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Oberroth

10.06.2018

Über sein Hobby schrieb er ein Buch

Auf seine Regimentszeichen sowie das selbst herausgegebene Buch ist Robert Geschwentner sichtlich stolz. Er sammelt die Embleme schon seit etlichen Jahren.
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Auf seine Regimentszeichen sowie das selbst herausgegebene Buch ist Robert Geschwentner sichtlich stolz. Er sammelt die Embleme schon seit etlichen Jahren.
Bild: Claudia Bader

Robert Geschwentner sammelt aus Leidenschaft gerne sogenannte Regimentsabzeichen.Was ihn daran reizt und wie viele er in rund 50 Jahren zusammengetragen hat.

Sie bestehen aus Pappe, die auf der Vorderseite mit lackiertem Papier überzogen sowie senkrecht mit einem gewobenen Seidenband bespannt sind. Zwischen schwarz-weiß-rot gehaltenen Randstreifen bilden eine messingfarbene Königs- oder Kaiserkrone sowie darunter gekreuzte Gewehre mit Raupenhelm oder Pickelhaube einen Blickfang. Mittelpunkt des Regimentsabzeichens ist aber eine emaillierte Querspange. Die darauf geprägten Buchstaben und Zahlen verraten, in welcher militärischen Einheit der einstige Träger dieses Emblems gedient hat, verrät Robert Geschwentner.

Der Oberrother kennt sich aus mit solchen Regimentsabzeichen. Weit mehr als 300 davon hat er im Laufe von rund 50 Jahren zusammengetragen. Er ist sichtlich stolz auf seine Sammelstücke, die er nach den einstigen Wehr-Einheiten, zum Beispiel bayerisches Chevauleger Regiment, Feld-Artillerie-Regiment, Telegraphen- und Jäger- und Train-Bataillon und vielen mehr, sortiert hat.

Oberrother ist sichtlich stolz auf seine Sammlung

„Da diese Embleme keine verliehenen Auszeichnungen sind, existieren dafür auch keine Besitzzeugnisse oder Urkunden“, weiß Geschwentner. Entstanden sind diese Regimentsabzeichen wahrscheinlich zwischen den Jahren 1890 und 1900. Da nach dem deutsch-französischen Krieg und der Gründung des deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 das Militär bei den Bürgern einen hohen Stellenwert einnahm, wurden sehr viele Krieger- und Soldatenvereine gegründet, hat der Oberrother recherchiert. Nach dem Ausscheiden aus dem Militär haben sich viele ehemalige Soldaten ein Regimentsabzeichen gekauft, als Erinnerung an die Einheit, in der sie gedient haben.

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Diese Abzeichen wurden beim alleinigen Hersteller, der einstigen Firma Scherm in Nürnberg, angefertigt. Um die Jahrhundertwende betrug der Kaufpreis für ein Regimentsabzeichen ebenso wie für das normalerweise angehängte Kreuz jeweils eine Mark. „Wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit eine Maß Bier sieben Pfennige kostete und ein Taglöhner in der Woche fünf Mark verdiente, kann man nachvollziehen, dass sich nicht jeder einstige Soldat ein Emblem mit Kreuz leisten konnte“, so der leidenschaftliche Sammler. Die auf den Spangen angegebenen Regimente seien nur eine „Momentaufnahme“, da sich die Standorte der Einheiten sehr häufig geändert hätten. Die Produktion der Abzeichen endete vermutlich größtenteils mit Beginn des Ersten Weltkriegs. „Das letzte mir bekannte Abzeichen stammt allerdings aus dem Jahr 1916“, sagt Geschwentner. Als Deutschland den Ersten Weltkrieg verlor, habe sich niemand mehr für diese Embleme interessiert.

Bereits als Kind habe er gebannt zugehört, wenn sein Vater von seinem Kriegsdienst erzählte, erinnert sich der Oberrother. „Orden haben mich damals besonders beeindruckt. Wir Buben im Dorf haben sie mit Begeisterung gesammelt und untereinander getauscht.“ Im Laufe der Zeit konnte Geschwentner eine qualitativ hochwertige Sammlung an Orden sein eigen nennen, die er im vergangenen Jahr aber verkauft hat. Nicht trennen kann sich der Oberrother allerdings von seinen Regimentsabzeichen. „Sie sind einfach faszinierend“, schwärmt er. Da über diese Embleme viel zu wenig bekannt sei, hat er im Jahr 2014 in aufwändiger Arbeit das Buch „Bayerische Regimentsabzeichen der Firma Eduard Scherm“ verfasst. Neben farbigen Abbildungen, darunter auch einige Revers-Ansichten, findet man in diesem Band zeitgenössische Fotos mit Tragebeispielen, Postkarten, Aufbewahrungsschachteln und Aufnahmen der Kreuze zu den Abzeichen und vieles mehr.

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