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Oberroth

11.01.2020

Straßenausbau: Oberrother schreiben an Staatsministerin

Bewohner der Straße Sahlenberg in Oberroth haben sich an die bayerische Sozialministerin gewandt, weil sie die Umbaupläne für ihre Straße für alles anders als seniorengerecht halten.
Bild: Claudia Bader (Archivbild)

Plus Oberroth soll von einem Programm des Freistaats profitieren. Anwohner des Sahlenbergs befürchten nun einen „nicht seniorengerechten“ Umbau ihrer Straße.

Für viele Bürger ist es ein Grund zur Freude, dass die Gemeinde Oberroth wie die Nachbarkommunen Osterberg und Kellmünz ausgewählt wurden, ab Februar 2020 am Programm „Marktplatz der Generationen“ teilzunehmen. Schließlich soll dieses vom Bayerischen Staatsministerium angebotene Projekt speziell kleinere Gemeinden bei der Bewältigung des demografischen Wandels unterstützen. Ziel ist es, die Lebensbedingungen so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen und Wünschen älterer Menschen entsprechen und ihnen ein selbstständiges Leben im gewohnten Umfeld ermöglichen.

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Für die Anlieger der Straße Sahlenberg ist die Teilnahme an diesem Projekt allerdings ein Grund zur Besorgnis. Sie haben sich deshalb in einem Brief an Kerstin Schreyer, die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, gewandt. Eine Kopie des Schreibens liegt unserer Redaktion vor. „Die Gemeinde hat beschlossen, dass unsere Straße umgebaut werden soll, da sich der jetzigen Sackgasse vielleicht einmal ein Baugebiet anschließen soll“, schreiben die Anwohner um Andrea Seitz und Günther Wachter. Nachdem der Sahlenberg bisher kaum Gefälle aufweise und die Neigung laut vorläufiger Planung nach dem Umbau rund zwölf Prozent betragen soll, fragen sie sich, inwieweit die Straße dann noch seniorengerecht sein soll.

Oberrother Bürger befürchten "nicht seniorengerechten" Umbau

Bei Verwirklichung des östlich des Sahlenbergs geplanten Neu-baugebiets könnte die neue Zufahrt eventuell 30 Meter nördlich angelegt werden. Nach Meinung der Anwohner ist es deshalb nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde jetzt einen „Schnellschuss durchboxt, nur weil die Kosten für die Straßenerschließung ab April 2021 nicht mehr auf die Anwohner umgelegt werden können“. Die meisten Anlieger wohnten bereits seit 55 Jahren am Sahlenberg und hätten diesen auf eigene Kosten asphaltieren lassen, sodass die Straße ihren Zweck vollkommen erfülle. „Wenn jemand in ein Neubaugebiet zieht, kann er selber entscheiden, ob er mit den vorliegenden Bedingungen im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, schreiben Seitz und Wachter. Ihrer Meinung nach nehme die Gemeinde mit der Umbaumaßnahme am Sahlenberg in Kauf, dass eine nicht seniorengerechte Bauweise die gewohnte Umgebung älterer Bürger extrem einschränke.

Straßenausbau: Oberrother schreiben an Staatsministerin

Bürgermeister Willibold Graf sagt dazu auf Nachfrage unserer Redaktion: „Nachdem wir für das Programm „Marktplatz der Generationen“ berücksichtigt worden sind, werden wir versuchen, für die einzelnen Handlungsfelder interkommunale Lösungen zu finden und umzusetzen.“ Die Beratungsphase, bei der die Gemeinde von einem kompetenten Team fachlich betreut werde, stehe erst noch bevor.

Bürgermeister Graf: Derzeitige Ausfahrtsituation des Sahlenbergs "gefährlich"

Zudem informiert Graf: „Bereits im Jahr 2016 wurde ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss gefasst, der auch den Sahlenberg als priorisierte Straße für eine Erschließung vorgesehen hat.“ Am 4. Dezember 2019 habe sich das Ratsgremium für die Erschließung von Sahlenberg und zwei weiteren Straßen entschieden. Für diese Maßnahme gebe es bisher lediglich Entwürfe, aber noch keine konkreten Planungen. „Sowohl die Polizeiinspektion Illertissen als auch die Abteilung Verkehr im Landratsamt sowie das Straßenbauamt Neu-Ulm stufen die derzeitige Ausfahrtsituation des Sahlenbergs in die Staatsstraße 2020 als nicht optimal beziehungsweise gefährlich ein“, sagt der Oberrother Bürgermeister und fügt hinzu: „Im Rahmen der Erschließung soll auch diese Situation deutlich verbessert werden.“

Kellmünz, Osterberg und Oberroth wollen seniorengerechter werden. Mehr dazu lesen Sie hier: Drei Kommunen wollen seniorengerechter werden

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