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Berufsfachschule

07.07.2014

Statt Hauswirtschaft steht Ernährung im Fokus

Zwei- oder dreijährige Ausbildung zu Helfer oder Assistent für Versorgung

Der demografische Wandel in der Gesellschaft hat zur Neuausrichtung des Lehrplans der „Staatlichen Berufsschule für Hauswirtschaft“ – so hieß sie seit ihrer Gründung im Jahre 1978 – geführt. Für die älter werdende Bevölkerung muss gute Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Im Auftrag des Kultusministeriums hat das Staatsinstitut für Schulqualität die Fächerverbindung zielgerecht ausgerichtet. Seit dem Schuljahr 2012/13 firmiert die Schule unter der Bezeichnung „Staatliche Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung“.

Der Übergang von den alten Lehrplänen zu den neuen vollzog sich reibungslos. Inzwischen absolviert der erste Lehrgang bereits die Abschlussprüfung.

Vieles ist geblieben, so die betriebliche Fachpraxis, die nebenbei in Privathaushalten, aber auch in Großbetrieben, zum Beispiel Altenheimen, sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe erworben werden kann. Ausgeweitet, dazu auf Volkskrankheiten wie Diabetes abgestimmt, ist das fachgerechte Zubereiten von Lebensmitteln. Neben Schulleiter Josef Petz und seiner Stellvertreterin Marlene Schwanse haben Lehrkräfte und Schüler sowie viele Gäste das Nebeneinander von Staatlicher Berufsschule und Berufsfachschule als wohltuend empfunden, konnten doch bei den Veranstaltungen der letztgenannten Schule, wie Abschlussfeiern, Messen und Ausstellungen, jeweils kulinarische Genüsse angeboten werden. 50 bis 60 verschiedene Kreationen von Canapés wurden dabei stets von den Fachoberlehrerinnen und Schülerinnen zubereitet. Lecker und einfallsreich aus verschiedenen Brotsorten mit Frischkäse, Fisch, Käse, als Minipizzas oder Hackfleischbällchen gefertigt, stellten sie stets auch einen Augenschmaus dar.

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Textiles Gestalten nimmt im Lehrplan einen breiten Raum ein und ermöglicht, Kreativität zu entfalten. Und zu den projektorientierten Arbeiten gehörte heuer unter anderem die Beteiligung am Weihnachtsmarkt. Gegenwärtig ist „Länderkochen“ angesagt. Dabei werden landestypische Speisen der Teilnehmerländer an der Fußballweltmeisterschaft vorgestellt und durch Bilder und Plakate ergänzt.

In einer kleinen Gesprächsrunde erläuterten die Fachoberlehrerinnen Theresia Brock und Edith Frühholz: Die zweijährige Berufsausbildung führt zur staatlich geprüften Helferin für Ernährung und Versorgung. Mit einem dritten Ausbildungsjahr, das sich an der Berufsfachschule in Memmingen anschließt – in Illertissen reicht die Schülerzahl nicht aus – kann der Titel Assistent für Ernährung und Versorgung erworben werden.

So weit sind die Schülerinnen Nicole Zetzl aus Altenstadt und die Weißenhornerin Elisabeth Riebler noch nicht, doch als Jahrgangsbeste der zehnten Klasse auf dem besten Weg dorthin. Nicole beweist als 24-jährige Mutter zweier Kinder, dass man sich auch im „vorgerückten“ Alter noch weiterbilden kann. Während die Mama die Schulbank drückt – sie will die Mittlere Reife nachholen und später Diätassistentin werden – sind die Kleinen im Kindergarten aufgehoben. Auch Elisabeth hat Großes vor: Ihr Berufsziel ist die Fachlehrerin für Ernährung und Versorgung. Dazu muss sie das dritte Ausbildungsjahr in Memmingen absolvieren und danach das Staatsinstitut für Schulpädagogik in Ansbach. Außerdem ist ein zweijähriger Vorbereitungsdienst erforderlich.

Die Rundum-Ausbildung in Küche und Haushalt ermöglicht übrigens, wie sich aus dem Gespräch ergab, gute Grundlagen für die Berufsfelder Familienpflege und Dorfhelfer, Gesundheits- und Altenpflege. Sie ist auch für Hotel-und Gaststättenfachkräfte, Koch und Köchin wichtige Grundlage.

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