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Illertissen

04.03.2015

Silberdistel für die Hospiz-Bauleute

Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen waren bei der Feierstunde mit dabei Arthur Schlosser, Altlandrat Erich Josef Geßner, Bürgermeister Jürgen Eisen, Vorsitzende Roswitha Nodin, IZ-Redaktionsleiter Ronald Hinzpeter, Ansgar Batzner, Elke Biebinger, Sabine Gabriel-Brauchle und Michael Morschauser.
Bild: Regina Langhans

IZ-Redaktionsleiter Ronald Hinzpeter überreicht dem Förderverein die Urkunde

In Rekordzeit von viereinhalb Jahren hat der rührige Förderverein um Vorsitzende Roswitha Nodin und ihren Stellvertreter Ansgar Batzner das stationäre Benild-Hospiz in Illertissen errichtet. Für ihr Engagement verbunden mit der notwendigen Hartnäckigkeit und Ausdauer beim Beschaffen der Finanzmittel hat Ronald Hinzpeter, Redaktionsleiter der Illertisser Zeitung, den ehrenamtlichen Bauleuten gestern die Silberdistel unserer Zeitung überreicht.

Der Spruch, „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“, möge für viele Menschen der richtige sein, sagte Hinzpeter in seiner Würdigung, „doch beim Förderverein Hospiz Illertissen liegen die Dinge ganz anders“. Über ihn müsse man reden, denn er habe Großes zuwege gebracht, das stationäre Hospiz fast sprichwörtlich aus dem Boden gestampft. „Sie haben organisiert und geredet – und jetzt bekommen Sie Silber, die Silberdistel unserer Zeitung“, so der Redaktionsleiter.

In den Genuss kämen nur Menschen oder Vereinigungen, die sich in ganz besonderer Weise um das Gemeinwesen verdient gemacht hätten, wie der Förderverein. So manch glückliche Fügung habe dabei eine Rolle gespielt, indem etwa die Schulbrüder das Benild-Haus dem Förderverein überlassen habe.

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Ab dem Moment konnte der Förderverein konkret zu planen beginnen. Erst wurden die Betriebskosten kalkuliert, dann an Umbau und Einrichtung gedacht. Bei der laufenden Finanzierung rechnet Batzner mit einem kalkulatorischen Defizit von 200000 Euro, weil die Krankenkassen nur 90 Prozent übernähmen und der Rest vom Förderverein zu bewältigen sei. Etwa 120000 Euro würden durch Zuschüsse finanziert und 80000 seien Spenden von Firmen und Privatleuten. An der Gesamtfinanzierung sind fast alle Kommunen des Landkreises Neu-Ulm beteiligt, der Landkreis selbst und die Nachbarkreise Alb-Donau, Günzburg, Biberach und Unterallgäu, teils mit einzelnen Kommunen. Dazu kommen 300000 Euro aus der ARD-Fernsehlotterie, 213000 Euro von der Landesstiftung sowie Geld von Rotariern oder Lions Club.

Ideengeber bei dem zuletzt maßgeblichen Finanzierungsmodell, Gemeinden mit je einem Euro pro Einwohner zu beteiligen, war Altlandrat Erich Josef Geßner. Batzner würdigte dies humorvoll, indem er buchstabierte: G wie genialer Ideenentwickler, E wie Ermunterer, S wie Schirmherr und Spender, N für Netzwerker, E für Ermöglicher und Ratgeber für R.

Geßner ergänzte, dass Bezirksrat Herbert Pressl in einer Phase der Stagnation den „gordischen Knoten“ gelöst habe. Sein Resümee: „Wir, die Hospizleute und die Bevölkerung waren längst überzeugt, dass Illertissen das stationäre Hospiz braucht, aber Kassen und Behörden zeigten sich nicht begeistert.“ Inzwischen werde wegen der Finanzierung schon beispielhaft vom „Modell Illertissen“ gesprochen, dem dritten stationären Hospiz in Schwaben. Bürgermeister Jürgen Eisen betonte, dass 2012 keine langen Ratsdebatten nötig waren, um 300000 Euro beizusteuern.

Beim Rundgang erläuterte Roswitha Nodin das Konzept des Hauses, zu dem warme Gelb-, Orange- und Grüntöne gehörten. Ein Blick ins geräumige Pflegebad zeigte Bodenfliesen in Holzoptik. Krankenzimmer können von den „Gästen“ ganz nach Geschmack eingerichtet werden, den Übernachtungsplatz für Angehörige dazugerechnet. „Wir beherbergen nicht Kranke, sondern Gäste“, so Nodin, „die ihre privaten Sachen mitbringen.“

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