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Illertissen/Neu-Ulm/Unterallgäu

23.02.2021

So bereiten sich Blumenhändler und Gärtner auf die Wiedereröffnung vor

Blumenläden dürfen ab 1. März wieder öffnen.
Bild: Franziska Gabbert/dpa (Symbolfoto)

Plus Ab 1. März dürfen die Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden in Bayern wieder ihre Türen öffnen. Das wurde auch Zeit, finden Händler aus der Region.

Das Wetter ist frühlingshaft, die Menschen zieht es ins Freie, in den Garten, auf Balkon und Terrasse. Da kommt diese Ankündigung gerade recht: Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden dürfen ab 1. März wieder ihre Türen öffnen. Eine gute Nachricht, findet Helmut Schuster, Inhaber von Blumen Schuster in Babenhausen: "Alle warten darauf." Ihre Berufskollegen sehen das sehr ähnlich. Doch sind die Läden auf einen möglichen Ansturm von Kunden vorbereitet?

Bilder wie dieses sollen ab 1. März der Vergangenheit angehören. Das hoffen Blumenhändler und Gärtner in der Region.
Bild: Arne Dedert, dpa (Symbolfoto)

Aus mehreren Gründen hält er es für richtig und wichtig, dass die Kunden bald wieder in die Geschäfte kommen können. Richtig, weil sich dann nicht mehr alles auf den Lebensmitteleinzelhandel konzentriert, wo oftmals auch Blumen angeboten werden. "Das entzerrt das Ganze meiner Meinung nach", sagt Schuster mit Blick auf den Infektionsschutz und seine Branche. "Und wir haben gute Konzepte".

Wichtig sei die Öffnung, weil gerade beim Thema Blumen die Sinne eine große Rolle spielen. Farben und Düfte lassen sich über das Telefon oder Internet schlecht transportieren. "Anrufen, bestellen, abholen - das war am Anfang eine schleppende Geschichte", sagt Helmut Schuster. Mit der Zeit seien zwar mehr Menschen auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, etwa zum Valentinstag hin. Aber ein Ersatz sei dieser Absatzweg nicht. Manchmal denke sich ein Kunde doch erst vor Ort, wenn er die Ware sieht: Ach, das könnte ich ja auch noch gebrauchen!

Frühblüher sind nun verkaufsbereit in den Gärtnereien

Hinzukommt: "Wir arbeiten mit verderblicher Ware", erklärt Schuster. Die kalten Temperaturen in den vergangenen Wochen hätten zwar das Wachstum der Pflanzen etwas gebremst. "Aber das ist wie mit dem Kuchenbacken: Irgendwann ist er halt fertig." In den Gewächshäusern stark vertreten seien nun Frühblüher wie Primeln und Viola sowie Kräuter und Salatpflänzchen.

Draußen sprießt es frühlingshaft – da wollen viele ihre Gärten auf Vordermann bringen. Schneeglöckchen
Bild: Federico Gambarini, dpa (Symbolfoto)

Auch der Blumenladen "Mohnblume Blumen & mehr" in Weißenhorn freut sich auf die Laufkundschaft - und sieht sich gut vorbereitet: Die Ware für die Frühjahrssaison sei griffbereit, denn: "Nach Weihnachten kommt Ostern", lässt Inhaberin Anni Stetter wissen. Blumen wie Tulpen, Ranunkeln und Hyazinthen kommen in diesen Tagen auf die Bestellscheine. Auch Deko-Artikel aus dem vergangenen Jahr seien noch da, nachdem der erste Lockdown dem Verkauf um Ostern im Weg gestanden war. Weiterhin schmerzlich vermisst werden blumengeschmückte Feiern anlässlich Hochzeiten, Kommunionen und Konfirmationen.

Die Menschen haben mehr Zeit für Gartenarbeit

Jutta Schaser von der Illertisser Staudengärtnerei Gaißmayer sagt über die in Aussicht gestellte Lockerung: "Das passt jetzt und das macht es einfacher." So kann die Gärtnerei wie geplant zum 1. März öffnen. Den Winter über hatte sie für Kunden geschlossen, denn da konzentriert sich die Arbeit auf die sogenannte Wintermehrung - das Teilen der Pflanzen - und die Aussaat von "Kaltkeimern".

Gartenliebhaber bummeln am Wochenende bei schönem Wetter durch die Vöhlinstadt.  Was bei der "Gartenlust" und bei "Kraut und Rüben" geboten ist.
40 Bilder
Rundgang in Bildern: Gartenlust lockt Tausende Besucher nach Illertissen
Bild: Andreas Brücken/Regina Langhans

Die Staudengärtnerei beobachtete online zuletzt eine gestiegene Nachfrage. Per Mausklick einkaufen konnte man bei ihr zwar lange vor der Pandemie, sagt Schaser. "Aber schon im letzten Jahr hat das Bestellvolumen zugenommen." Der Online-Shop musste sogar zeitweise geschlossen werden. Aktuell können nur Bestandskunden etwas ordern. Wie das kommt? Die Menschen haben mehr Zeit, können nicht verreisen und machen es sich zu Hause schön, vermutet Schaser: "Auch Selbstversorgung ist ein Thema. Gemüse anbauen und so. Saatgut ist gefragt." Außerdem sei da mittlerweile ein größeres Bewusstsein für die Möglichkeiten, Insekten im eigenen Garten "etwas Gutes zu tun".

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