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Landkreis Neu-Ulm

30.07.2020

So funktioniert die Gelbe Tonne für Illertissen, Weißenhorn und Vöhringen

Die Gelbe Tonne wird ab Januar in Illertissen, Weißenhorn und Vöhringen alle vier Wochen geleert.
Bild: Rebekka Jakob

Plus Die drei Städte im Landkreis Neu-Ulm setzen auf ein gemeinsames Entsorgungssystem. Das müssen die Einwohner wissen.

Illertissen wollte sie schon lange, Weißenhorn hat sie kräftig diskutiert und Vöhringen stellt selbst den Entsorger: Die Rede ist von der Gelben Tonne, die ab dem 1. Januar 2021 in den drei Städten gemeinsam eingeführt wird. Für die Einwohner soll es dadurch deutlich einfacher werden, Leichtverpackungen loszuwerden. Gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises und dem Unternehmen Knittel haben die drei Bürgermeister Jürgen Eisen, Wolfgang Fendt und Michael Neher unserer Redaktion jetzt das neue System vorgestellt.

„Alleine hätten wir das nie geschafft“, sagt Wolfgang Fendt. Alle drei Städte hatten immer wieder nach einer Lösung für den Anschluss ans Duale System gesucht – rentabel wurde es aber erst, als sich die Städte zusammengetan hatten. Dabei war allen Beteiligten besonders eines wichtig: Die Wertstoffhöfe bleiben erhalten – und auch dort kann man weiterhin kostenlos Leichtverpackungen abgeben.

In Illertissen, Weißenhorn und Vöhringen wird zum 1. Januar 2021 die Gelbe Tonne eingeführt. Von links: Oliver Sauter (Firma Knittel), Bürgermeister Jürgen Eisen (Illertissen), Bürgermeister Wolfgang Fendt (Weißenhorn), Thomas Moritz (Kreisabfallwirtschaftsbetrieb) und Bürgermeister Michael Neher (Vöhringen).
Bild: Rebekka Jakob

Jürgen Eisen erklärt, warum darauf so großen Wert gelegt wurde: „Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach bei den Bürgern nachgefragt, wie sie die Entsorgung haben möchten. Viele hatten sich gemeldet, die unbedingt die Wertstoffhöfe behalten möchten.“ Dass nun beide Entsorgungsmöglichkeiten offen stehen, sei ideal.

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Auch in Vöhringen sei man sich schnell einig gewesen, sagt Michael Neher. „Der überwiegende Teil der Vöhringer will die Gelbe Tonne“, so der Bürgermeister, der jetzt auf eine Hohe Rücklaufquote hofft. Für seine Stadt ist das Ganze doppelt erfreulich, denn mit der Firma Knittel hat ein örtliches Unternehmen die Ausschreibung gewonnen.

Für Illertissen, Weißenhorn und Vöhringen wurden 16.000 Tonnen bestellt

Rund 16.000 Behälter hat das Unternehmen bereits bestellt – schwarze Tonnen und Container mit gelben Deckeln, sagt Oliver Sauter, Assistent der Geschäftsleitung bei Knittel. Noch im August sollen die Bürger von Illertissen, Weißenhorn und Vöhringen über die Gelbe Tonne informiert werden, dann können die Gefäße auch kostenlos bestellt werden. Angeboten werden 240-Liter-Tonnen sowie Container mit 1100 Liter Fassungsvermögen, die für Wohneinheiten ab etwa 20 Personen gedacht sind. „Auch Unternehmen können die Gelbe Tonne bestellen“, sagt Sauter. Allerdings dürfen dort keine Firmenabfälle wie große Folien entsorgt werden – aber zum Beispiel die Joghurtbecher, die bei der Mittagspause der Mitarbeiter anfallen.

Gelbe Tonne: Ab Oktober wird geliefert

Wer seine Tonne bis Ende September bestellt hat, soll sie bei der ersten Lieferrunde ab Oktober bereits bekommen, verspricht das Unternehmen. „Spätere Bestellungen wollen wir dann in einer zweiten Runde bis Weihnachten ausliefern“, erklärt Sauter. Doch auch danach ist natürlich jederzeit eine Bestellung möglich. Auf dem Firmengelände in Vöhringen sowie an den Wertstoffhöfen, die Knittel in Weißenhorn und Illertissen betreibt, können dann in Zukunft ebenfalls Gelbe Tonnen geordert und abgeholt werden. Im Januar sind dann die ersten Abfuhrtermine im vierwöchigen Rhythmus. Die genauen Daten – abgestimmt mit den Abfuhrterminen von Rest-, Bio- und Papiermüll – sollen im Herbst festgelegt und veröffentlicht werden.

Auch auf den Wertstoffhöfen wird sich durch das neue System etwas ändern. Leichtverpackungen müssen nicht mehr getrennt werden, sondern kommen in einen Container. Die Bürger müssen also – genau wie bei der Gelben Tonne – nicht mehr Tetrapacks, Folien oder Blechdosen einzeln sortieren. Aus diesem Grund werden auch die Wertstoffstationen in den drei Städten verkleinert, sagt Thomas Moritz vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises: „Die roten Container für das Blech werden abgebaut, es bleiben nur noch die Glas- und Papiercontainer stehen.“ Für den Abfallwirtschaftsbetrieb sei es sehr positiv, wenn es damit in allen Landkreisgemeinden ein Holsystem für die Abfälle geben wird, so Moritz. Er geht davon aus, dass zwischen 500 und 800 Tonnen zusätzliche Wertstoffe im Landkreis erfasst werden, weil die Entsorgung für die Bürger einfacher wird. Oliver Sauter glaubt sogar, dass es noch mehr sein wird.

Gelbe Säcke werden nicht ausgegeben

Was passiert aber, wenn die Gelbe Tonne tatsächlich schon voll und der Abholtermin noch in der Ferne liegt? In diesem Fall kann man beim Wertstoffhof Verpackungen abgeben, allerdings dafür eigene Gefäße verwenden. „Wir geben keine zusätzlichen Gelben Säcke aus“, sagt Sauter. Lägen die nämlich neben der Tonne, entstehe das Problem, dass viele beim System des Gelben Sacks kritisieren: Wind kann die leichten Verpackungen auf die Straße befördern. Und Tiere, angelockt von Essensresten in den Abfällen, die dünnen Beutel leicht durchbeißen und den Inhalt verstreuen. In Städten wie Neu-Ulm ist das ein großes Problem. Die Gelbe Tonne sei da deutlich pflegeleichter: „Zwischendurch mal ausspülen, wenn was ausgelaufen ist, reicht.“

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