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25.11.2011

„Sie wollen etwas schaffen“

Theologe Günter Mäder beim Dekanatsmännertag in Osterberg.
Bild: Foto: lor

Theologe spricht über Rollenverständnisse

Osterberg „Wir stehen unter Beobachtung, ich warne Sie“, begrüßte Pfarrer Günter Mäder (65) von der Männerseelsorge der Diözese Augsburg seine 50 Zuhörer im Schützenheim in Osterberg augenzwinkernd. Männer aus dem ganzen Dekanat Illertissen waren zu dem traditionellen Treffen gekommen. „Der kleine Unterschied“ hieß das Thema.

Dass Günter Mäder vom Fach ist, dafür bürgt seine Tätigkeit in der katholischen Männerseelsorge in Augsburg, und als nach wie vor verheirateter, ehemals evangelischer Pfarrer spricht er zudem aus erfahrenem Munde. Da naturgemäß an der gesellschaftlichen Rolle des Mannes Frauen beteiligt seien, so der Referent, begann er mit einer Stoffsammlung wenig schmeichelhafter Definitionen von Frauenseite über das männliche Geschlecht. Um dann mit Buchautor Richard David Precht zu fragen: „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“

Rückblickend auf die „vor 40 Jahren von Amerika zu uns übergegangenen Frauenbewegung“ stellte Mäder fest: „Mit Recht sind die Frauen aufgestanden, aber das sollte nicht dazu führen, Männer grundsätzlich auf die Anklagebank zu stellen.“ Ebenso hält er Prognosen über das Verschwinden des männlichen Y-Chromosoms in zehn Millionen Jahren für überflüssig. Sicher habe sich die Verteilung der Aufgaben innerhalb der Familien verändert, doch sollten dabei gesellschaftlich vorgegebene Absprachen nicht die Maßgabe sein. „Sonst kommt es leicht zu Mord und Totschlag.“ Das biblische Modell gebe vielmehr vor, sich zu ergänzen, ohne vorherige Rollenverteilung. Der Theologe relativierte ein wörtliches Bibelverständnis, indem er das Bild von der Rippe nicht als Zeichen der Abhängigkeit, sondern der körperlichen Ähnlichkeit deutete. „Wo Liebe ist, kann es keinen Kampf geben.“

Was es das – auch biblische – Selbstverständnis des Mannes anbelange, so wolle er etwas schaffen. Die Erde sich untertan zu machen, gebe ungeahnte Freiheiten. „Jeder Mann hat die Sehnsucht, etwas zu gestalten, er darf so riskant leben, wie es ihm Gott zutraut.“ Nur mit der Frau als Verbündeter würde es gelingen. Die Männer nahmen’s humorvoll und applaudierten. (lor)

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