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Buch

01.08.2020

So soll das Wasser in Buch sicher und sauber bleiben

Wie lässt sich die Wasserversorgung in der Gemeinde Buch in Zukunft sichern? Darum ging es jetzt im Gemeinderat.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Ein in die Jahre gekommener Hochbehälter und geringer Wasserdruck in einigen Ortsteilen stellen Buch vor Probleme. Das könnte die Lösung sein.

Um eine der „wichtigsten Aufgaben der Gemeinde“ drehte sich die letzte Sitzung des Marktgemeinderats Buch vor der Sommerpause: Die Lösch- und Trinkwasserversorgung. Experten bewerteten den Hochbehälter in Buch und prüften eine Verbindungsleitung von Buch nach Ritzisried. Die Ergebnisse stellten sie am Donnerstag im Plenum vor.

Nachdem der öffentliche Gesundheitsdienst des Landratsamts Ende 2018 Mängel am Hochbehälter im Süden von Buch festgestellt hatte, wurde ein Sachverständigengutachten angefordert, das die Firma Steinbacher Consult aus Augsburg erstellte. Dabei wurden die beförderten Wassermengen und Druckverhältnisse geprüft, Problemstellen herausgestellt und Verbesserungsvorschläge für eine optimale Wasserversorgung in der Zukunft vorgebracht. Die Resultate, die Ingenieur Ludwig Schmid unterstützt von Inhaber Stefan Steinbacher dem Marktgemeinderat vorstellten, waren jedoch wenig erfreulich.

Der Hochbehälter sei bereits etwa 70 Jahre alt, was für ein solches Bauwerk ein beachtliches Alter sei, stellte Schmid voran. Grundsätzlich sei der Hochbehälter erhaltenswert. Dafür müsse man allerdings besonders die Decke des Konstrukts erneuern, nicht mehr zulässige Belüftungsöffnungen schließen sowie neue Türen und Luftfilter in beide Wasserkammern und am Eingang einbauen, verrostete Rohre gegen Edelstahlvarianten tauschen und nach Möglichkeit einen Stromanschluss einbauen, der die jährliche Reinigung und Wartung vereinfache. Die vom Experten überschlagenen Kosten für den Bau und die technische Ausrüstung belaufen sich auf rund 180.000 Euro.

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Des Weiteren wurde aufgrund des in einigen Teilen Buchs geringen Wasserdrucks die Möglichkeit einer Verbindungsleitung zwischen Buch und Ritzisried geprüft. Derzeit werde die Gemeinde aus dem Brunnen im Süden, der den Hochbehälter in Buch sowie den kleinen Hochbehälter in Gannertshofen mit Wasser unterhält, und dem Brunnen in Obenhausen versorgt. Dennoch komme es oft zu Engpässen, besonders bei Löscheinsätzen, da nicht genügend Wasser über die kleinen Leitungen befördert werden könnte. „Statt der benötigten 48 Kubikmeter pro Stunde kommen hier nur 15 an,“ machte Schmid deutlich. Schwierig werde es auch, wenn einer der Brunnen repariert werden müsse und ausfällt. Aufgrund der Druckdifferenz könne ein Brunnen nicht den kompletten Ort versorgen.

Dritter Brunnen als Lösung?

Als Lösung schlagen Steinbacher und Schmid einen dritten Brunnen vor. Dieser könnte sich östlich von Ritzisried im Wald befinden und wäre damit im Rahmen eines Wasserschutzgebietes auch gut zu sichern. Steinbacher betont abschließend: „Die Wasserversorgung in der Gemeinde ist derzeit sehr wackelig. Für die Zukunft wäre es wichtig, zu überlegen, was passiert, wenn einer der Brunnen ausfällt. Vor diesem Hintergrund ist nur ein dritter Brunnen sinnvoll.“ Da dies mit höheren Ausgaben verbunden sei, gab er zu bedenken, dass es sich „um Jahrhundertprojekte handelt“, bei denen man den Zeitraum des Nutzens einberechnen müsse.

Auch die Mitglieder des Marktgemeinderats sind sich einig, dass eine optimale Wasserversorgung gewährleistet und „Defizite behoben werden müssen“, so Bürgermeister Markus Wöhrle. Dritter Bürgermeister Georg Lehner (CSU) schlug vor, einen derzeit trocken gelegten Brunnen in Richtung Westen der Gemeinde wieder in Betrieb zu nehmen. Gemeinderatsmitglied Wolfram Dauner (Unabhängige Wählergemeinschaft Buch) machte deutlich, dass dies keine Option sei: Die Nitratwerte hätten dort bereits seit 2008 über dem erlaubten Wert gelegen. Derzeit gelte der Brunnen als nicht mehr schützbar und es liege auch keine Erlaubnis vor, momentan dort Wasser zu fördern, erklärte Wöhrle.

Nichtsdestotrotz müssen alle Bürger sauberes und sicheres Wasser haben. So beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Maßnahmen fortzuführen. Wie diese konkret aussehen werden, wird sich nach der Anhörung weiterer Expertenmeinungen zeigen. Der nächste Schritt wird die Einholung von Honorarangeboten durch die Verwaltung sein, um zu entscheiden, mit welchem Anbieter weitergearbeitet werde, um eine bedenkenlose Wasserversorgung in der Gemeinde Buch und allen Ortsteilen gewährleisten zu können.

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