Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Trotz Corona: Blutspenden ist in Altenstadt Ehrensache

Altenstadt

11.05.2020

Trotz Corona: Blutspenden ist in Altenstadt Ehrensache

Sandra Brugger, Peter Müller und Andreas Brugger bei der Blutspende in Altenstadt. Während bei Sandra Brugger das Blut schon läuft, warten die beiden Männer noch darauf, dass sie angeschlossen werden.
Bild: Zita Schmid

Plus Dass die Blutspende-Aktion wegen der Corona-Krise anders ausfällt als sonst, hält knapp 100 Teilnehmer nicht vom Mitmachen ab. Das sind ihre Beweggründe.

Corona hat unser Leben verändert. Auch der Ablauf bei der Blutspende musste den aktuellen Umständen durch umfangreiche Schutzmaßnahmen merklich angepasst werden. Beim jüngsten Blutspendetermin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in der Schule in Altenstadt reicht aufgrund der Abstandsregelung die Reihe der Wartenden vor dem Haus zeitweise bis zu den Parkplätzen. Eine gute Gelegenheit, um mit den potenziellen Spendern ins Gespräch zu kommen. Wieso sind sie heute hier?

Ins Gebäude hinein kommen die Spendenwilligen aufgrund der Corona-Vorkehrungen erstmals nur nach einer Eingangskontrolle mit Fiebermessung. Die Temperaturgrenze liegt hier bei 37,5 Grad, erklärt Cornelia Zanker, Leiterin der BRK-Bereitschaft Altenstadt. Um die Abstandsregeln beim weiteren Ablauf einhalten zu können, wurden die Räumlichkeiten der Schule beginnend bei der Turnhalle bis zur Aula so abgetrennt und quasi als Einbahnstraße gekennzeichnet, dass Kontakte vermieden werden, erklärt Zanker weiter.

Blutspenden zu Corona-Zeiten: Mal schauen, wie das ist

Johanna Hörmann ist eine der Wartenden vor dem Eingang zur Turnhalle. Sie sei eine regelmäßige Blutspenderin, sagt die Untereicherin. Deshalb sei sie auch heute gekommen. Dabei gibt sie offen zu, dass sie bezüglich der Corona-Maßnahmen aber durchaus, „auch mal schauen will, wie diese aussehen“.

Trotz Corona: Blutspenden ist in Altenstadt  Ehrensache

Peter Müller aus Kirchdorf steht in der Reihe vor ihr. Wie die anderen trägt er eine Nase-Mund-Maske. Für ihn sei die Corona-Krise „noch mehr motivierend“ zum Blutspenden zu gehen. „Denn Unfälle passieren trotz Corona weiterhin, und auch Operationen finden statt“, meint er. Blut werde also weiterhin notwendig gebraucht. Er selbst habe bereits 75-mal Blut gespendet und werde auch in Zukunft damit nicht aufhören.

Nach einer Weile Wartezeit passieren Müller und Hörmann die Eingangskontrolle. Erst nach dem Händewaschen und -desinfizieren, das von Mitgliedern der Altenstadter BRK-Bereitschaft beaufsichtigt und vorgenommen wird, geht es weiter zur Anmeldung.

Ihre Motivation: "Uns schadet die Blutspende nicht, anderen hilft sie"

Sandra Brugger und ihr Sohn Andreas aus Untereichen haben den bei der Registrierung erhaltenen Fragebogen schon ausgefüllt. Nun heißt es auch für sie wieder warten, bis beim Pieks in den Finger der Hämoglobinwert bestimmt wird und der anschließende Gang zum Arzt frei ist. Corona spiele für sie in Sachen Blutspende eine untergeordnete Rolle, sagt Sandra Brugger. Wie bei ihren vorherigen zehn Spenden wolle sie vielmehr helfen. „Uns schadet das Blutspenden nicht, und anderen hilft es“, sagt sie. „Der Gedanke zu helfen“ habe auch ihn hierhergebracht, sagt Sohn Andreas, der bei der Freiwilligen Feuerwehr und Wasserwacht dieser Intention anderweitig ebenfalls nachgeht.

Angst, sich beim Blut spenden mit Corona anzustecken, haben alle vier Befragten nicht. Denn auch wenn die umfangreichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen samt der Maskenpflicht und den beim eigentlichen Blutspenden weit auseinandergestellten Liegen für manchen vielleicht zunächst befremdlich erscheinen, so wirken sie doch wohl auch in puncto Sicherheitsgefühl.

Derzeit werden Blutspenden nicht auf Coronaviren getestet. Eine Testung auf SARS-CoV-2 sei aufgrund der aktuell geringen Verfügbarkeit von Test-Kits nicht möglich, steht auf der Webseite des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes. Weiter wird darauf hingewiesen, dass Testungen auf Antikörper als Hinweis auf eine abgelaufene Infektion aktuell noch schlechte Spezifitäten aufweisen würden, sodass dieser auch falsch positiv sein kann und in Folge fälschlicherweise auf eine Immunität geschlossen wird. Weiter entwickelte Screening-Tests sollen aber bald Gesundheitsämtern und Kliniken zur Verfügung stehen. Für die Übertragbarkeit des Coronavirus durch Blut und Blutprodukte gibt es keine Hinweise.

Für die Teilnehmer in Altenstadt gibt es abschließend dann noch die Semmeln und Getränke, erstmals zum Mitnehmen. Denn dieses Essen "To go" ersetzt die sonst übliche gemeinsame Brotzeit, die vor Ort eingenommen wird. Bekommen haben die Wegzehrung 98 Blutspender, die nach Altenstadt kamen. Acht von ihnen waren Erstspender.

Blutspende: Nächste Gelegenheit ist in Illertissen

Nächste Gelegenheit zur Blutspende ist am Mittwoch, 13. Mai, in Illertissen. Sie findet in der Zeit von 17 bis 20.30 Uhr in der Vöhlinhalle, Dietenheimer Str. 60, statt. Weitere Infos sind unter der kostenlosen Hotline des Blutspendedienstes 0800/1194911 zwischen 8 und 17 Uhr oder hier im Internet abrufbar.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren