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Babenhausen

06.09.2019

Schwere Suche für evangelische Kirchengemeinde

In der Friedhofskapelle finden die Gottesdienste statt.

Nach dem Abschied von Pfarrer Stefan Scheuerl ist in Lauben und Babenhausen noch kein Nachfolger gefunden. Woran das liegt.

Die Pfarrerstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Lauben-Babenhausen ist noch immer vakant. Nachdem sich Pfarrer Stefan Scheuerl im Februar 2019 verabschiedet hat, um künftig in Tansania zu wirken, ist noch kein Nachfolger in Sicht. „Die Stelle ist ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet zum 21. September“, informiert Wolfgang Ludwig, Pfarrer der benachbarten evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Memmingerberg. Bisher habe sich leider noch kein Interessent gemeldet. Geplant sei, die Pfarrerstelle für Lauben und Babenhausen ab 1. Februar 2020 wieder zu besetzen.

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Bis dahin werden Dekan Christoph Schieder und Kollegen vom evangelisch-lutherischen Dekanat Memmingen sowie Ehrenamtliche, die in den einzelnen Orten sehr aktiv seien, die Aufgaben übernehmen, sagt Ludwig. „Die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste in der Kirche „Unsere Lieben Frauen“ in Lauben und in der Friedhofskapelle in Babenhausen sind ebenso wie der Seelsorgenotdienst weiterhin gesichert.“ Für Notfälle könne man über die Telefon-Nummer 08331/82757 Rat und Hilfe erhalten.

Auch in der evangelischen Kirche mangelt es an Nachwuchs

Während Pfarrer Rainer Schunk aus Memmingen für Bestattungen, Taufen und die Seelsorge zuständig ist, obliege ihm die Pfarramtsführung, die Herausgabe des Gemeindebriefs sowie die Koordination von Veranstaltungen, erklärt Ludwig. Dank der Mithilfe zahlreicher Ehrenamtlicher könne auch das in der Kirchengemeinde gewohnte Programm ganz normal ablaufen.

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Nach dem Wegzug von Pfarrer Scheuerl hat Pfarrer Ludwig im Februar den evangelischen Religionsunterricht an der Grundschule Babenhausen übernommen. Im neuen Schuljahr werde der Unterricht bis zum Dienstantritt eines neuen Pfarrers oder auch einer Pfarrerin von Lehrkräften mit fundierter Ausbildung gegeben.

In der evangelisch-lutherischen Kirche sei es üblich, dass freie Stellen erst nach Ablauf eines Jahres wieder besetzt werden, so Pfarrer Ludwig. Obwohl sich die Geistlichen nicht wie in der katholischen Kirche für den Zölibat vorpflichten müssten, herrsche auch unter ihnen ein großer Mangel an Nachwuchs. Dass man rund um die Uhr erreichbar sein müsse und sozusagen ständig „angebunden“ sei, mache dieses Amt vor allem für junge Leute nicht mehr attraktiv.

Pfarrer Scheuerl war sehr beliebt

Die meisten entschieden sich deshalb lieber für Berufe, bei denen sie nach einem vergleichsweise langen Studium mehr Geld verdienen können. Bisher habe sich noch kein Interessent für die Stelle in der Kirchengemeinde Lauben/Babenhausen gemeldet.

Da sich Pfarrer Stefan Scheuerl während seines 15-jährigen Wirkens großer Beliebtheit erfreut und auch „große Fußstapfen“ hinterlassen habe, müsse sich auch sein Nachfolger als starke Führungskraft erweisen und eigene Akzente setzen, sagt Ludwig.

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