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Babenhausen

10.04.2019

Soll ein Neubau die Babenhauser Aussegnungshalle ersetzen?

Feuchtigkeit ist in das Gemäuer der Aussegnungshalle auf dem Babenhauser Friedhof gedrungen. Das hat erhebliche Schäden verursacht.
Bild: Alexander Kaya

Feuchtigkeit hat sich ins Gemäuer gefressen. Der Babenhauser Marktrat überlegt nun, ob eine kleine oder große Lösung Abhilfe schaffen soll.

Bekommt Babenhausen eine neue Aussegnungshalle auf dem Friedhof? Immer wieder haben Mitglieder des Marktrats, allen voran Friedhofsreferentin Beatrix Käßmeyer (CSU), den Zustand des bestehenden Gebäudes bemängelt. Auch eine Untersuchung bestätigte, dass die Gemeinde handeln sollte: Die Feuchtigkeit ist demnach mittlerweile bis zu drei Meter hoch ins Mauerwerk aufgestiegen. Der komplette Außen- und Innenputz müsste bis auf eine Höhe von etwa vier Metern abgeschlagen und erneuert werden. Aber ist das den Aufwand und vor allem das Geld wert?

Rückblick: 2004 hatte der Marktrat einer Sanierung der Aussegnungshalle zugestimmt. In der Folge wurde eine Toilettenanlage eingebaut, der Außenputz ausgebessert und die Außenfassade gestrichen. Kein Bestandteil der Sanierung war hingegen die Abdichtung der Außen- und Innenwände gegen die Feuchtigkeit. Die Folge: erhebliche Schäden. Auch Verwaltungsmitarbeiter und ein örtlicher Bauunternehmer entdeckten die Mängel im vergangenen Herbst, als sie das Gebäude in Augenschein nahmen.

Auf Grundlage dieser Prüfung wurden auch etwaige Kosten geschätzt. Eine Sanierung der Wände und eine horizontale Abdichtung beliefe sich auf etwa 190000 Euro brutto, wie Bürgermeister Otto Göppel (CSU) in der jüngsten Sitzung berichtete. In dieser Berechnung noch nicht berücksichtigt sei eine Erneuerung der Bodenbeläge und die Errichtung eines barrierefreien Zugangs. „Aufgrund des Schadenbildes und der hohen Sanierungskosten sollte überlegt werden, ob eine Sanierung sinnvoll ist oder ob das Bestandsgebäude einem barrierefreien Neubau weichen sollte“, sagte Göppel. Einen „Schnellschuss“ halte er hierbei für wenig sinnvoll. Das Gremium solle zunächst gründliche Überlegungen dazu anstellen. Zumal bei einer „größeren Lösung“ wohl deutlich höhere Kosten zu erwarten wären. Diese lägen ihm zufolge in der Größenordnung von 700000 Euro.

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Barbara Kreuzpointner (Liste engagierter Bürger) sagte: „Da gehört meiner Meinung nach ein ebenerdiger Bau hin, ein etwas größerer als jetzt, sodass auch Trauerfeiern dort stattfinden können.“ Die jetzige Aussegnungshalle, welche nicht unter Denkmalschutz stehe, bezeichnete sie als „nicht mehr zeitgemäß, unpraktisch und kaputt“.

Ein Vorschlag des Bürgermeisters, vorläufig mit neuer Farbe zumindest optische Korrekturen an der Halle vorzunehmen, stieß auf wenig Begeisterung. „Das wäre auch ein Schnellschuss“, erwiderte Josef Deggendorfer (Freie Wähler). Werner Sutter (CSU) sprach sich ebenfalls dafür aus, zuerst die Ursachen für die Schäden zu beheben – und zwar bald. Zum Thema Neubau sagte er: „Ich bin der Meinung, dass das jetzige Gebäude erhaltenswert ist.“ Für Trauerfeiern stehe auch die Friedhofskapelle zur Verfügung, um „in einem schönen Ambiente Abschied zu nehmen“.

Konkretere Pläne für die Babenhauser Aussegnungshalle will das Gremium fassen, nachdem sich die einzelnen Fraktionen näher mit dem Thema befasst haben.

Lesen Sie außerdem: Vorsicht, Diebe: Aussegnungshalle soll geschützt werden

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