Newsticker
Italien verschärft Corona-Maßnahmen in einigen Regionen

Babenhausen

20.06.2017

Sieben Stunden gehen

Geschafft, aber glücklich und stolz trafen die Teilnehmer des ersten Günztal-Laufs nach einem mehr als siebenstündigem Marsch am Ziel ein.
Bild: Claudia Bader

Am Freitag fand der erste Günztal-Lauf statt. Für manche hieß das: wunde Füße und nasse Socken – aber auch jede Menge Spaß.

Am Samstagmorgen um 6.30 Uhr ist es in den meisten Babenhauser Straßen noch ruhig. In der Peter-Dörfler-Straße, Hausnummer 6, wurden am vergangenen Samstag aber bereits um diese Zeit Bänke und Tische aufgestellt und Getränke hergerichtet. Eine kleine Besetzung der Egger Musikanten stand für einen klanglichen Willkommensgruß bereit. Dieser galt den erfolgreichen Teilnehmern des ersten Günztal-Laufs. Als die Frauen und Männer nach einem mehr als siebenstündigen Marsch geschafft, aber glücklich am Ziel eintrafen, wurden sie mit dem „Bozener Bergsteigermarsches“ begrüßt.

Hinter ihnen lag eine 40 Kilometer lange Strecke über Feldwege und Wiesen im nächtlichen Günztal. Entstanden ist die Idee für diese sportliche Herausforderung, als die leidenschaftliche Läuferin Beate Schimanski und ihr Mann Karl vor rund einem Jahr bei einer Nachtwanderung um den Starnberger See dabei waren. „Es war eine tolle Erfahrung, wenngleich wir damals bei Dunkelheit nicht viel von der Landschaft gesehen haben.“

Den beiden kam der Gedanke, das nächtliche Abenteuer in heimischer Umgebung zu wiederholen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Irene Thalhofer hat Beate Schimanski den Lauf organisiert. Die Strecke haben die beiden Frauen vorab mit dem Fahrrad abgefahren, abgemessen und markiert.

Schnell konnten neben einigen Freunden und Bekannten auch andere Hobby-Läufer für das nächtliche Erlebnis gewonnen werden. Und am Freitag war es dann soweit – der erste Günztal-Lauf stand an: 18 Teilnehmer im Alter von 20 bis 60 Jahren sind gegen 22 Uhr vor dem Haus der Schimanskis in Babenhausen gestartet. Die abwechslungsreiche Strecke führte sie durch das Günztal über Egg nach Frickenhausen, über Dietershofen und Stolzenhofen ins Haseltal. Weiter ging es von Greimeltshofen nach Herretshofen zur Fischzucht Schattel, ehe der Weg über Olgishofen nach Kettershausen und von dort zurück nach Babenhausen führte.

„Die Nacht war traumhaft, vor allem, als der Mond aufgegangen ist“, schwärmte eine Teilnehmerin. Eine andere war begeistert vom Sonnenaufgang und dem Zwitschern der Vögel in den frühen Morgenstunden. „Da man bei Nacht wenig sieht, nimmt man Gerüche um sich herum, zum Beispiel von Blumen oder dem auf den Wiesen trocknenden Heu, viel intensiver wahr“, hat eine andere junge Frau festgestellt. „Es war kurzweilig und lustig“, sagte eine weitere. Bei Gesprächen und vielem Lachen sei die Zeit schnell vergangen.

Während drei Teilnehmer wegen beruflicher Verpflichtungen am nächsten Tag nicht die ganze Nacht mitlaufen konnten, haben zwei den Marsch frühzeitig abgebrochen, weil sie die ungewohnt lange Strecke trotz Pausen nicht durchhalten konnten. Einige mussten nicht nur ab und zu durchgeschwitzte Socken wechseln, sondern auch Blasenpflaster aufkleben. „Die letzten Kilometer waren die härtesten, aber als das Ziel langsam nahe kam, wurden die schweren Füße auf einmal wieder leichter“, waren sich die Teilnehmer einig: „Das war ein unvergleichliches Erlebnis!“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren