vielleicht oder dem Zusammentragen von urwüchsigen Wörtern.“

Sollte jetzt eine Schule im Umkreis Lust bekommen haben auf eine Schnupperstunde „Schwäbisch“ mit dem „Zinkel-Schorsch“, kann sie sich bei der Illertisser Zeitung melden. Denn die würde gerne den Schwäbisch-Unterricht mit dem „Zinkel-Schorsch“ begleiten und darüber berichten.

Dem offensiven Verfechter der schwäbischen Sprache – der nicht auf „tschüss“ reagiert sondern auf „Pfiat di“ – ist fast nichts zu viel in seinem Bemühen, das Heimatidiom lebendig zu halten. „Zu viele Ausdrücke oder Vokabeln sind schon in Vergessenheit geraten“, sagt er und zitiert gleich einige originelle Beispiele: „Dr Baule hockat auf em Feaschtasemsa ond tockalat mit ma Bobbel Woll.“ Was auf Hochdeutsch heißen soll, dass ein Kater auf dem Fenstersims sitzt und mit einem Wollknäuel spielt. Schwaben würden sich nicht an- oder ausziehen, sondern sich „ahäsa“ und „aushäsa“, zählt Zinkel weiter auf. Dabei werde zwischen Sonntig-Häs und Werftig-Häs, also Sonntags- und Werktagskleidung unterschieden. Ungewöhnlich auch die Vokabel „Aftermedig“, wobei Unkundige niemals auf die Idee kommen würden, diese mit „Dienstag“ zu übersetzen. Nochmals kommt der Zinkel-Schorsch auf die Schulen zu sprechen: „Oft sind die Lehrer selbst nicht aus der Region und Dialekte geraten in Vergessenheit.“ Er würde sie in seinen Nachhilfeunterricht einbeziehen.

In der Vorweihnachtszeit ist für den beliebten Mundardichter, der über 44 Jahre Spielerfahrung beim Theater „Almrausch“ verfügt, Hochsaison. Zu acht Auftritten hat er sich bis Weihnachten verpflichten lassen, um aus seinem Buch „Von Advent bis Heilig Drei König zu lesen. Dazu zählt auch die Veranstaltung „Musik und Mundart“ am 1. Dezember ab 19 Uhr im Eychmüller-Haus in Vöhringen, die in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung zugunsten dem Leserhilfswerk „Kartei der Not . wurde er zu acht Auftritten bis Weihnachten sind in seinem Kalender vermerkt. sind engagiert,

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20M%c3%bcllerMartina(1).tif
Kettershausen

Ehemalige Schreinerei ist jetzt ein Dekogeschäft

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden