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Region

23.12.2020

Tipps für die Reste-Küche nach Weihnachten: So landet nichts in der Tonne

Es ist noch Braten da: Wer die Reste vom Weihnachtsessen nicht nur aufwärmen will, kann daraus auch ganz neue Gerichte zaubern.
Bild: Patrick Pleul/dpa

Plus Viele Familien werden an den Feiertagen schlemmen. Doch was tun mit den Überbleibseln des Festmahls? Zwei Frauen haben Ideen – damit keine Lebensmittel in der Tonne landen.

Die besten Reste sind die, die erst gar nicht entstehen: Diese Antwort gibt Gertrud Wenz auf die Frage, welche Tipps sie für eine raffinierte Reste-Küche nach den Feiertagen hat. Denn: Die meisten Familien werden üppige Festtafeln decken, mit Braten und brauner Soße, mit Semmelknödeln, Spätzle und – für das Gewissen – Gemüse. Doch oftmals sind die Augen größer als der Appetit. Und dann?

Schon beim Einkauf sollte man über die Mengen nachdenken

Laut Gertrud Wenz lohnt es sich, schon vor dem Einkaufen über die benötigte Menge an Lebensmitteln nachzudenken. „Das ist beim Weihnachtsbraten oder der Weihnachtsgans schwierig, in vielen Fällen aber gut umzusetzen“, sagt die Leiterin des Sachgebiets Ernährung und Haushaltsleistungen am Krumbacher Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF), das auch für den Landkreis Neu-Ulm zuständig ist.

Sie nennt beispielhaft Portionsgrößen zur Orientierung: Bei einer Suppe als Vorspeise empfiehlt sie 150 bis 250 Milliliter pro Person, bei Beilagen wie Nudeln oder Reis (jeweils ungekocht) 50 bis 80 Gramm, bei gekochtem Gemüse 150 bis 200 Gramm. Bei Steak, Braten und Fischfilet reichen je 150 bis 200 Gramm auf dem Teller. „Da in den Weihnachtstagen oft auch noch zwischendurch geschlemmt wird – mit Plätzchen, Kaffee und Kuchen – sind häufig die geringeren Mengenangaben ausreichend“, sagt Wenz.

Die Unterallgäuer Kreisbäuerin empfiehlt regional erzeugtes Fleisch

Die Unterallgäuer Kreisbäuerin Margot Walser aus Pleß plädiert dafür, zu regional erzeugtem Fleisch zu greifen und circa 200 Gramm Rohgewicht pro Portion einzurechnen. „Planen Sie bei guten Essern oder Gästen lieber etwas mehr ein“, lautet ihr Tipp in einer Mitteilung des Bauernverbands. Und wenn trotz vorausschauenden Einkaufs Reste übrig bleiben? Dann laute das Motto „einmal kochen – zweimal essen“, findet die Landfrau. In der Tonne soll also nichts landen.

Das sieht auch Wenz so und empfiehlt im ersten Schritt: „Grundsätzlich sollten alle Reste schnell abgekühlt werden. Je schneller sie kalt werden, desto länger halten sie.“ Wer noch warme Speisen nicht in den Kühlschrank stellen will, könne zunächst eine kühle Speisekammer oder den „großen Kühlschrank“ – Balkon oder Terrasse – nutzen. „Bei Letzterem muss man allerdings darauf achten, dass die Gefäße gut verschlossen sind, um keine tierischen Mitesser anzulocken“, so Wenz.

Aus den Beilagen lassen sich bunte Salate zaubern

Aus übrigen Beilagen wie Reis, Nudeln oder auch altem Brot lässt sich laut der Expertin schnell ein Salat für das Abendessen zubereiten, klassisch mit Gurke und Paprika oder süß-sauer mit Mandarinen und Schinken. „Auch aus dem ausgelösten Fleisch der Weihnachtsgans kann ein feiner Geflügelsalat gezaubert werden“, sagt Wenz. „Den Rinderbraten kann man sich als Salat oder dünn geschnitten als Aufschnitt aufs Brot schmecken lassen.“

Wer lieber etwas warmes im Magen hat, könne aus Beilagen und Gemüseresten einen Auflauf zubereiten: einfach in eine Form schichten, mit einem Gemisch aus Ei, Quark oder saurer Sahne und etwas Milch übergießen, mit Käse bestreuen – und ab damit in den Backofen. Wer auf Fleisch nicht verzichten mag, kann in den Auflauf fein geschnittenen Braten geben. Eine andere Variante wäre eine bunte Reis- oder Nudelpfanne.

Bauernfrühstück oder Tiroler Gröstl bieten sich bei Braten an

Bratenscheiben können laut der Unterallgäuer Kreisbäuerin Margot Walser auch mit Ei und Semmelbrösel paniert und in heißem Fett herausgebraten werden. Ein beliebtes „Montagsessen“ sei das Bauernfrühstück oder Tiroler Gröstl. Hierzu werden gekochte Kartoffeln, Zwiebeln und klein geschnittene Bratenstücke in der Pfanne angebraten, gewürzt und je nach Region mit verquirlten Eiern übergossen oder mit Spiegelei serviert.

Bei vielen kommt zum Festtagsbraten Blaukraut, Bayerisch Kraut oder Sauerkraut auf den Tisch. Kraut könne auch längere Zeit – bis zu drei Monate – aufbewahrt werden, weiß Gertrud Wenz. Und zwar, indem man es noch heiß in Gläser füllt. „Wichtig ist, die Reste vor dem Abfüllen noch mal zu erhitzen, die Gläser gut voll zu machen, etwas zu stopfen, und auch den Sud mit ins Glas zu geben.“

Falls nach Weihnachten zu viel Dessert übrig bleibt

Bei Desserts ist zu unterscheiden: Enthalten sie Ei wie etwa Bayerisch Creme sollten sie möglichst immer kalt stehen und sind nur begrenzt haltbar. Deswegen lohnt es sich, Portionsschälchen vorzubereiten und eine Schüssel zum Nachschöpfen im Kühlschrank parat zu haben.

Aufpassen müsse man auch bei dem Mix aus Milchprodukten und Kiwi, Ananas oder Papaya – diese Früchte lassen das Milchprodukt bei längerem Stehen bitter werden. Ist noch viel reifes Obst übrig, kann daraus ein Obstsalat oder Smoothie entstehen. Länger haltbar und für empfindliche Mägen bekömmlicher ist gekochtes Obst – entweder als stückiges Kompott oder püriertes Mus, passend gewürzt mit Orange oder Zimt. (mit az)

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