Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Theater in Vöhringen: Wer hat den „Mord am Pool“ begangen?

Vöhringen

20.11.2019

Theater in Vöhringen: Wer hat den „Mord am Pool“ begangen?

Wird Sarah Radford (links) verrückt – oder wird ihr nur übel mitgespielt? Ihre liebenswerte Freundin Kate macht sich Sorgen.
Foto: Ursula Katharina Balken

Die Vöhringer Bühne Podium 70 schafft mit einem Krimi im Evangelischen Gemeindehaus Spannung bis zur letzten Minute.

Erster Akt: Eine attraktive Frau, elegant und selbstbewusst, eilt ans Telefon und spricht – ihre Stimme höflich aber bestimmt. Zweiter Akt: Die gleiche Frau sitzt zusammengesunken auf einer Couch, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, seelisch und körperlich am Ende. Szenen aus dem Krimi „Mord am Pool“ des englischen Erfolgsautor Francis Durbridge, die neueste Inszenierung der Vöhringer Bühne Podium 70 im Evangelischen Gemeindehaus.

Mit einer Regie, die dem Geschehen auf der Bühne markante Konturen gibt, und einem Ensemble, das in den Rollen bestens besetzt ist, gelingt ein spannender Abend.

Perfider Plot, Drohungen und ein plötzlicher Mord

Der Plot: Sarah Radford – nuancenreich gespielt von Christina Hilsenbeck – , eine attraktive Frau der feinen englischen Gesellschaft, steht plötzlich am Abgrund der Schizophrenie, findet aber in Momenten der geistigen Klarheit heraus, welch perfides Netz um sie gesponnen wird: Sie soll ermordet werden.

Ihr Mann Jack Radford (Markus Reiter) versucht sie langsam umzupolen, sie in den Wahnsinn zu treiben. Man lässt sie reale Dinge sehen wie Jacks Geliebte Anna (Romy Walcher), die bei Radfords auf der Couch liegt. Jack behauptet kalt und berechnend, dass sich Sarah das nur einbildet. Ein Grund mehr, ihr Unzurechnungsfähigkeit zu bescheinigen. Jack ist alles recht. Dafür gibt es einen handfesten Grund – Geld.

Sarah und ihrem Bruder Edward (Ulrich Warkus) gehört das väterliche Unternehmen. Zuerst wird Bruder Edward aus dem Weg geräumt. Der Verlust des Bruders verstärkt die depressive Verstimmung bei Sarah dramatisch. Für Kate Warren (Siggi Mozke), Freundin mit gelockter Wallemähne und überdrehtem Temperament, aber mit einem Herzen aus Gold, Anlass sich fürsorglich um Sarah zu kümmern. Selbst der gutgläubige Hausarzt Dr. Young (Horst Bärreiter) sieht allmählich die Veränderung seiner Patientin, die er anfangs nicht wahr haben wollte. Doch dann ist nicht sie tot – sondern Jack. Er wird am Pool erstochen aufgefunden wird.

Stürmischer Beifall am Ende des Stücks

Wer hat ihn umgebracht? Ins Spiel kommen jetzt Cliff Jordan (Sven Hilsenbeck) als gründlich recherchierender Inspektor und Lucy, das Hausmädchen (Martina Bader), die mit gestelzter Sprache ihre Wichtigkeit in dem Fall unterstreicht. Eine interessante aber undurchsichtige Person ist Geoffrey Curtis (Otmar Walcher). Und auch die sachliche Rechtsanwältin Peggy Boston (Ute Leitner) kommt ins Spiel und streift ihr Image als dümmliche Hausfrau ab.

Peter Kelichhaus macht aus dem Stück eine Art Kammerspiel, wenige Darsteller auf der Bühne, ganz ausgerichtet auf die Gespräche der Personen. Erst in der Schlussminute erfahren die Besucher im ausverkauften Haus, wer am Pool gemeuchelt hat. Für die Aufführung gibt es am Schluss stürmischen Beifall.

Weitere Aufführungen finden statt am Freitag, 22. November, 19.30 Uhr, Sonntag, 24. November und Sonntag, 1. Dezember, um 18 Uhr sowie Samstag, 7. Dezember, und Samstag, 14. Dezember um 19.30 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus.

Karten gibt es im Internet unter podium70.de, unter 07306/ 32678 oder in Peter Kelichhaus’ Buchhandlung/Wein-Cabinet, Bahnhofsstraße 6a, in Vöhringen.

Weiter Nachrichten aus der Region lesen Sie hier:

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren