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Buch

30.01.2021

So werden die Wälder in Buch wirtschaftlich genutzt

Wegen des Orkantiefs Sabine, das im Februar 2020 über Deutschland wütete, wurde in den Wäldern bei Buch und seinen Ortsteilen mehr Holz geschlagen als geplant.
Foto: Felicitas Macketanz (Archivfoto)

Plus Zwei Förster berichten in Buch über die Herausforderungen, die der Klimawandel an die Forstwirtschaft stellt. Die Holzpreise sind drastisch gesunken.

Der Klimawandel, insbesondere die Häufung und Verschärfung von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit und Stürmen, bringen für den Wald große Gefahren mit sich. Das stellt die Forstwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Dies hat Bernd Karrer, staatlicher Beratungsförster vom Forstrevier Illertissen, bei der Sitzung des Bucher Marktrats verdeutlicht.

Detailliert stellte er die neuen Jahresbetriebspläne für die Nutzungsrechtlerwälder Buch, Dietershofen und Gannertshofen sowie den Gemeindewald Obenhausen vor. Auch der von Förster Ekkehard Steger von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Neu-Ulm erläuterte Jahresbetriebsplan für den Nutzungsrechtlerwald Ritzisried wurde vom Gremium einstimmig beschlossen.


Die Schäden des Orkantiefs Sabine, das im Februar 2020 über Deutschland wütete, konnten mithilfe von Unternehmern und Vollerntern schnell und unkompliziert aufgearbeitet werden, informierte Karrer. Bereits damals sei aber der Holzpreis empfindlich zurückgegangen. Der Borkenkäfer habe die Situation im Sommer noch verschärft. „Aber in unserem Bereich war die Lage besser als in anderen Teilen Bayerns“, sagte Karrer. Trotzdem sei der Holzpreis von bisher 50 bis 60 auf rund 30 Euro pro Festmeter katastrophal gesunken. Dies hätte gerade einmal die Kosten für die Aufarbeitung gedeckt.

Aufgrund der angespannten Situation ist es Karrer zufolge wichtig, die Investitionen in den Wald nicht zurückzustellen und die Waldbestände zu hegen und zu pflegen, was bei einem schlechten Holzpreis nicht gerade einfach sei. Der Freistaat versuche aber, die hohen Kosten mit einem höheren Zuschuss für sämtliche Maßnahmen auszugleichen. Trotz leerer Kassen führten die Nutzungsrechtler diese kostenintensiven Maßnahmen für den Wald weiter fort, lobte Karrer: „Mit dieser verantwortungsvollen Einstellung zeigen sie, dass ihnen der Wald etwas bedeutet.“

Holz aus den Bucher Wäldern als Rohstoff für den Hausbau?

Im Hinblick auf den Klimaschutzgedanken appellierte der Förster an den Marktrat, bei der Planung und Bauvergabe von öffentlichen Gebäuden auf Holzbau zu setzen. Während Beton sowohl bei der Produktion als auch beim Bau klimaschädlich sei, könne Holz Kohlendioxid (CO2) über Jahre speichern. „Wir haben hier genügend Holz, das umweltfreundlich nachwächst“, sagte Karrer.

Weil aufgrund des Orkantiefs Sabine 2020 mehr Holz geschlagen wurde als geplant, aber auch, weil der Holzpreis sich erholen müsse, wurde der Einschlag für heuer gedrosselt, verdeutlichte der Förster. Im Nutzungsrechtlerwald Buch sehe der Jahresbetriebsplan einen Holzeinschlag von 1370 Festmetern vor. Geplant sind eine Jungbestandspflege auf drei Hektar sowie ein Vorbau mit Rotbuchen. Im Obenhauser Gemeindewald sei der Einschlag von 45 Festmetern, vorwiegend im Bereich Käferholz, vorgesehen sowie die Pflanzung von Schwarznussbäumen und Winterlinden. Den zum Ortsteil Dietershofen gehörenden Wald sieht Karrer als kleinen, aber feinen Forst mit aktiven Nutzungsrechtlern. Neben einem Holzeinschlag von rund 23 Festmetern steht dort das Nachbessern mit Buchen sowie einer neuen Eichenkultur an. Im Nutzungsrechtlerwald Gannertshofen sollen in diesem Jahr ungefähr 100 Festmeter geschlagen werden.

Im Ritzisrieder Wald ist eine Verjüngung geplant

Ekkehard Steger von der Forstbetriebsgemeinschaft Neu-Ulm zufolge umfasst der Nutzungsrechtlerwald Ritzisried eine Fläche von etwa 88 Hektar. Im Wirtschaftsjahr 2021 seien 100 Festmeter Verjüngungsnutzung geplant sowie auf einer Fläche von 1,5 Hektar 60 Festmeter Altdurchforstung und auf 5,5 Hektar 260 Meter Jungdurchforstung. Ziel der forstlichen Bewirtschaftung sei in diesem Jahr eine Naturverjüngung, unter anderem mit Fichten, sowie die Aussaat von Weißtannensamen, sagte Steger. Dies sei ein Versuch der Wiederaufforstung mit einem klimatoleranten Baum. Nach 20 Jahren stehe heuer im Ritzisrieder Wald wieder ein Forstbetriebsgutachten an, das von einem Sachverständigen erstellt werden müsse, informierte der Förster.

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