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Kirchhaslach

24.09.2019

Suche nach neuen Mesnern gestaltet sich schwierig

Die Kirchhaslacher Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt erhebt sich über dem Haseltal. Die Kirchenverwaltung hat dort trotz intensiver Suche noch keinen neuen Mesner gefunden.
Bild: Claudia Bader

Die Kirchenverwaltung Mariä Himmelfahrt sucht dringend jemanden, der das Amt in Kirchhaslach übernimmt. Auch andernorts ist ein solches Problem bekannt.

Ohne sie stünden die Gläubigen vor verschlossenen Türen und während des Gottesdiensts blieben Kelch, Weihwasser- und Hostienschale leer: die Mesner. Josefine Sauter ist als Mesnerin in Kirchhaslach nicht nur die Rechte Hand des Pfarrers Joachim Dosch, sondern auch die gute Seele der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Wenn Pfarrer, Ministranten und Kirchenbesucher kommen, hat sie schon alles vorbereitet – die Kerzen brennen, das Messgewand hängt bereit. Nun möchte die 70-Jährige ihr Amt in jüngere Hände legen. Doch das gestaltet sich schwierig.

Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat haben trotz längerer, intensiver Suche bisher keinen Nachfolger gefunden. Das bedauert Kirchenpflegerin Daniela Helfer. „Es ist auch möglich, dass sich zwei Personen diesen mit rund zehn wöchentlichen Arbeitsstunden ausgeschriebenen Dienst teilen“, kann sie sich vorstellen. Wer das Amt übernehmen und sich so in den „Dienst des Herrn“ stellen möchte, solle sich bei ihr melden.

Früher führte Josefine Sauter das Mesneramt in der Kirchhaslacher Wallfahrtskirche mit ihrem Mann Ulrich aus. Seit dessen plötzlichem Tod vor einigen Jahren ist sie alleine für sämtliche Dienste zuständig, angefangen beim Öffnen der Kirchentüren in der Früh bis zum abendlichen Verschließen des Gotteshauses. Dazwischen übernimmt sie viele Tätigkeiten, die Kirchenbesuchern ganz selbstverständlich erscheinen: Sie pflegt liturgische Geräte, betreut die Ministranten und bereitet Gottesdienste und kirchliche Feiern wie Taufen, Firmungen, Hochzeiten und Beerdigungen vor. Außerdem hilft die Mesnerin dem Pfarrer beim Anlegen der Gewänder, legt Bücher bereit, richtet den Altar her, kümmert sich um Kerzen und die Liedanzeige und stellt Weihrauch, Messwein und Hostien bereit. Neben dem Waschen und Bügeln der Altardecken fallen auch der Blumenschmuck und das Lüften der Kirche in den Zuständigkeitsbereich der Mesnerin.

Suche nach neuen Mesnern gestaltet sich schwierig

Häufig wird das Mesneramt im Duo ausgeführt

Die Mesnersuche bereitete auch anderswo Probleme – etwa in der Pfarrei St. Martin Winterrieden vor rund einem Jahr. Nach langjährigem Dienst und zweimaliger Verlängerung hatte sich dort Elisabeth Ströhm aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung gestellt. Ein Nachfolger war lange Zeit nicht in Sicht. Als Pfarrer Manfred Sieglar schließlich drohte, ohne Mesner keinen Gottesdienst mehr zu halten, schrillten bei Peter Zoller die Alarmglocken. „Das kann doch nicht sein“, dachte der 54-Jährige, der sich seit einigen Jahren im Pfarrgemeinderat engagiert. Rückblickend sagt er: „Ich hatte genügend Zeit, mir zu überlegen, ob ich das Amt übernehme und habe dann ja gesagt.“ Um ihm den Dienst zu erleichtern, wurden die früher von seiner Vorgängerin ausgeführte Reinigung der Kirche und die Pflege des Pfarrergrabs anderweitig vergeben. Auch um das Auf- und Absperren der Kirche an den Wochentagen braucht sich der gelernte Schreinermeister und Zimmermann nicht kümmern. Diese Aufgabe teilen sich nun einige Rentner im Ort.

In Dietershofen wiederum hatte man nach dem plötzlichen Tod von Günther Haas neben einem Kirchenpfleger auch einen neuer Mesner suchen müssen. Die Kirchenverwaltung von St. Ulrich hatte Glück. Sie fand neben dem neuen Kirchenpfleger Alois Riedmaier gleich zwei Frauen, welche die Mesner-Dienste gemeinsam ausüben. Das tun sie nun seit mittlerweile fast einem Jahr. Nachdem Martina Schedler den Mesner bereits zweimal wegen Krankheit vertreten hatte, sprang sie auch bei dessen Beerdigung wie selbstverständlich ein. „Aber allein wollte ich dieses Amt und die damit verbundenen Pflichten nicht übernehmen“, erzählt sie. Als die Kirchenverwaltung mit Christina Konrad eine weitere Frau fand, die ebenfalls in unmittelbarer Nähe der Kirche wohnt, sagte Schedler zu. „Meistens sind wir bei Gottesdiensten zu zweit und teilen uns die Aufgaben. Aber wenn eine von uns einmal nicht da ist, macht es eben die andere allein“, sagt Schedler. Auch um die Reinigung der Kirche kümmern sich die Mesnerinnen, die sich gut verstehen, zusammen.

Frauenpower ist derweil auch in der Pfarrei St. Michael Kettershausen angesagt: Seit April 2019 teilen sich Pfarrgemeinderatsvorsitzende Stephanie Sauerwein und Gabriele Faulhaber die Mesner-Aufgaben. „Wir arbeiten gut zusammen. Wenn eine einmal im Urlaub oder aus anderen Gründen verhindert ist, springt die andere ein“, sagt Sauerwein. Auch in St. Vitus Tafertshofen arbeiten zwei Frauen harmonisch zusammen: Mesnerin Marlene Faulhaber wird von Marlene Zell unterstützt.

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