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Kreis Neu-Ulm

28.06.2015

Streit um die Nacktbader

Der Badesee in Filzingen: Hier wird nicht nur in Bikini- und Badehose gesonnt und geschwommen, sondern auch ohne. Das ist vielen Besuchern ein Dorn im Auge.
Bild: Verena Mörzl

Eine geplante FKK-Verordnung heizte die Stimmung in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Altenstadt an. Weshalb die Hüllen am Badesee in Filzingen weiterhin fallen dürfen.

Nackt in die Sonne liegen oder hüllenlos ein paar Bahnen im Badesee ziehen – in der Marktgemeinde Altenstadt geht das weiterhin grenzenlos. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dass es keinen ausgewiesenen Freikörperkulturplatz am Badesee in Filzingen geben wird.

In einer Sitzung Mitte Mai beriet der Marktrat noch, dass den unbekleideten Sonnenanbetern ein Teil am Ufer an den Filzinger Baggerseen zur Verfügung stehen sollte, der nicht von anderen Badebereichen aus einsehbar ist. So sollten Kinder im Flachwasserbereich nicht auf nackte Haut blicken müssen. Auch aus der Bevölkerung kam diese Forderung.

Oft hätten die freizügigen Badegäste auf der Insel im südlichen Filzinger See die Sonne zu ausgiebig genossen, „präsentierten sich vom Erdhügel“, sagte Bürgermeister Höß in der Sitzung. Erwin Lang (CSU) betonte ebenfalls, dass die Insel auf keinen Fall als Nacktbadebereich in Frage käme. „Das ist unmöglich neben dem Kinderbad“, so Lang.

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Auf den Wiesen liegen Kondome

Eberhard Aspacher (FWG) ist da anderer Meinung. „Dürfen Kinder keine nackten Menschen sehen?“ Immerhin sei man inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen. Und er spricht ein anderes Thema an, das in der Bevölkerung Zündstoff lieferte: Kondome, die auf den Wiesen liegen. Dass die Pariser nur von nackten Menschen kommen, halte er für keine beweisfeste Theorie.

Fraktionssprecher Robert Heller (FWG) bemängelte die ausgewählte Fläche am Westufer, denn die sei höchstens „als Feuchtbiotop zu verkaufen“. Ein Handtuch dort zu platzieren, sieht er als schiwerig an. Roman Kolb (FWG) fragte Bürgermeister Höß, wie er sich vorstelle, in einem Schattenbereich Sonne zu tanken. Das sei am Westufer nicht möglich. Der Bürgermeister stemmte sich gegen die Argumentation. Es gebe sehr wohl Einschnitte und Buchten am westlichen Ufer, an denen die FKK-Anhänger ihr Handtuch auslegen könnten.

„Nackte sind Menschen wie du und ich, nur haben sie nichts an.“

„Nacktbader werden in eine Schiene gestellt, als wären sie Perverse“, kritisiert Jochen Anders (FWG). Es gebe in allen Bevölkerungsgruppen „Idioten“, die sich nicht angemessen verhalten würden. Doch „Nackte sind Menschen wie du und ich, nur haben sie nichts an.“ Albert Merk (FWG) bemängelt, dass in der Sitzung im Mai nicht sorgfältig genug über den FKK-Platz diskutiert wurde, Hubert Berger (CSU) stimmt ihm dabei zu. Bürgermeister Höß wollt das so nicht stehen lassen. „Es wurde sauber in der Sitzung beschrieben“, verteidigt er den Vorgang.

Mit sechs zu zehn Stimmen fiel der Beschluss des Marktrates Altenstadt. Alles bleibt also beim Alten.

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