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Vöhringen

06.04.2021

Tödlicher Unfall in Vöhringen: Welche Regeln gelten für Rollerfahrer am Zebrastreifen?

Ein siebenjähriger Junge ist in Vöhringen von einem Auto angefahren und tödlich verletzt worden.
Foto: Wilhelm Schmid

Plus Ein Siebenjähriger will mit seinem Tretroller auf einem Zebrastreifen in Vöhringen über die Straße und wird von einem Auto erfasst. Wie ist hier die Rechtslage?

Immer wieder passieren auf deutschen Straßen Unfälle, an denen Rollerfahrer beteiligt sind. Seit es in größeren Städten vermehrt Elektroroller zum Leihen gibt, rücken diese E-Scooter immer wieder als Gefahrenquelle in den Fokus. Mehr als 2000 Verletzte zählte die Polizei in Deutschland in ihrer Unfallstatistik von 2020. Fünf Menschen kamen ums Leben. In Vöhringen starb nun ein Siebenjähriger, der auf seinem Tretroller einen Zebrastreifen überqueren wollte. Eine Autofahrerin hatte den Bub in der Dämmerung wohl übersehen. Wie ist die Rechtslage?

Nach einem solch tragischen Vorfall fragen sich viele, ob und wie so etwas künftig vermieden werden kann. Braucht es neue Verkehrsregeln? Gerade in Bezug auf Zebrastreifen gibt es viele falsche Annahmen, die sich hartnäckig halten. Zur Verwirrung trägt bei, dass nicht für alle Verkehrsteilnehmer dieselben Regeln gelten.

Radfahrer haben nur Vorrang, wenn sie absteigen

Richtig ist, dass Fußgänger am Zebrastreifen immer Vorrang haben. Will ein Fußgänger über die Straße, müssen Autofahrer anhalten. Bei Radfahrern sieht das anders aus. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) erklärt dazu: "Wenn Radfahrende Vorrang haben wollen, müssen sie absteigen und ihr Rad schieben. Sie dürfen über den Zebrastreifen aber auch fahren, müssen dann jedoch querende Fahrzeuge durchfahren lassen."

Wer mit einem Tretroller oder auf Inlineskates unterwegs ist, gilt rechtlich aber als Fußgänger. Das heißt zunächst, dass man mit solchen Geräten nicht auf der Fahrbahn fahren darf, sondern, wenn vorhanden, Gehwege nutzen muss. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder - anders als beim Fahrrad, mit dem Kinder bis einschließlich sieben Jahren auf den Gehweg müssen und bis einschließlich zehn auf dem Gehweg fahren dürfen.

E-Scooter dürfen nicht auf den Zebrastreifen

An Zebrastreifen müssen Autofahrer warten und Skater oder Rollerfahrer passieren lassen. Es sei denn, bei dem Roller handelt es sich um ein Modell mit E-Motor. Diese wiederum gelten als Elektrokleinstfahrzeuge, mit denen man Radwege nutzen muss. Sollte es keine geben, gehören E-Roller auf die Straße, nicht auf Gehwege und haben auch am Zebrastreifen keinen Vorrang. Doch für Autofahrer gilt wie im Straßenverkehr: Rücksicht gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern ist immer angebracht. Auf sein Vorfahrtsrecht zu pochen, kann schnell gefährlich werden.

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06.04.2021

Die Rechtslage klar darzustellen ist vielleicht in Ordnung, es mit diesen Bildern noch zu unterlegen muss aber wirklich nicht sein. Für alle Beteiligten ist das nochmals die Hölle, die sie vor Ort schon durchlebt haben. Das ist Bildzeitungsniveau und habt ihr nicht nötig.

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