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Winter

13.01.2019

So wird die Autobahn schneefrei

<p>Wir haben den Winterdienst auf der Autobahn begleitet.</p>
Video: Wilhelm Schmid

Straßenwärter Wolfgang Neuhäusler kümmert sich darum, dass die A7 zwischen Altenstadt und dem Kreuz Elchingen sicher befahrbar ist. Darauf kommt es dabei an

7,2 Tonnen Streusalz und 10500 Liter Salz-Wasser-Lösung hat der MAN-460 PS-Vierachser geladen, den Wolfgang Neuhäusler von der Autobahnmeisterei Vöhringen auf der A7 steuert. Seit 27 Jahren ist er Straßenwärter und in dieser Mittagsschicht steht „Ausputzen“ zwischen Vöhringen und dem Elchinger Kreuz auf dem Plan. Das heißt, die Fahrbahn ist zwar schon „schwarz“, also geräumt und gestreut, aber Randstreifen und Parkplätze, für die bei der Frühschicht keine Zeit war, müssen noch gesäubert werden. Schließlich soll es auch bei Ausweichmanövern keine Rutschpartien geben.

Winterdienst hat Hightech zur Verfügung

Der Straßenwärter muss im Hightech-Cockpit seines Vierachsers gleich drei Funktionen auf einmal bedienen: Das Fahrzeug selbst muss präzise gelenkt werden. Neuhäusler muss dabei ständig darauf achten, dass die anderen Autofahrer richtig auf den relativ langsam fahrenden Lastwagen reagieren. So dürften sie beispielsweise nur vorsichtig überholen, sofern es die Verhältnisse überhaupt erlauben. Deshalb sind auch sämtliche Blink- und Blitzleuchten eingeschaltet, was die Arbeit nicht unbedingt erleichtert: „Wenn man nachts Schnee räumt, sind die Lichtreflexe auf Dauer ziemlich anstrengend“, sagt der erfahrene Straßenwärter. Neben dem Fahren muss er noch die Steueranlage des Teleskop-Pfluges bedienen. Dazu gehört, die Streumenge und -breite ist zu regulieren und den Verhältnissen genau anzupassen, und das allein ist schon eine Wissenschaft für sich.

Bevor es los geht, wird das Räumfahrzeug mit rund sieben Tonnen Streusalz und mehr als 10000 Liter Salzlösung beladen.


Denn nicht jedes Streumittel eignet sich überall gleich gut. Reines körniges Salz hat entgegen landläufiger Meinung kaum Wirkung, denn es kann vom Wind verweht oder von den Autos verwirbelt werden. Stattdessen bevorzugt der Straßenwärter Feuchtsalzlösung mit normalerweise 30 Prozent Salzgehalt, in der Fachsprache kurz „FS 30“ genannt. Diese haftet gut auf der Fahrbahnoberfläche. Neuhäusler kann von der Fahrerkabine aus den den Salzgehalt entsprechend der Temperatur regulieren. Wenn es frisch geschneit hat, ist der Pflug mit seiner variablen Räumbreite das wichtigste Arbeitsgerät. Wenn besonders viel Schnee fällt, sitzen zwei Leute auf einem Fahrzeug und bedienen nicht nur den großen Räumschild, sondern je nach Bauart auch die ausfahrbaren Seitenpflüge. Damit können beide Fahrspuren einer Richtung gleichzeitig geräumt werden. Wenn es nötig ist, fahren zwei Fahrzeuge knapp hintereinander seitlich versetzt, um die Fahrbahn „schwarz zu machen“, also zu räumen und zu streuen.

Für den Berufsverkehr muss alles sicher sein

Die wichtigste Zeit dafür ist zwischen morgens vier und sechs Uhr, damit der anrollende Berufsverkehr laufen kann. Der bringt das Streumittel durch die Reibung der Reifen erst richtig zur Wirkung. Für den Straßenwärter ist dann das Wichtigste geschafft. Dass er dafür nicht immer nur Verständnis bei den Verkehrsteilnehmern erntet, hat Wolfgang Neuhäusler auch schon erfahren: „Die zeigen Dir auch mal den Scheibenwischer, weil wir halt nicht überall gleichzeitig sein können“. Und schneller als mit 65 Kilometer pro Stunde geht es eben bei aller Technik nicht. Im Gegenteil: Das Riesengerät mit seinen 5,10 Metern maximaler Räumbreite so präzise zu steuern, dass die Fahrbahn möglichst auch am Rand sauber wird und trotzdem weder Verkehrszeichen noch Leitpfosten oder -planken beschädigt werden, erfordert viel Konzentration. Besonders aufpassen muss Neuhäusler wenn er über eine Brücke fährt. Sonst passiert es schnell, dass er die Schneemassen über das Geländer hinaus auf die darunter liegende Fahrbahn schleudert.

Bei dieser Schicht hat Wolfgang Neuhäusler einen Grund sich zu freuen: Ein großer Lastzug schließt zu ihm auf und fährt eine kurze Strecke auf gleicher Höhe neben ihm her – und als der Straßenwärter hinüber schaut, bekommt er von dem Trucker mit einem „Daumen hoch“ und freundlichem Winken ein Dankeschön für seine anspruchsvolle Arbeit.


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