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Fasnacht

07.01.2019

Torfstecher machen sich in neuer Heimat breit

Freude übers neue Heim (v. links): Zunftmeisterin Dorothea Modick, ein Wasamolle und Karl Janson.
Bild: U. Balken

Die Illerberger Wasamolle haben das alte Feuerwehrhaus umgebaut. Nun haben sie es offiziell als ihr neues Vereinsheim bezogen.

Die Wasamolle sind Senkrechtstarter in der närrischen Szene im Illertal. Sie wurden vor 20 Jahren gegründet und haben im Handumdrehen einen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Ihre Auftritte sind vielerorts begehrt und für gewöhnlich sogar im Nachbarländle zu sehen. Die Wasamolle besitzen urige Gewänder und sind auch sonst gut ausgestattet. Was ihnen bislang fehlte, war ein Vereinsheim. Aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln haben sie sich nun ein Zuhause geschaffen, das von Zunftmeisterin Dorothea Modick und Bürgermeister Karl Janson sowie zahlreichen Gästen am Wochenende offiziell in Betrieb genommen wurde.

Neues Vereinsheim mit Gaststube und bald auch Zünfte-Schau

Nachdem die Feuerwehr ein neues Gerätehaus zwischen Weißenhorner Straße und Autobahn bezogen hatte, stand das alte Gebäude leer. Die Wasamolle witterten ihre Chance und bekamen von der Stadt den Zuschlag, das Haus zu mieten. Zwei Räume standen zur Verfügung, aus dem Keller wurde eine Gaststube mit Tresen, Tischen, Stühlen und einem rustikalen Holzofen. Im oberen Raum soll einmal eine Zünfte-Schau entstehen, in der die verschiedenen regionalen Fasnachtsvereine mit ihren Symbolen vertreten sein werden. Wie Zunftmeisterin Dorothea Modick sagt, soll es eine dauerhafte Ausstellung sein.

Ein Jahr haben die Mitglieder der Brauchtumgruppe für ihr neues Heim geschuftet, einen neuen Boden verlegt, Wände gestrichen, sanitäre Anlagen eingerichtet, eine Theke mit Regalen und Schränken gebaut, einen hübschen Holzofen aufgestellt und eine Küche gibt’s auch. Das Innere wurde total umgekrempelt. 2266 Arbeitsstunden stecken in dem Bau. Und das Beste – die Wasamolle hatten eifrig gespart und aus eigenen Mitteln rund 25 000 Euro investiert. So viel Engagement begeisterte Bürgermeister Karl Janson, selber Hästräger bei den Wasamolle und Ehrenmiglied.

Warum heißen die Wasamolle Wasamolle?

Dass die Wasamolle sich nicht nur auf ein reges Vereinsleben beschränken, sondern auch das Brauchtum pflegen, lobte Janson. Denn bei der Gründung der Gruppe besann man sich auf die Geschichte von Illerberg und Thal. Janson erinnerte daran, wie früher die Illerberger und Thaler Männer zum Torfstechen gingen. Der getrocknete Torf, auch Wasa genannt, wurde dann mit Ochsen, den Molle, in die Dörfer gefahren, wo er als Brennmaterial verkauft wurde. Aber Torf wurde auch als Einstreu für das Vieh im Stall gebraucht oder auch als Dämmmaterial für den Häuserbau eingesetzt. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit: Mit dem aus Torf gewonnenen Mull wurden Babybetten ausgelegt, er bindet Feuchtigkeit und Geruch.

Das Häs der Wasamolle erinnert an die Torfstecher von damals. Dazu gehören grimmig dreinblickende Masken, weil die Arbeit schwer war, aus groben Stoffen gefertigte Mäntel, das braune Beinkleid mit weißen Streifen umwickelt, damit nicht lästiges Ungeziefer die Beine der Torfstecher hochkrabbelr und sie piesacken konnte und ein verbeulter Schlapphut – gegen Wind und Wetter.

Die Eröffnung des neuen Vereinsheims wurde tüchtig gefeiert. Zunftmeisterin Modick bedankte sich bei den vielen Helfern. Als nächstes wird der obere Raum umgestaltet. Aber da muss vorher erst wieder was ins Kässle kommen. Dafür wird nun eisern gespart.

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