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Illertissen

18.10.2017

Stadt bietet Bienen bald ein blühendes Buffet

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Mehr Blumen: Wo es blüht, finden Bienen Nahrung.
Bild: Ralf Lienert

In der Innenstadt wurden gestern von einer Firma aus den Niederlanden über 24000 Blumenzwiebeln ausgebracht. Ab dem Frühjahr soll es sprießen. Was hinter der Aktion steckt.

Bienen sollen in Illertissen ab dem Frühjahr ein Schlaraffenland aus Krokussen, Hyazinthen und Narzissen vorfinden: Im Auftrag der Stadt hat ein holländisches Unternehmen gestern entlang der Vöhlinstraße, der Unterrother Straße und der Memminger Straße über 24000 Blumenzwiebeln ausgebracht. Sprießt alles wie geplant, werden im kommenden Jahr wilde Blumenwiesen entstehen – und damit dringend benötigte Lebensräume für die nützlichen Insekten. Die Vöhlinstadt investiert rund 3000Euro in die Saataktion. Davon sollen Bienen und Bürger längerfristig etwas haben: Die Zwiebeln entwickeln weitere Triebe, wodurch sich die ausgebrachten Pflanzen vermehren und im Idealfall an Ort und Stelle heimisch werden. So müsse nur alle paar Jahre neu gepflanzt werden, heißt es.

Erde auf, Zwiebeln rein, Lücke schließen: Alle drei Arbeitsschritte erledigt die Spezialmaschine der Firma Lubbe & Sohn aus Lisse im Westen der Niederlande in einem. Und so ist die Setzaktion an den Straßenrändern in Illertissen zu Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen zu haben scheint. „Das geht ziemlich schnell“, sagt Christian Haller vom örtlichen Bauhof und nickt anerkennend. Die Maschine besteht aus einem geländegängigen Traktor samt einem trichterförmigen Behälter – für die Zwiebeln. Auf der Unterseite des Fahrzeugs sind Messer angebracht: So kann die Maschine eine Furche in die Erde ziehen und diese nach dem Ablegen der Blumenzwiebeln gleich wieder verschließen. Einen Namen hat das Spezialgerät nicht, sagt Robert Langkemper, der im Auftrag der Firma Lubbe aktuell in ganz Süddeutschland unterwegs ist. Senden, Ulm und Augsburg stehen auch auf der Liste der zu beliefernden Städte. Wie viele Zwiebeln es dabei jeweils sein dürfen, ist unterschiedlich: Viele Kommunen bestellen kleinere Mengen, wollen erst einmal ausprobieren. Nur einige bestellen große Mengen, zum Beispiel in Holland selbst. Mal seien die neuen Wildblumenbeete dort 3000 Meter lang, mal sogar 5000. Langkemper weiß auch warum: „Wenn die Touristen kommen, muss im Blumenland Holland natürlich alles blühen.“

Illertissen gehört eher zu den kleineren Kunden des Unternehmens. In den drei Bereichen wurde auf einer Länge von insgesamt 230 Metern die „Illertisser Mischung“ gepflanzt. Im Frühjahr sollen Krokusse, Narzissen, Traubenhyazinthen (Muscari) und auch einige Tulpen wachsen.

Blumen wie diese seien einerseits wichtig, um Bienen Nahrung zu bieten, sagt Pflanzenexperte Haller vom Bauhof. Der Hintergrund: Zuletzt beklagten Imker und Naturschützer immer wieder, dass die Lebensräume von Insekten durch extensive Landwirtschaft und Mäharbeiten entlang von Straßen (das Mulchen) zusehens schrumpften. Und deshalb die Tierbestände zurückgingen. Vielerorts werde da entgegengesteuert, sagt Haller. So auch in Illertissen, wo man dem Titel „Bienenstadt“ (der mit dem bayerischen Bienenmuseum einhergeht) gerecht werden wolle. Deswegen würden immer wieder Wildblumenwiesen angelegt, vor allem mit einheimischen Blumen. Neben den Tieren sollen auch die Menschen etwas von den Blüten haben: „Nach dem Winter freut man sich über die Farbtupfer“, sagt Haller. Doch der Betrachter müsse aushalten, wenn die Pracht im Sommer verwelkt, die wilden Wiesen würden erst spät gemäht. „Dafür blühen sie lange.“

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