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Klosterbeuren

04.05.2019

Spitze des Klosterbeurer Maibaums knickt: Steckt böse Absicht dahinter?

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3 Bilder
Das Bäumchen am oberen Ende des Maibaums in Klosterbeuren hing fast senkrecht nach unten.
Bild: Diana Schedl/Feuerwehr

Plus Das Bäumchen am oberen Ende des Maibaums hielt den Windböen nicht stand. Die Feuerwehr musste es zu Boden bringen. Nun haben die Klosterbeurer eine finstere Vermutung.

Es dürfte ein Schreckmoment gewesen sein: Starker Wind bringt die Spitze des Maibaums in Klosterbeuren am Donnerstagnachmittag gefährlich ins Wanken. Kurze Zeit später knickt sie ab, hängt zunächst quer, dann fast senkrecht hinab. Ein Sicherungsseil verhindert, dass das Bäumchen zu Boden stürzt. Doch nicht die abgebrochene Spitze allein sieht die Feuerwehr, die den Maibaum errichtet hat, danach als Anlass zur Sorge. Vielmehr beunruhigt sie ein Schnitt im Holz der Spitze, den sie entdeckten. „Es schaut aus, als hätte jemand die Spitze angesägt“, spricht Kommandant Robert Sigg die finstere Vermutung offen aus. Hat jemand den Klosterbeurer Maibaum sabotiert?

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Als die Klosterbeurer die abgeknickte Spitze entdeckten, alarmierten sie die benachbarte Feuerwehr aus Babenhausen. Einsatzkräfte rückten mit einer Drehleiter aus. Vor Ort brachten sie die am Sicherungsseil baumelnde Spitze – die, wie allgemein üblich, am hohen Maibaumstamm befestigt worden war – kontrolliert zu Fall. Das Bäumchen sauste zu Boden. Währenddessen hatten die Klosterbeurer Kollegen die Straße gesperrt. Einige Anwohner waren zum Ort des Geschehens gekommen und beobachteten das Treiben, wie Diana Schedl, Vorsitzende des Feuerwehrvereins, die Situation gegenüber unserer Redaktion schildert.

Ein Blick auf die Bruchstelle lässt schlimme Vermutungen zu.
Bild: Diana Schedl/Feuerwehr

Kommandant: "Ich sehe das nicht mehr als Spaß an"

Ein Blick auf die Bruchstelle ließ bei den Klosterbeurern die Mutmaßung aufkeimen, dass nicht die Windböen allein für die abgeknickte Maibaumspitze verantwortlich waren: Am Rand ist das Holz rundum weitgehend glatt gebrochen, erst ein paar Zentimeter weiter im Innern stehen Holzfasern ab. „Das ist eine so glatte Bruchstelle...“, sagt Kommandant Sigg. Die Spitze sei zudem nicht an der Stelle gebrochen, an der sie mit durchgehenden Schrauben am dicken Stamm befestigt worden war. Sondern einige Zentimeter weiter oben, wo die Äste des Bäumchens wachsen.

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Sollte das Holz tatsächlich angesägt worden sein, dann hätte dieser „Scherz“ aus Sicht der Feuerwehrler auch böse ausgehen können: „Ich sehe das nicht mehr als Spaß an. Da hätte ja weiß Gott was passieren können“, sagt Sigg. Er erinnert an den Vorfall im vergangenen Jahr, als in Mittelfranken eine 29-jährige Frau von einer abgebrochenen Maibaumspitze erschlagen worden war.

Sicherheitsvorkehrungen – etwa ein Seil an der Maibaumspitze, wie es die Klosterbeurer befestigt hatten – sollen so eine Tragödie verhindern. 100 Prozent Gewissheit könne man aber wohl dennoch nie haben. Und so berichtet der stellvertretende Kommandant der Babenhauser Feuerwehr, Harald Polzer, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass die Einsatzkräfte in der Vergangenheit eine Maibaumspitze geborgen haben.

Über eine Drehleiter brachte die Feuerwehr die Spitze kontrolliert zu Fall.
Bild: Diana Schedl/Feuerwehr

Die Spitze des Klosterbeurer Maibaums war am Wochenende vor dem Feiertag bei Kommandant Sigg im Hof gelegen – unbewacht. Aufgepasst habe man erst in der Nacht zum Dienstag, als der gefällte Maibaumstamm hergerichtet war. Am Tag vor dem 1. Mai wurde der Maibaum schließlich auf dem dafür vorgesehenen Platz gegenüber der ehemaligen Gaststätte St. Georg aufgestellt. Und nun, schon ein paar Tage später, steht er nicht mehr so stattlich da, wie ursprünglich vorgesehen.

Die Klosterbeurer haben die Polizeidienststelle in Babenhausen über ihre Vermutung informiert. Ob sie Anzeige erstatten werden, sei noch offen, sagen Schedl und Sigg.

Lesen Sie außerdem: Wie sicher sind unsere Maibäume?

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