1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Spielerisch und kunstvoll

24.06.2014

Spielerisch und kunstvoll

Gitarrenmusik pur gab es mit Friedemann Wuttke im Barocksaal zu hören, und das fanden die Zuhörer höchst spannend.
Bild: Regina Langhans

Friedemann Wuttke mit Bach und Mozart in Illertissen

Friedemann Wuttke hat sich auf Solo-Gitarre verlegt und dabei Klassikern wie Bach und Mozart verpflichtet. Am Ende seines Vortrags nimmt er den begeisterten Applaus des Publikums im Barocksaal in Illertissen mit jungenhaftem Lächeln entgegen und kann die eigene Freude am Gelingen gar nicht verbergen.

Das Konzert war trotz des Deutschlandspiels ausverkauft. Und der Gitarrist hatte die Fußballweltmeisterschaft auch auf seiner Rechnung, indem er die Veranstaltung inklusive Zugabe rechtzeitig beendete. In Reminiszenz an Brasiliens größten Komponisten Heitor Villa-Lobos brachte er dessen Prélude N. 3 zu Gehör. Damit schloss Wuttke zugleich den Kreis seiner Vorträge, die er mit Johann Sebastian Bachs Andante in C-Dur, an welches Villa-Lobos seine Komposition angelehnt hatte, begonnen hat.

Friedemann Wuttke hatte für sein Rezital den Schwerpunkt auf Bach und Mozart gelegt, deren Stücke für Violine beziehungsweise Klavier komponiert wurden und daher für Gitarristen als besondere technische Herausforderung gelten. Der Künstler meisterte sie so spielerisch wie kunstvoll. Mozarts „Andante grazioso“ und vier Menuetten stellte er ein Andantino und weitere vier Stücke des italienischen Gitarristen Ferdinando Carulli (1770- 1841) gegenüber, der sich von den Klavierstücken hatte inspirieren lassen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Die Zeit der Wiener Klassik fällt mit der Blütezeit der klassischen Gitarre zusammen“, erklärte Wuttke, und präsentierte dazu ein weiteres, technisch herausforderndes Stück aus seinem Repertoire: Die 64 Teile umfassenden Variationen zu „Das klingt so herrlich“ aus Mozarts Zauberflöte, die der spanische Gitarrist Fernando Sor (1778-1839) spontan nach der Opern-Premiere komponiert hat.

Nicht ausbleiben durfte die Chaconne in d-Moll, die Bach für Solo-Violine geschrieben hat und zu den schwersten Stücken für Gitarre zählt. „Chaconne“ kommt vom baskischen „chocuna“, was „niedlich“ bedeutet und im 16. Jahrhundert ein Volkstanz war. Nicht niedlich, sondern höchst komplex dagegen die Anforderungen an den Gitarristen. Gebannt schaute das Publikum dem Spiel Wuttkes zu, um mit den Augen dem Tempo der Griffe zu folgen oder die akrobatischen Fingersätze zu verstehen, deren Verrenkungen sich von einer Sekunde auf die andere änderten. Alle zehn Finger schienen gleichzeitig in Bewegung zu sein.

Dem Künstler war die hohe Konzentration anzumerken sowie die Auseinandersetzung mit seinem Instrument. Umso herzlicher und begeisterter kam hinterher der Applaus. (lor)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Misshandlung_Smybol.jpg
Landkreis Neu-Ulm

Misshandlungs-Prozess: Viele Fragen sind noch offen

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden