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Illertissen/Babenhausen

08.05.2020

Sie war die Seele der Illertisser Zeitung

Die Illertisser Zeitung trauert um Susanne Görgner.
Bild: Ulrich Wagner

Unerwartet ist Susanne Görgner mit nur 49 Jahren aus dem Leben gerissen worden. Die Illertisser Zeitung und die Neu-Ulmer Zeitung trauern um eine wunderbare Kollegin.

In meinen 37 Jahren als Journalist gab es etliche Artikel, die zu schreiben mir schwergefallen ist. Entweder, weil ich die Materie nicht recht verstanden hatte oder ich jemandem auf die Füße treten musste. Doch noch nie ist mir etwas so schwergefallen, wie dies hier zu schreiben: Es ist der Nachruf auf eine ganz besondere Kollegin. Susanne Görgner ist am Mittwoch völlig unerwartet gestorben. Sie durfte nur 49 Jahre alt werden. Sie war nicht nur für mich, sondern für viele, die sie kannten, die Seele der Illertisser Zeitung. Sie nicht mehr unter uns zu wissen, ist, als würde einem jemand mit starker Hand das Herz zudrücken und am Schlagen hindern.

Susanne Görgner war die Seele der Illertisser Zeitung. Unser Bild zeigt sie als junge Korrektorin in der Technik der IZ.

Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt sie als sehr junge Frau. Als gelernte Schriftsetzerin trat sie Anfang der 90er-Jahre in die Technik der Illertisser Zeitung ein, dort, wo schon ihr Vater Otto Görgner gearbeitet hatte. Susanne lernte, sich in diesem Männerberuf durchzusetzen, umgeben von ausgesprochen selbstbewussten Mannsbildern, die sich nun von diesem „Mädle“ die fertig gesetzten Texte korrigieren lassen mussten. Doch sie stand ihre Frau, nicht nur, weil sie etwas konnte, sondern weil sie etwas ausstrahlte, das auch knorrigen Technikern gefiel. „Sie war so ein Sonnenschein“, sagte mir einer von ihnen, als ich ihm die Nachricht überbringen musste, dass Susanne gestorben ist.

Viele Menschen in der Region kannten Susanne Görgner

Als die Setzerei der IZ dem Fortschritt in der Zeitungstechnik zum Opfer fiel, wechselte Susanne Görgner zeitweilig in die Redaktion als Redaktionstechnikerin. Viele Menschen in Illertissen und Umgebung kennen sie als Leiterin des mittlerweile ebenfalls aufgelösten Medien-Service-Centers der IZ, das früher schlicht Geschäftsstelle hieß, sowie als Sekretärin der Redaktion. Vor rund fünf Jahren wechselte sie nach Augsburg und wurde Assistentin der Chefredaktion unserer Zeitung. Hätte es eine Wahl zur beliebtesten Mitarbeiterin gegeben, wäre sie auf den vordersten Platz gewählt worden. Denn sie konnte durch ihre Art Herzen gewinnen.

Susanne Görgner, von ihrer Herkunft sozusagen eine Augsburger Babenhauserin, strahlte einfach Herzlichkeit aus. Zu ihr konnte jeder mit jedem Problem kommen. Sie hörte zu und nahm sich der Sache an. Selbst Menschen, denen sie nicht so sehr zugetan war, bekamen bei ihr nie das Gefühl, unerwünscht zu sein.

Susanne Görgner wechselte vor einigen Jahren in die Assistenz der Chefredaktion unserer Zeitung.

Ihre Hilfsbereitschaft ist legendär. Susanne Görgner war zupackend und unglaublich pragmatisch, was getan werden musste, wurde getan. Doch wenn die Berge lockten, dann musste die Hausarbeit eben so lange warten, bis es regnete. Sie setzte eben klare Prioritäten.

Sie war das Gegenteil einer Stubenhockerin

Überhaupt liebte sie die Natur, überquerte mehrmals zu Fuß die Alpen und ging in ihrer Babenhauser Zeit so oft wie möglich reiten. Sie malte gerne im Freien und war überhaupt das komplette Gegenteil einer Stubenhockerin. Mit ihrer gewinnenden Art hatte sie ein dichtes Netz an Freundinnen und Freunden um sich gewoben.

Jetzt wurde Susanne Görgner unvermittelt aus dem Leben gerissen. Das macht alle, die sie kannten und mochten, fassungslos. Jetzt bleibt nur die Erinnerung, aber es ist eine sehr, sehr schöne Erinnerung.

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Die Diskussion ist geschlossen.

09.05.2020

Danke, Ronald, für diese wunderbar zutreffenden Worte! Susanne war für mich im Berufsalltag immer ein Fels in der Brandung. Was für ein liebenswerter Mensch!!

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09.05.2020

Wenn man mit Susanne sprach, waren Ärger und Sorgen vergessen. Sie half, sie machte Mut, sie hörte zu und gab Rat. Wir haben oft telefoniert, uns ab und zu in Augsburg in der Redaktion getroffen. Worte können nicht beschreiben, was für ein wunderbarer Mensch Susanne war. Sie wird uns sehr, sehr fehlen.

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