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17.08.2010

Standort für Moscheebau steht noch nicht fest

So oder ähnlich könnte eine neue Moschee in Vöhringen aussehen: Im Bild ist das Gebetshaus der türkisch-islamischen Gemeinde in Nersingen. Foto: arc/rfu
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So oder ähnlich könnte eine neue Moschee in Vöhringen aussehen: Im Bild ist das Gebetshaus der türkisch-islamischen Gemeinde in Nersingen. Foto: arc/rfu
Bild: arc/rfu

Vöhringen Der Bau einer Moschee im Vöhringer Norden wird sich wohl nicht so schnell verwirklichen lassen, wie die am Ort ansässigen türkischen Bürger es sich erhoffen. Denn ein notarieller Kaufvertrag ist weder im Entwurf vorbereitet noch liegt ein entsprechendes Schriftstück unterschriftsreif beim Notar vor. Damit widerspricht Bürgermeister Karl Janson dem Vorsitzenden der Türkisch-Islamischen Gemeinde, Sait Selcuk, der erst unlängst erklärte hatte, "der Kaufvertrag liegt unterschriftsreif beim Notar vor".

Das Thema Moschee wird derzeit in Vöhringen heftig diskutiert. Dabei geht es weniger darum, dass man ein islamisches Gebetshaus ablehnt, sondern vielmehr um die Frage des Standortes. Die jetzige Situierung des türkisch-islamischen Gemeindezentrums in der Brucknerstraße ist jedenfalls - wie schon des Öfteren berichtet - unzulänglich. Zum einen reicht das Platzangebot für die Türken nicht aus, zum anderen gibt es Klagen der Anlieger, die nicht gerade erbaut sind, wenn der Muezzin mit dem Lautsprecher durch geöffnete Fenster zum Gebet ruft. Auch die Massierung des Verkehrs im Umfeld der Brucknerstraße löst immer wieder Beschwerden aus. Die Türken, so ließ Sait Selcuk schon vor geraumer Zeit wissen, möchten diese Enge möglichst schnell hinter sich lassen.

Wie unsere Zeitung mehrfach berichtet hatte, ist der Wunsch nach einer Moschee rund drei Jahrzehnte alt. Bislang gab es Gebetsräume im alten "Adler", der mittlerweile abgerissen wurde, und jetzt in der Brucknerstraße. Die türkisch-islamische Gemeinde, die in der Brucknerstraße auch eine Koranschule unterhält, war in jüngster Vergangenheit wieder aktiv geworden. Sait Selcuk sprach von einem Grundstück, das man nördlich der Tankstelle "Ran" ins Auge gefasst habe. Dies sei besonders für die älteren Gemeindemitglieder günstig gelegen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Die nahe gelegenen Einkaufszentren machten das Grundstück im Norden attraktiv. Vor gut zwei Wochen sagte Sait Selcuk unserer Zeitung, "wir sind mit dem Besitzer einig, mit der Bank und mit der DITIB."

Vier mögliche Stellen

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Nach Informationen unserer Zeitung glaubt aber Selcuk, die Stadt lege dem Bauvorhaben Moschee ständig Steine in den Weg. Aber das wollen Vertreter der Stadt nicht so stehen lassen. Denn seit Jahren ist bekannt, dass sich die Verwaltung bei der Standortsuche engagiert. Bei der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause hatte Bürgermeister Karl Janson, von vier möglichen Standorten gesprochen: der von den Türken favorisierte Platz nördlich der Tankstelle, im Gewerbegebiet "Bei der Ölmühle", nördlich der Falkenstraße und südlich an der Memminger Straße. Vor allem die beiden letztgenannten würden sich anbieten, weil sie verkehrstechnisch gut erschlossen sind. Manfred Thomas, Chef der Tankstelle "Ran" betrachtet die Bauabsichten einer Moschee in unmittelbarer Nachbarschaft mit einiger Skepsis. Er befürchtet an Gebetstagen, dass der umliegende zur Tankstelle gehörende Parkraum blockiert werden könnte. Bürger, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, erklärten sich mit dem Standort im Norden nicht einverstanden. Denn dass am Ortseingang die Besucher zuerst eine Moschee im Blickfeld haben, sei dem Image der Stadt wenig zuträglich. Andere glauben jedoch, daran könne man erkennen, wie tolerant die Stadtoberen sind. Ob Sait Selcuk als Sprecher der Türkischen-Islamischen Gemeinde in zwei Jahren, wie angekündigt, mit dem Bau der Moschee beginnen kann, ist fraglich. Denn Baupläne gebe es noch nicht, hatte er verlauten lassen. Zuerst müsse der Standort klar werden.

Dass die Moschee, wo immer sie letztendlich entstehen wird, über ein Minarett verfügt, ist für Sait Selcuk klar, weil der schlanke Turm mit dem Halbmond oben an der Spitze ein Zeichen des Glaubens sei. Im Augenblick sieht es jedenfalls so aus, als ob noch ein längerer Weg vor den Türken liegt, ehe sie erstmals in Vöhringen eine neue Moschee betreten können.

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