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Buch

13.02.2015

Sport im Alter: So hält sich Buchs aktivster Opa fit

Der älteste und der jüngste Sportabzeichenträger des TSV Buch: Hermann Schneider und Enkel Felix sind auch auf Opas Heimtrainer ein sportliches Team.

Der 80-jährige Hermann Schneider ist eine sportliche Ausnahmeerscheinung. Sein Enkel Felix eifert ihm nach.

Ärzte würden ihn wohl als medizinische Ausnahmeerscheinung betrachten. Schneider selbst ist da bescheidener. Sein Rezept für die Fitness im Alter kling simpel: Einfach nie mit dem Sport aufhören. Für seine Trainingseinheiten nutzt Schneider auch die Hügel in der Umgebung. In Meßhofen, Nordholz und Ritzisried radelt er die Steigungen mehrmals hinauf und hinunter. Das seien „lauter kleine Berge“. „Danach ist er dann glücklich“, sagt seine Frau Franziska. „Fertig bin ich dann“, meint ihr Mann, der heuer mit seinem Sohn und vier Enkeln nach Venedig radeln will.

Für Hermann Schneider ist ein Leben ohne Sport nicht denkbar. Doch der 80-Jährige hebt viel lieber die Leistungen seines Vereins, dem TSV Buch, hervor, als seine eigenen Erfolge. 1947 trat Schneider dem damaligen Turnverein Buch bei, fast 20 Jahre engagierte er sich im Vorstand. Fast ein Vierteljahrhundert war Schneider zunächst Jugendturnwart, dann Übungsleiter in der Turnabteilung. Bei der Männergymnastikgruppe des TSV ist er von 1984 bis heute als Übungsleiter aktiv. Seit 1997 ist Schneider Prüfberechtigter beim Bayerischen Landes-Sportverband für die Abnahme des Sportabzeichens. Dieses Abzeichen hat er seit 1979 jedes Jahr erhalten, das deutsche und das bayerische und jedes Jahr in Gold. Im vergangenen Jahr war der 80-Jährige der älteste Träger der Auszeichnung beim TSV und sein sechsjähriger Enkel Felix, der das Bayerische Sport-Leistungsabzeichen in Bronze gewann, der jüngste. „Bei meinen neun Enkelkindern war ich immer dahinter, dass sie Sport-Leistungsabzeichen machen“, sagt Schneider. Beim Schwimmen spornt er sie gerne mal an, noch ein paar Bahnen draufzusetzen. Danach gibt es dann zur Belohnung etwas Süßes vom Opa.

Seine sportliche Familie macht den 80-Jährigen stolz. Und auch, dass sein TSV seit rund 20 Jahren stets bis zu 100 Sportabzeichen jährlich vorweisen kann. Das sei einzigartig in der Region, betont er.

Er habe früher nicht geglaubt, dass er im Alter so lange sportlich aktiv bleiben kann, gibt der Rentner zu, „aber es geht schon noch“. Deshalb werde es noch einige Jahre dauern, bis er ein E-Bike benötigt. Turnen und Radfahren, das ist für den 80-Jährigen nicht genug. Regelmäßig schnallt er sich die Skier an, fährt Abfahrt und Langlauf. „Ein bis zwei mal in der Woche mache ich einen Lauf, 500 Meter oder 1000 Meter“, berichtet Schneider außerdem. Dazu kommen regelmäßig Gymnastik, Yoga, Klettern und Schwimmen. Nur für das Fußballspielen hat er sich nie ganz erwärmen können, obwohl er die Spiele des FC Bayern München, des FC Augsburg und von Borussia Dortmund gerne im Fernsehen verfolgt. „Vielleicht habe ich deswegen noch gute Knie“, sagt er.

Um eine besondere Ernährung kümmert sich der 80-Jährige nicht. „Das macht meine Frau“, erklärt er, und die bringt prompt eine Karotte aus der Küche. Früher habe er geraucht, aber nicht stark, und „getrunken so, dass es meine Frau nicht gerade gemerkt hat“, scherzt Schneider. Jeder werde eben irgendwann „gscheit“.

Ein wenig Sorgen bereitet dem Urgestein des TSV Buch die junge Generation. Viele Kinder seien heutzutage in ihren motorischen Fähigkeiten eingeschränkt. „Die jungen Leute sitzen nur an den Handys. Die Bewegung haben sie gut drauf“, hat Schneider beobachtet. Es sei sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche sich regelmäßig bewegen und Spaß an ihrem Sport haben.

Er selbst wolle weitermachen, „so lange es geht“. Seine Familie macht sich da keine Sorgen. „Der ist dermaßen fit, das gibt es gar nicht“, sagt seine Tochter Christiane Kienle, die wie ihr Vater beim TSV Buch engagiert ist. Und das Alter bringt auch zunehmend Vorteile. Bei vielen Wettkämpfen gebe es in der Altersklasse des Vaters gar keine weiteren Starter mehr. Außerdem sei für über 80-Jährige der Skilift kostenlos.

Ein bisschen zurückgesteckt hat Hermann Schneider mittlerweile trotzdem. Am Gerät turne er nur noch, wenn wieder das Sportabzeichen ansteht, und Radtouren mit Distanzen um die 100 Kilometer fahre er eigentlich nicht mehr so oft, sagt er.

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