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Geschichte

04.09.2013

Stolpersteine der Erinnerung auf dem Gehweg

Gedenktafeln erinnern an die Opfer des Nazi-Regimes

Vöhringen Dem Vergessen entgegenwirken will der überregional bekannte Künstler Gunter Demnig. Er kommt am Dienstag, 10. September, nach Vöhringen und wird in der Ulmer Straße in Höhe des alten Friedhofes, dort wo einst das Gemeindehaus Ulmer Straße 22 stand, seine Stolpersteine in den Boden des Gehweges einlassen. Das sind Gedenktafeln aus Messing, die an das Leid der deportierten Menschen und deren Tod während des Nazi-Regimes erinnern sollen.

„Mit diesen Gedenktafeln soll an das schwere Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden“, sagt dazu Bürgermeister Karl Janson, der sich für diese Aktion engagiert hat. Diese sogenannten Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. „Mit diesen Gedenktafeln vor den ehemaligen Anwesen der Opfer soll die Erinnerung an die Menschen lebendig gehalten werden, die einst hier wohnten.“ Die Steine tragen die Inschrift „Hier wohnte (es folgt der Name). Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch!“

Gesamte Familie Eckstein deportiert

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Janson nennt auch Beispiele für die Opfer des NS-Regimes. Da war zum Beispiel Familie Eckstein, die 1935 nach Vöhringen kam. Es war eine berühmte Musikerfamilie aus Zeilhard im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Schnell wurde die musikalische Familie in Vöhringen und Umgebung bekannt. Doch in der Folgezeit machte sich trotz guter Kontakte und hoher Akzeptanz bei den Einwohnern eine gewisse Ausgrenzung und Verfolgung durch die damaligen Machthaber bemerkbar.

1939 erfolgte durch die Reichsmusikkammer ein Auftrittsverbot.

1943 wurden 17 Mitglieder der Familie aus Vöhringen deportiert. Damals nahmen an die hundert Vöhringer Bürger am Bahnhof Abschied. Unter ihnen auch Gustl Morè, ehemalige Lokalchef der Südwest Presse. Er beschreibt in seinem Buch „Verfluchte Uniform“ das Schicksal der Familie Eckstein, die aus den Konzentrationslagern nicht mehr zurückkehrte. Sie waren grausam ermordet worden.

In Dachau und Ravensbrück ermordet

Ebenfalls traf es Karl Baur in der Ulmer Straße 15 und Ludiwika Saurwein, die in der Illerzeller Straße 34 wohnte. Karl Baur wurde nur 39 Jahre alt und starb im KZ Dachau, Ludiwika Saurwein starb in Ravensbrück.

Die Aktion Stolpersteine findet am Dienstag, 10. September, 9 Uhr, in der Ulmer Straße (Höhe alter Friedhof) statt.

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