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Vöhringen

02.03.2020

Tattoo-Convention: Körperkunst wird in Vöhringen zur Schau gestellt

Zum dritten Mal fand in Vöhringen eine „Tattoo-Convention“ statt.
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Zum dritten Mal fand in Vöhringen eine „Tattoo-Convention“ statt.
Bild: Alexander Kaya

Tattoos, Pole Dance, Kreativität – die Tattoo-Messe hat die Besucher nach Vöhringen gelockt. Teilnehmer verraten, welche Geschichten hinter ihren Motiven stecken.

Die Tattoo-Maschine sirrt. Der Tätowierer legt die Vorlage für das Motiv neben das Bein seiner Kundin und setzt die Maschine behutsam über dem Knöchel an. Die 22-jährige Stefanie Berchtold zuckt nicht, als die Nadel unter ihre Haut sticht.

Von zarten Blüten über Schriftzüge bis zu großflächigen Totenköpfen: Die „Tattoo-Convention“ findet bereits zum dritten Mal in Vöhringen statt. Rund 90 Aussteller bieten den Besuchern in den Räumen des Wolfgang-Eychmüller-Hauses abwechslungsreiche Einblicke in ihre Arbeit, spontane Tätowier-Termine und kreative Handwerkskunst. Motive in unterschiedlichen Stilen, in klaren Linien oder weicher Skizzierung, detailreiche Tierköpfe, Comic-Figuren, die Auswahl ist groß. Stefanie Berchtold hat sich für zwei kleine Katzenpfoten entschieden. „Ich liebe meine zwei Katzen einfach“, sagt die 22-Jährige und lacht verlegen.

Immer mehr Menschen in Deutschland tragen nach Angaben des Veranstalters mittlerweile ein Tattoo auf dem Körper.
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Körperkunst in Vöhringen: "Tattoo Convention 2020" in Bildern
Bild: Alexander Kaya

Die Tattoo-Artists, wie Tätowierer genannt werden, haben zum Teil einen langen Anfahrtsweg. Sie kommen aus Bulgarien , Rumänien , Italien und Russland und bringen internationales Flair nach Vöhringen. Es herrscht Trubel in der größten Halle, aus den Lautsprechern dringt Rockmusik. Besucher schieben sich an den Auslagen der Tätowierer vorbei, vergleichen Muster und blättern in Beispielmotiven. An den meisten Ständen sirren Tattoo-Maschinen. Viele Messegäste beobachten, wie sich die gewählten Motive langsam auf der Haut entfalten.

Tattoo-Convention: Körperkunst wird in Vöhringen zur Schau gestellt

Tattoo-Künstler: Es gibt auch völlig absurde Vorschläge

Arafat, der Moderator der Messe und bekannter, langjähriger Körperkünstler mit mehreren Tattoo-Studios, schwirrt durch die Menge. Er fällt auf. In seinem Gesicht ranken sich dunkle Ornamente, verschlungene Linien ersetzen eine Augenbraue. Sein offenes Lächeln bringt die Tattoos in Bewegung. „Mein erstes Tattoo war das hier“, sagt er und schiebt den Ärmel hoch. Auf der Innenseite seines Handgelenks, umgeben von großen Motiven: ein kleiner Engel. Doch das bedeutendste Tattoo ist ein anderes. „Die größte Bedeutung hat die Tätowierung in meinem Gesicht, das ist ein Ta Moko.“ Das sei die traditionelle Körperkunst der Maori aus Neuseeland und beschreibe den sozialen Status innerhalb einer Familie. „Alle waren schockiert, als ich es mir vor 30 Jahren stechen habe lassen. Aber für mich hat es sich gut angefühlt, heimelig.“

Emilio „Lio“ Arduini macht zwei Stände weiter eine Pause. Der gebürtige Italiener ist ein Tattoo-Künstler aus Illertissen. Über seine Fingerknöchel zieht sich schwarzer Stacheldraht, in seinem Nacken prangt eine Pistole. „Die Motive sehen gut aus, aber haben keine Bedeutung“, sagt Arduini. „Aber das Tattoo von meinem neugeborenen Sohn“, erklärt er und deutet an seinen Oberarm, „das ist mir am wichtigsten. So habe ich ihn immer bei mir“.

Der Tattoo-Künstler Emilio „Lio“ Arduini aus Illertissen bei seiner Arbeit.
Bild: Alexander Kaya

Nicht immer jedoch sind die Bedeutung oder die Ästhetik eines Motivs ausschlaggebend für einen Tattoowunsch. Der 30-Jährige erlebt immer wieder, dass Kunden mit völlig absurden Vorschlägen an ihn herantreten. „Heute wollte sich jemand eine Rolex-Uhr von mir tätowieren lassen“, erzählt er. „Das hätte ich nie gemacht!“ Von solchen Tattoo-Ideen rät Arduini ab. Ob der Rolex-Fan sein Tattoo an anderer Stelle trotzdem bekommt? „Mit Sicherheit“, sagt der Tätowierer und schmunzelt.

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