1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Trotz schlimmer Schlappe: Pressl will weiter kämpfen

27.04.2010

Trotz schlimmer Schlappe: Pressl will weiter kämpfen

Auch nach seiner verheerenden Schlappe bei der Wahl am vergangenen Sonntag will der Kirchberger Bürgermeister Herbert Pressl nicht beigeben: "Ich trete nochmals an", sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. Er will nichts unversucht lassen, um die Wähler in den noch verbleibenden zwei Wochen umzustimmen und auf seine Seite zu ziehen.

Über die Ursachen für sein miserables Abschneiden kann Pressl nur spekulieren: Offenbar habe beim Wähler weniger die fachliche Seite und die Leistungsbilanz im Vordergrund gestanden, sondern das Alter der Kandidaten. Wie berichtet, hat der 38-jährige Diplom-Betriebswirt Jochen Stuber mit 43,8 Prozent die meisten Stimmen eingefahren und den 57 Jahre alten Herbert Pressl aus dem Vöhringer Stadtteil Illerberg (20,25 Prozent) deutlich überflügelt. Stuber stammt aus Kirchberg, ist aber ansonsten ein politischer Nobody, während Herbert Pressl seit acht Jahren Bürgermeister der Illertalgemeinde ist und als Bezirks- und Kreisrat auf bayerischer Seite langjährige Erfahrung in der Politik hat. Stuber sei "jung und unbedarft", habe noch keine "Kratzspuren von der politischen Arbeit" und sei wohl mehr wegen seines jüngeren Alters und seiner Herkunft beim Wähler besser angekommen.

Ferner sei er Mitglied vieler Vereine, was der Wähler höher eingeschätzt habe als Pressls Arbeit in den vergangenen acht Jahren. An den politischen Aussagen könne Stubers Erfolg nicht liegen: Der Slogan "Aus Kirchberg - für Kirchberg - in Kirchberg" sei wenig konkret.

Pressl aber wäre nicht Pressl, wenn er nach dem desaströsen Abschneiden am Sonntag die Flinte gleich ins Korn werfen würde. Der im Landkreis Neu-Ulm als Kämpfernatur und Wadlbeißer bekannte Politiker tritt nach dem Motto "Jetzt erst recht" auch bei der Wahlwiederholung am 9. Mai erneut an.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dies ist - im Gegensatz zum bayerischen Wahlrecht - im benachbarten Baden-Württemberg möglich. Dort können alle bisherigen Bewerber erneut kandidieren, es dürfen sich sogar weitere Bewerber melden. Bei der Wiederholung ist gewählt, wer die meisten Stimmen bekommt. Möglicherweise bewerben sich alle vier bisherigen Bewerber erneut. Bis gestern hatte keiner zurückgezogen.

Pressl will in den verbleibenden zwei Wochen das Ruder zu seinen Gunsten herumreißen und seine politische Erfahrung sowie seine Leistungen in Kirchberg besser als bisher verdeutlichen. Eine Podiumsdiskussion, wie sie von Pressl gewünscht war und in der er sich gerne im direkten Vergleich zu seinen Herausforderern präsentiert hat, gab es nicht und wird es wohl auch nicht geben, weil seine Mitbewerber dies abgelehnt haben.

Sollte er in den nächsten zwei Wochen die Wende in den Köpfen der Wähler nicht schaffen und erneut unterliegen, hat Pressl nach eigenen Worten zwei Möglichkeiten. Entweder er geht in Pension oder er nimmt die Option wahr, die ihm eine Rückkehr zu seiner letzten Tätigkeit als geschäftsleitendem Beamten der Verwaltungsgemeinschaft in Babenhausen ermöglicht.

Wenn Pressl in Pension geht, muss er nicht am Hungertuch nagen. Er bringt es immerhin auf eine versorgungsfähige Dienstzeit von 40 Jahren.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren