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Brauchtum

06.07.2017

Traurige Geschichte eines Baumes

So sah er zuletzt aus, der Kirchhaslacher Maibaum.
Bild: Claudia Bader

Warum der Kirchhaslacher Maibaum heuer leiden musste

Ein „Schandmaiele“ und ein von Unbekannten angesägter Ersatzmaibaum, der glücklicherweise keinen Schaden verursacht hat, sind die traurige Bilanz des Kirchhaslacher Maibaumbrauchtums. Die langjährige Tradition des Maibaumaufstellens hat der Feuerwehr Kirchhaslach heuer kein Glück gebracht. Dafür hat die Geschichte des Maibaums dieses Jahr viele Bürger in Schrecken versetzt. Bis heute konnten der oder die Täter, die den Baum in der Nacht von Freitag, 2. Juni, auf Samstag, 3. Juni, angesägt haben, von der Polizei nicht ermittelt werden.

Die erste Aufregung in Kirchhaslach hatte es bereits einige Wochen zuvor gegeben, als der traditionell von den örtlichen Wehrmännern geschlagene und auf dem Gelände des Oldtimervereins versteckte Maibaum, von Mitgliedern der „Bude Babenhausen“ wenige Tage vor der Freinacht geklaut und laut Angabe der Feuerwehr dabei ein Zaun beschädigt worden war (wir berichteten). Als sich Besitzer und Diebe des Baums nicht über eine „Auslöse“ einig geworden waren, hatten die Kirchhaslacher kurzerhand einen neuen Maibaum besorgt. Dies hatte die Babenhauser Jugendlichen so sehr erbost, dass sie den geklauten Baum mit wilden Reisigbüscheln und Gummireifen dekoriert auf der Flur zwischen Kirchhaslach und Babenhausen als „Schandmaiele“ aufstellten. Nachdem schließlich endlich wieder Ruhe eingekehrt war, erschütterte eine laut Polizei „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ nicht nur die Bürger des Greuths: In einer nächtlichen Aktion wurde der am Maibaumplatz östlich der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in den Himmel ragende Ersatzmaibaum mit einer etwa zwölf Zentimeter tiefen Schnittkerbe angesägt. Glücklicherweise entdeckte eine Friedhofsbesucherin die drohende Gefahr gleich in der Früh. Feuerwehrkommandant Rudi Baur mag nicht daran denken, was passiert wäre, wenn nur ein Windstoß den 40 Meter langen und entsprechend schweren Baum zu Fall gebracht hätte: „Das ist nicht fahrlässig, sondern kriminell“, sagte er. Mithilfe der Drehleiter der Feuerwehr Babenhausen sowie eines Krans, wurde der vom Umstürzen bedrohte Maibaum sofort abgebaut.

Bis heute verliefen die Ermittlungen sowie die Suche der Polizei nach den Tätern erfolglos. Laut Bürgermeister Franz Grauer wird der Baumstumpf mit der tiefen Schnittkerbe in den nächsten Tagen abgebaut. Dass diese Untat etwas mit dem Maibaumklau zu tun hat, kann er sich ebenso wenig wie die Feuerwehrmitglieder vorstellen.

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