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Illertissen

22.03.2018

Trommelmusik gegen Rassismus

Mitreißender Trommelzauber mit Assaad Touki im „Köhler’s“ in Illertissen. Einige Gäste waren zu der Aktion gegen Rassismus gekommen.
Bild: Zita Schmid

Orientalische Klänge im „Köhler’s“ in Illertissen bei einer Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit.

IEin Abend voller Musik – das war am Mittwoch im „Köhler’s“ in Illertissen angesagt. Der Abend war als Zeichen gegen den Rassismus von der Neu-Ulmer Diakonie veranstaltet worden. Der aus Palästina stammende Assaad Touki überzeugte als erfahrener Trommler. Der Syrer Alali Iwan zupfte das kurdische Saiteninstrument Tembur und Rahim Layeghi sang ein Lied aus seiner Heimat Afghanistan. Die Reihe der Auftritte, dargeboten mit ansteckendem Rhythmus und sichtlicher Liebe zur Improvisation, ließe sich beliebig fortsetzen. „Music and Words against Racism“ – Musik und Worte gegen Rassismus, so hatte der Veranstalter den Abend angekündigt.

„Rassismus basiert auf einer Idee“, sagte Daniel Sperl, Flüchtlings- und Integrationsberater der Diakonie zu Beginn des Abends. Nämlich auf dem Gedanken, besser zu sein als andere. „Doch wer nimmt sich das Recht, zu sagen, er sei wertvoller als andere“, war seine rhetorische Frage. Zudem verachte ein Rassist, der andere gering schätze, vor allem auch seine eigene Person. „Denn er verweigert sich selber Kommunikation und Freundschaft“, so Sperl. Zu der Veranstaltung waren offensichtlich keine Migrationsgegner gekommen. Zumindest meldete sich niemand zu Wort. Dafür füllten Helfer sowie Freunde von Flüchtlingen aus der ganzen Region das Lokal. Jeder, dem es ein Anliegen war, seine Musik, seine Geschichte oder auch Visionen mitzuteilen, fand Gelegenheit dazu.

Der Iraner Milad Darwish etwa hatte ein persisches Kinderlied ins Deutsche übersetzt. „Wir wollen lachen“, nannte er es. Dabei hatte der Iraner, der nach eigenen Angaben drei Jahre in seiner Heimat inhaftiert war, damals keinen Grund zur Freude. Doch man dürfe sich niemals von den Schrecken des Bösen überwältigen lassen. Auf einem Plakat konnten „Ideas for a better world“ – Ideen für eine bessere Welt – aufgeschrieben werden. Worte wie „Frieden“ wurden im Laufe des Abends darauf notiert. Und eine Besucherin sagte, Ausländerfeindlichkeit gründe oft auf der Angst vor Unbekanntem. Dagegen helfe nur gegenseitiges Kennenlernen.

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