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Landkreis

24.04.2015

Turnhallen sollen zu Unterkünften für Flüchtlinge werden

Aus Platzmangel sollen Flüchtlinge im Landkreis Neu-Ulm auch in Turnhallen untergebracht werden.
Bild: Symbolbild: Alexander Kaya

Landrat Freudenberger geht davon aus, dass aus Mangel an geeigneten Häusern ein Notfallplan in Kraft gesetzt werden muss.

Nach wie vor sei der Landkreis auf der Suche nach geeigneten Räumen, in denen Neuankömmlinge vorübergehend beherbergt werden können. Die Suche gestalte sich allerdings mehr und mehr schwierig, sodass Fakt sei: „Wir haben keinen Platz mehr.“ Aus diesem Grund geht Freudenberger davon aus, dass ein sogenannter Notfallplan in Kraft treten wird, der vorsieht, Flüchtlinge eine Zeit lang in Turnhallen unterzubringen.

Diesen Notfallplan gibt es seit Ende vergangenen Jahres. Im November erklärte der Landrat, dass vorgesehen sei, die Turnhallen der Berufsschulen in Illertissen und Neu-Ulm in einem Zeitraum bis zu fünf Wochen mit „200 bis 300 Personen“ zu belegen.

Ob es tatsächlich so weit kommen wird, stehe noch nicht fest. Der Landrat sagte aber, dass es in Sachen Notfallplan in der kommenden Woche Gespräche mit der Regierung von Schwaben geben werde.

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In diesem Zusammenhang machte Thorsten Freudenberger auch seinem Unmut über die jüngsten Vorfälle in Vöhringen Luft. Wie berichtet, sollen dort in einem Haus an der Römerstraße Asylbewerber eine vorläufige Bleibe finden. Dagegen laufen etliche Anwohner Sturm. Auf den Zug dieser Protestierer sprang offenbar auch der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Pro Vöhringen“, Stefan Heiß, auf, der massive Vorwürfe unter anderem gegen das Landratsamt erhob.

Ohne Namen zu nennen, sprach Freudenberger gestern von „Desinformation“. Mit kaum unterdrücktem Zorn äußerte er den Verdacht, dass hinter der Floskel „berechtigte Sorge“ nicht selten „latente Fremdenfeindlichkeit“ stehe. Die Forderung der Vöhringer Protestierer, nicht alleinstehende Männer sondern nur asylsuchende Familien unterzubringen, konterte er mit der Aussage: „Wir können uns die Menschen nicht aussuchen, die zu uns kommen.“

Abschließend wetterte er, dass schönen Worten oft keine schönen Taten folgen. Damit meinte er mutmaßlich auch die Verantwortlichen in einigen Kommunen, deren Eifer, Asylbewerber aufzunehmen nicht gerade überbordet. Freudenberger: „Wenn man nur reden muss, kann man ungemein menschlich sein.“

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