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  3. Streit um „Mauer-Bauer“: Anwohner verlangen zu viel
Milchviehhalter Andreas Vill stapelt Grassilage meterhoch auf seinen Feldern vor Illertissen – viele finden das nicht schön. Doch der Unternehmer hat Gründe.
Video: Jens Carsten

Im Illertisser Süden schwelt ein Streit zwischen einem Landwirt und Anwohnern. Die Stadt bemüht sich um einen Ausgleich - aber mehr ist nicht drin.

Im Illertisser Süden prallt seit einiger scheinbar Unvereinbares aufeinander – und das noch recht unversöhnlich: Auf der einen Seite steht der Wunsch nach sauberer Luft und Lebensqualität am Wohnort, auf der anderen das schützenswerte Interesse am Betrieb eines landwirtschaftlichen Hofs. Das birgt reichlich Sprengkraft: Zu sehen ist das momentan an dem gigantischen Wall an Silo-Ballen, den der ansässige Landwirt (angeblich in seiner Not) aufgebaut hat und damit die Illertisser Ortsansicht von Süden her weithin sichtbar „verschönert“. (Lesen Sie dazu: Warum sich die Illertisser an diese Mauer gewöhnen müssen).

Auch wenn es andernorts sicher nicht ganz so krass abläuft, wie beim „Mauer-Bau“: Konflikte zwischen Landwirten und Anwohnern gibt es immer wieder. Die Schuld wird gerne dem jeweils anderen zugeschoben: Übersensible Menschen wollen auf dem Land leben, aber sich nicht aufs Landleben einlassen, sagen die Bauern. Denen im Gegenzug vorgehalten wird, ihre wirtschaftlichen Absichten rücksichtlos durchzusetzen. Die Wahrheit liegt wohl meistens irgendwo dazwischen.

Ballen so weit das Auge reicht: Diese Mauer aus Silage hat ein Landwirt im Illertisser Süden errichtet. Das schürt Ärger. Allerdings könnte sich eine Lösung abzeichnen.
Bild: Jens Carsten (Archiv)

Diese Einsicht alleine hilft den Beteiligten jedoch nicht weiter: Ob ein Ausgleich zur allgemeinen Zufriedenheit gelingen kann, ist bestenfalls fraglich. Für beide Seiten geht es ja gewissermaßen um ihre Existenz: Der Landwirt hat nur einen Hof, der sein ganzes Auskommen ist – und seine Nachbarn haben vielleicht ihr ganzes Geld in ihr Häuschen gesteckt. Es ist verständlich, wenn beide mit dem Mut der Verzweiflung handeln.

Illertissen arbeitet an Lösung im Streit um die Mauer

Umso besser, dass man in Illertissen an einer Lösung arbeitet. Seitens der Stadt gibt es Pläne, den Hof einem Bebauungsplan für ein Wohngebiet zuzuschlagen. Manche Anwohner wünschen sich deutlich mehr, sie fordern den Kauf des Areals, um den Streit zu befrieden. Das ist zu viel verlangt: Steuergelder dürfen nicht verjubelt werden. Dank Bebauungsplan könnte der Bauer sein Land selbst vermarkten und dann umsiedeln. Das ist eine Starthilfe – und eine Perspektive, um die Situation zu bereinigen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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