Konzert

25.02.2013

Schwingung im Gebälk

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Mit ihrem Galakonzert zur „musikalischen Einweihung“ des Rössle-Saals präsentierte die Liedertafel Babenhausen (links) einen Streifzug durch verschiedene Zeitepochen. Der hoch motivierte Nachwuchs unter Leitung von Daniel Böhm hatte ebenfalls rasch das Publikum erobert.

Schönes Galakonzert der Liedertafel im ehrwürdigen Rössle-Saal

Babenhausen Im Laufe von mehr als drei Jahrhunderten hat das historische Gebälk des ehemaligen Zunfthauses Rössle Höhen und Tiefen erlebt. Nach langjähriger Pause wurde das geschichtsträchtige Gebäude wieder richtig zum Beben, besser gesagt zum Schwingen gebracht. Mit ihrem Galakonzert zur „musikalischen Einweihung“ präsentierte die Liedertafel Babenhausen einen Streifzug durch verschiedene Zeitepochen. Er wurde zum facettenreichen Hörgenuss, der noch lange nachklingen wird.

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„Bei dieser absoluten Premiere haben wir für jeden Geschmack etwas dabei“, versprach Dirigent Daniel Böhm dem Publikum, das den Saal restlos füllte. Während die Sängerinnen und Sänger zum Auftakt Ludwig Jochums Sängerspruch „Ein Hoch dem hehren Liede“ zum Klingen brachten, verkündete der Kinderchor: „Komm, wir machen ein Fest!“ Dieses erwies sich als harmonisches, immer wieder überraschendes und mit Höhepunkten gespicktes Zusammenwirken geschulter Stimmen. Die jüngste davon zählte fünf, die älteste 78 Jahre.

Mit dem munteren Volkslied „Horch, was kommt von draußen rein“ und einem dreistimmigen „Andachtsjodler“ hatte der motivierte Nachwuchs rasch sein Publikum erobert, das sich mit dem lustigen „Gummibärenlied“ der Minis sowie einer Reise ins Lummerland gern in Kindertage entführen ließ.

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Der große Chor nützte die Galerie des Saals, um Orlando di Lassos „Echo-Lied“ effektvoll zum Klingen zu bringen. „Contrappunto bestiale alla mente“ von Adriano Banchieri imitierte nicht nur Laute von Hund, Katze, Eule und Kuckuck, sondern entfachte eine humorige Facette des Chorgesangs. Auch in Joseph Haydns „Beredsamkeit“, der „Kantatenprobe“ aus der Oper „Zar und Zimmermann“ sowie dem Sprechgesang „Silber und Gold“ regierten gute Laune und Heiterkeit.

Den zweiten Programmteil widmeten Liedertafel und Kinderchor zeitgenössischen Kompositionen um die Erde, Naturschönheiten und Übersinnliches: Lorenz Maierhofers „The Earth Is My Mother“ und „For The Beauty Of My Earth“ von John Rutter. Eindrucksvoll auch die von Kinderchor und Vokalensemble präsentierte Melodie „Can You Hear Me“. Zum Finale war Kontrast angesagt: Während Daniel Böhm mit dem Roy-Black-Evergreen „Du bist nicht allein“ Romantik pur sowie der Gesamtchor mit Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ einen Hauch Melancholie versprühte, glänzte der Frauenchor mit „Sister Act“. Der Schlager „Geboren um zu leben“ regte zum tieferen Nachdenken an, ehe der ABBA-Evergreen „Money, Money, Money“ die Scheine geradezu durch die Luft fliegen ließ.

Begeisterter Schlussapplaus galt vor allem der Sängerschar um Daniel Böhm sowie Willi Schneider am Klavier und Florian Schneider am Schlagzeug für ein perfekt musikalisch durchgestyltes Klangerlebnis. Aber er galt auch dem Rössle-Saal, der mit seinem historischen Gebälk nicht nur ein gemütliches Ambiente versprühte, sondern auch durch seine hervorragende Akustik viel Lob und Anerkennung erntete.

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