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01.07.2010

"Toleranz raucht im Freien"

Landkreis Wenn es nach dem Gefühl von Gabriala Schimmer-Göresz ginge, dann wäre der Volksentscheid schon in ihrem Sinne gelaufen. Die Osterbergerin ist ÖDP-Kreisvorsitzende sowie Sprecherin des lokalen Unterstützerkreises für das Volksbegehren "Bayern sagt Ja zum Nichtraucherschutz" und freut sich, dass "wir mittlerweile so viele Bündnispartner aus Gesundheitsberufen, aus Sportverbänden und Kinder- und Jugendverbänden haben". Auch die SPD helfe beim Plakatieren. Dennoch treibt sie die Sorge um, dass viele zu Hause bleiben könnten, die einer Verschärfung des Rauchverbots eine gewisse Sympathie entgegenbringen. Deshalb appelliert sie: "Da muss man hingehen, denn das Volk macht ein Gesetz. Die Gelegenheit hat es nicht so oft."

Gabriela Schimmer-Göresz betont bei ihrer Argumentation ganz besonders den Schutz von Kindern und Jugendlichen, der mit einer Gesetzesverschärfung erreicht werden solle. Nach der bisherigen Regelung darf beispielsweise noch in Festzelten geraucht werden. Das wollen die Befürworter des Volksbegehrens abschaffen, denn das sei gerade bei den vielen Festen auf dem Land ein Problem. Dort besuchten eben viele junge Menschen die Zelte: "Deshalb wollen wir den Rauch raus bringen. Jugendgruppen sind ihm da permanent ausgesetzt."

Schwierig sei es auch für viele, wenn sich ihre Clique in einer Raucherkneipe treffe. Dann müssten sie notgedrungen ebenfalls dort hin und sich dem Qualm aussetzen, wenn sie mit ihren Freunden zusammen sein wollten. Deshalb sieht sie in der Verschärfung einen Beitrag zum Kinder- und Jugendschutz.

Geschützt werden muss nach Ansicht von Gabriela Schimmer-Göresz auch das Personal in den Gaststätten, das ein hohes Risiko trage, von Allergien und Atemwegserkrankungen betroffen zu sein. "Wir wollen bessere Arbeitsbedingungen für Bedienungen, Wirte und ihre Familien erreichen."

"Toleranz raucht im Freien"

Den Argumenten der Rauchverbotsgegner, wonach ein scharfes Gesetz zu einem Gaststättensterben führe, kann sie sich nicht anschließen. Das sei durch die Erfahrungen in anderen Ländern wie Irland, Italien oder die USA längst widerlegt. Außerdem könne man doch auch mal zwei Stunden in einer Gaststätte sein, ohne zur Zigarette zu greifen. In Flugzeugen und Bahnen herrsche ja auch ein Rauchverbot. Das sei doch auszuhalten. Wer bei einer Reise so viele Stunden auf die Zigarette verzichte, der könne das doch auch bei einem Kneipenbummel. Und wenn es denn sein muss, dann bleibt ihrer Ansicht nach immer noch der Gang vor die Tür: "Toleranz raucht im Freien."

Die ÖDP-Kreisvorsitzende sieht in einer Verschärfung mitnichten einen weiteren Schritt in Richtung Verbotsstaat, so wie die Gegner das vermuten, sondern vielmehr sei es "die originäre Aufgabe des Staates, seine Bürger zu schützen." Das Nichtraucherschutzgesetz sei der "Sicherheitsgurt für den Gesundheitsschutz" in der Gastronomie: "Hier einen Angriff auf die Freiheit zu sehen - und das im Zusammenhang mit Abhängigkeit und Sucht, das halte ich für problematisch."

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