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Vöhringen

11.05.2015

Solo für zwei

Wandlungsfähige Jennifer Eder, Sopran. Sie singt den Ohrwurm „Memory“ aus dem Musical „Cats“.
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Wandlungsfähige Jennifer Eder, Sopran. Sie singt den Ohrwurm „Memory“ aus dem Musical „Cats“.
Bild: Ursula K. Balken

Die Operetten- und Musical-Gala im Vöhringer Kulturzentrum war ein echter Publikumserfolg

Totgesagte leben bekanntlich länger. Bestes Beispiel ist die gute alte Operette. Alle Modernisierungsversuche experimentierfreudiger Regisseure hat sie bislang schadlos überstanden. Die Operette hat eine feste Fangemeinde. Diese schwelgt in bekannten Melodien, summt mit, klatscht mit, hegt aber auch Begeisterung für Musicals, die zu Welterfolgen wurden. In Vöhringen waren beachtlich viele Zuhörer ins Kulturzentrum „Wolfgang-Eychmüller-Haus“ gekommen, um sich Herz-Schmerz, dazu ein bisserl Rührseligkeit, nicht entgehen zu lassen.

Das Rezept des Erfolges ist simpel. Die Rückwand der Bühne ist mit Draperien dekoriert, an Lichteffekten wird nicht gespart, dafür am Orchester, gesungen wird nämlich Playback und manche Geräuschkulisse wird eingespielt. Und um manches musikalisch attraktiver zu machen, werden Hall-Effekte erzeugt.

Ins Auge fallen die opulenten, gepflegten Kostüme, in denen sich stilsicher Sissi, der Vampir, die Rössl-Wirtin, das Phantom der Oper oder auch die Kurtisane Violetta aus Verdis „La Traviata“ über die Bühne bewegen.

Die wahre Leistung des Abends aber vollbringen Jennifer Eder, Sopran, und Armin Stöckl, Tenor. Sie absolvieren quasi ein über zwei Stunden währendes Non-Stopp-Programm. Nicht nur, dass Stöckl Produzent der Show ist und bekannt für wirkungsvolle, mit wenigen Mitteln ausgestattete Bühnenauftritte, er verfügt auch über eine angenehme Stimme. (Teenies würden von einem Stimmen-Softi sprechen.)

Die lässt zwar den tenoralen Glanz vermissen, den es aber auch nicht braucht. Für die zahlreichen Personen, in die er schlüpft, ist seine Stimme wandlungsfähig, durchaus wohltönend („Dunkelrote Rosen“), weich-schmeichelnd, aber auch rockig („Elvis Presley“). Jennifer Eder entwickelt in den Mittellagen ein kraftvolles Stimmvolumen, kann dank des Mikrofons ihre Höhen meistern, die bisweilen etwas scharfkantig sind. Als Paar sind sie gut für diese Produktion eingespielt. Dass der Champagner-Walzer („Libiamo ne’lieti calici“) aus der Traviata musikalisch einige Notenstufen hinab steigt, stört niemanden. An diesem Abend erwartet man ja nicht den Star Diana Damrau auf der Bühne.

Es braucht ein bisschen, bis das Publikum mitgeht. Der Anfang wirkt etwas steif. Aber dann sind die Besucher voll dabei, lachen über die Gags von Armin Stöckl, der – was ja immer Wirkung verspricht – die Besucherinnen mit einbezieht. Die Gala wird zum leicht beschwingten Abend, den die Gäste so genießen, dass sie sich Zugaben erklatschen, um danach beglückt das Theater zu verlassen.

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