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Memmingen

22.04.2018

Sicherheitsleute überwachen Klinik

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma drehen jetzt ihre Runden im Klinikum. Dies ist die Reaktion darauf, dass die Zahl aggressiver Patienten massiv zugenommen hat.
Bild: Eva Maria Häfele/Pressestelle Klinik Memmingen

Beschäftigte beschweren sich über aggressive Patienten. Jetzt sind zwei Security-Mitarbeiter an den Wochenenden im Memminger Krankenhaus im Einsatz.

Das Memminger Klinikum hat einen externen Sicherheitsdienst engagiert: Freitag- und Samstagnacht sind nach Angaben des Krankenhauses zwei Mitarbeiter einer solchen Firma im Einsatz. „Denn die Zahl aggressiver Patienten und Angehöriger hat massiv zugenommen“, berichtet der Leiter der Notfallklinik, Dr. Rupert Grashey.

Nach Angaben des Memminger Klinikums geschehen die meisten Vorfälle in der Notfallklinik und der ihr angeschlossenen Chirurgischen Ambulanz. Denn dort schlagen – vor allem nachts und an den Wochenenden – immer wieder alkoholisierte und angriffslustige Patienten auf. Bisher waren die Pflegekräfte und Ärzte in der Nacht alleine auf Station. Jetzt werden sie durch zwei Mitarbeiter eines Memminger Sicherheitsdienstes unterstützt. Diese drehen ihre Runden im Klinikum und sind über eine Funknummer zu erreichen.

„Wir sind natürlich froh um diese Unterstützung“, sagt der Stationsleiter der Chirurgischen Ambulanz, Florian Mancino. Er und seine Mitarbeiter machen immer wieder Erfahrungen mit Patienten, die alkoholisiert sind, unter Drogen stehen oder schlichtweg keine Geduld haben: „Die größten Probleme bereiten uns meist alkoholisierte junge Männer, die sich geprügelt oder randaliert haben“, weiß die 31-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin Kerstin Pöppel, die viele Bereitschaftsdienste macht – also oft nachts und am Wochenende arbeitet. Hochsaison sei vor allem im Sommer, wenn die Leute lange draußen sind, feiern und grillen.

„Meistens reicht es schon, wenn wir die Patienten mit ruhiger, fester Stimme zur Vernunft bringen“, sagt der 37-jährige Andreas Waldmann, Mitarbeiter beim Memminger Sicherheitsdienst (MMS). „Falls das nicht weiterhilft, kennen wir natürlich die richtigen Handgriffe, um einen Angreifer schnell außer Gefecht zu setzen“, ergänzt der 36-jährige Florian Groll, der seit vielen Jahren beim MMS aktiv ist und das Klinikum auch schon aus einem anderen Blickwinkel kennt: „Ich bin ehrenamtlich schon viele Schichten auf dem Rettungswagen unterwegs gewesen und kenne deshalb die Notfallklinik und die ihr angegliederte Chirurgische Ambulanz ganz gut.“ Bei den Einsätzen als Sicherheitsmitarbeiter treten Groll und seine Kollegen im Krankenhaus in schwarzer Dienstkleidung mit der Aufschrift „Security“ auf. „Es ist wirklich verblüffend, was allein schon die Anwesenheit einer Person in Uniform bewirkt“, konstatiert Krankenpflegerin Pöppel. „Da sind sogar hochaggressive Betrunkene plötzlich ganz brav und kleinlaut.“

Die Verwaltungsleitung des Klinikums hatte schon seit Längerem über einen Sicherheitsdienst nachgedacht und sich jetzt zu diesem Schritt entschlossen. „Denn das Thema Aggression taucht leider zunehmend auf den Stationen auf“, erläutert Wolfram Firnhaber, Verwaltungschef am Klinikum. Seit etwa einem Jahr versucht er auch, seine Mitarbeiter durch Deeskalationskurse zu schützen. Dabei lernen sie, brenzlige Situationen zu entschärfen und mit den richtigen Handgriffen einen Angreifer abzuwehren.

Der neue Sicherheitsdienst am Memminger Klinikum war bereits in einigen Nächten aktiv und konnte schon erste Erfolge verbuchen, wie Groll erzählt: „Einen Betrunkenen, der sich von einer Krankenschwester nicht auf Station bringen lassen wollte, haben wir genauso gebändigt wie einen Angehörigen, der total ausgerastet ist.“ (az)

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