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Illertissen

26.06.2017

So schützen Gesetze vor Feuer

Ein Feuer wie in London ist laut Kreisbrandrat Bernhard Schmidt im Donaucenter nicht möglich.
Bild: Alexander Kaya

Nach dem Unglück in London gerät das Thema Brandschutz in den Fokus. Warum ein solcher Hochhausbrand in der Region unwahrscheinlich ist.

Gebäude sollen so gestaltet werden, dass sie bestmöglich jedem Unglück standhalten. Trotzdem brennt es immer wieder. So wie kürzlich in London, wo bei einem verheerenden Hochhausbrand mindestens 79 Menschen starben. Oder in Altenstadt, wo Teile eines denkmalgeschützten Wohnhauses zerstört wurden. Verletzt wurde bei dem Brand in der Marktgemeinde glücklicherweise niemand. Das Thema Brandschutz gerät nach solchen Unglücken dennoch verstärkt in den Fokus. Experten erklären, was hinter dem viel diskutierten Begriff steckt.

Kreisbrandrat Bernhard Schmidt sagt, beim Brandschutz gehe es darum, Leben zu schützen. „Der Fokus liegt auf der Rettung, insbesondere auch der Selbstrettung des Menschen.“ Das System besteht grundsätzlich aus zwei Säulen. Schmidt spricht von vorbeugendem Brandschutz und Brandfrüherkennung. Es gibt also Maßnahmen, die ein Feuer von vornherein verhindern sollen. Kommt es aber doch so weit, müssen die Menschen möglichst schnell gewarnt werden. Prominentestes Beispiel für die Früherkennung ist die Rauchmelderpflicht. In Bayern müssen bis Ende diesen Jahres alle Wohnungen mit den kleinen Geräten ausgestattet sein, und zwar in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen.

Die verschiedenen Vorschriften zum Brandschutz seien sehr komplex, sagt Schmidt. Die Bauordnung sei so etwas wie eine Richtschnur für den Brandschutz. Daneben gebe es aber noch sehr viele Spezialverordnungen. Die Bauordnung und entsprechende Verordnungen gelten für alle Gebäude, ob sie in Privatbesitz sind oder in öffentlicher Hand, betont Schmidt. Dass die Vorschriften bei vielen Bauherren zu Verdruss führen, kann der Kreisbrandrat nachvollziehen. Nicht zuletzt, weil der Brandschutz als Kostenfaktor durchaus ins Gewicht fällt.

Doch es seien dann gerade Katastrophen wie kürzlich in London, die zeigten, wie wichtig der vorbeugende Brandschutz sei. Schmidt glaubt, ein solches Feuer sei in den Hochhäusern im Landkreis Neu-Ulm, beispielsweise dem Donaucenter oder den markanten Gebäuden in Ludwigsfeld, nicht möglich. Die besonderen Brandschutzvorschriften für Hochhäuser würden dort eingehalten. In Deutschland überprüfen die Behörden das regelmäßig bei einer sogenannten Feuerbeschau. Zu Hochhäusern zählen im Brandschutz alle Gebäude, bei denen der Fußboden des obersten Stockwerks höher als 22 Meter liegt. Denn bis zu dieser Höhe reichen die Drehleitern der Feuerwehr.

Doch nicht nur bei hohen, auch bei alten Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, ist das Thema von besonderer Bedeutung. Bei Sanierungen müsse ohnehin schon die Statik und Energieeffizienz bedacht werden, wie Kreisbaumeister Rudolf Hartberger erklärt. Bestimmte Problembereiche kommen bei vielen historischen Gebäuden vor. Zum Beispiel Holzbalkendecken. Die können und müssen zum Teil mit entsprechenden Verkleidungen nachgerüstet werden. Auch an Türen werden, je nach Nutzung des Gebäudes, hohe Ansprüche gestellt. Typische Brandschutztüren sind selbstschließend und vollwandig, dürfen also keine Hohlräume zwischen den Türblättern haben. Die Selbstschlussfunktion soll verhindern, dass nicht betroffene Gebäudeteile verqualmen – also insbesondere Fluchtwege und Treppenhäuser, damit der Weg aus dem Haus frei ist.

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