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Babenhausen

18.06.2020

Um diese Summen geht es bei den Projekten auf dem Schlossareal

Der Zehentstadel auf dem Schlossareal in Babenhausen könnte saniert und anschließend als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt werden.
Bild: Archivfoto Alexander Kaya

Plus Der Babenhauser Bürgermeister informiert den neu formierten Marktrat über den aktuellen Stand in Sachen Zehentstadel und Kita im Schloss.

Es sind zwei Vorhaben, die in Babenhausen polarisieren: die Sanierung des Zehentstadels und die Einrichtung einer Kita im Schloss. Jüngst kam neuer Schwung in die Debatte um die Pläne; Auskünfte zum aktuellen Stand wurden gefordert. Am Mittwochabend informierte Bürgermeister Otto Göppel ( CSU) den nach der Kommunalwahl neu formierten Marktrat – und nannte konkrete Summen.

Bisher liegt nur eine Schätzung vor, wie viel eine Sanierung des Zehentstadels kosten würde: etwa acht Millionen Euro, Ausstattung und Außenanlagen ausgeklammert. Diese Kostenschätzung ist ein paar Jahre alt; ein Fachbüro hatte sie auf Basis des sogenannten Vorprojekts 2016 und 2017 erstellt. „Es ist davon auszugehen, dass sich diese Kosten erhöhen werden“, sagte Göppel. In den Sitzungsunterlagen ist von Gesamtkosten in Höhe von neun Millionen Euro zu lesen.

Neben den Kosten steigt auch die Höhe der Zuschüsse

Steigen, so der Bürgermeister, wird jedoch auch die Höhe der Zuschüsse. Statt der zunächst auf 2,5 Millionen Euro angesetzten Zuwendungen vonseiten des Bundes, stehen nun vier Millionen Euro aus dem Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Aussicht. Auch aus der Städtebauförderung ist laut Göppel ein höherer Betrag zu erwarten, da Babenhausen in die Initiative „Innen statt Außen“ aufgenommen wurde. Der Fördersatz erhöht sich dadurch auf 80 Prozent, sodass der Markt noch einen Eigenanteil von 20 Prozent zu tragen hätte. Der sonst übliche Fördersatz hat das Verhältnis 60 zu 40 Prozent. „Laut mündlicher Zusage der Regierung von Schwaben kann von einer Gesamtförderung von vier Millionen Euro ausgegangen werden“, erklärte Göppel. Das bedeutet: Der Freistaat stellt 3,2 Millionen Euro zur Verfügung, Babenhausen steuert 800.000 Euro bei.

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Außerdem erinnerte der Rathauschef daran, dass der Landkreis Unterallgäu bereits einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro zugesagt hat. Dieselbe Summe werde vom Bezirk Schwaben erwartet, wobei dieser den Zuschuss „vorläufig zurückgestellt“ habe. Aus eigener Kasse aufbringen müsste der Markt – zusätzlich zum Eigenanteil für die Städtebauförderung – nach Kalkulationen noch weitere 600.000 Euro.

Göppel sagte, dass in Bezug auf die Bundesmittel kürzlich der erste Verfahrensschritt erfolgt sei. Demnach wurde Ende Mai – ein paar Tage nach einer Telefonkonferenz mit allen beteiligten Förderstellen – eine formlose Anfrage im Büro der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn eingereicht. Ein Termin in Babenhausen soll stattfinden. Wann, ist offen.

Zum Zehentstadel läuft aktuell eine Umfrage unter den Vereinen

Noch heuer soll laut Bürgermeister ein spezielles Verfahren eingeleitet werden, um einen Architekten zu ermitteln. „Die Beauftragung ist für das Jahr 2021 geplant, Baubeginn soll dann 2022 sein“, skizzierte Göppel das weitere Vorgehen unter Vorbehalt, „wenn alles optimal läuft und entsprechende Beschlüsse im Marktrat gefasst sind.“

Um den Bedarf an einer Nutzung des Zehentstadels zu erfahren, läuft aktuell eine Umfrage unter den Vereinen. Auch Banken, Kirchen und örtliche Firmen sollen befragt werden. „Bereits Bedarf angemeldet hat der Musikverein Babenhausen und auch die Kirche kann sich laut Pfarrer Brom eine Mitnutzung vorstellen“, berichtete Göppel.

Ehemalige Ökonomiegebäude sollen saniert und zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Zuletzt war von Kosten in Höhe von etwa 9,5 Millionen Euro die Rede – „wobei wir bei den Besprechungen eine Deckelung auf diesen Betrag verlangt haben“, stellte der Bürgermeister klar.

Derzeit erstelle ein vom Haus Fugger beauftragtes Büro eine finale Planung samt Kostenberechnung, auf deren Basis dann der Bauantrag eingereicht wird. Liegen diese Unterlagen vor, erfolgt Göppel zufolge eine abschließende Besprechung mit allen Förderstellen in Augsburg. Beteiligt seien die Städtebauförderung, das Landesamt für Denkmalpflege und die Förderstelle für Kindertagesstätten, die bei der Regierung von Schwaben angesiedelt ist. Ziel des Termins, der wohl Anfang Juli stattfinden könnte: die endgültige Festlegung der Zuschüsse.

Ein Entwurf des Hauses Fugger für einen Mietvertrag liegt vor

In der Zwischenzeit habe das Haus Fugger auch einen Entwurf für einen Mietvertrag vorgelegt, der im Beisein des Zweiten und Dritten Bürgermeisters „ausführlich besprochen wurde“. Der Markt hat einen Rechtsbeistand hinzugezogen. „Der Mietvertrag wird erst unterschriftsreif sein, wenn die Gesamtkosten der Maßnahme und damit auch die finanzielle Beteiligung des Marktes feststehen und wenn eine Baubeschreibung vorliegt, aus der hervorgeht, welche Gewerke in welcher Qualität ausgeführt werden“, sagte der Bürgermeister. Der Vertrag werde vor einer Unterzeichnung wiederum rechtlich geprüft und dem Marktrat zur Beratung und Genehmigung vorgelegt.

Die Kita im Schloss soll sich über eine Fläche von etwa 4400 Quadratmetern erstrecken. Etwa 2000 Quadratmeter werden im Gebäude benötigt, um dort fünf Kindergarten-, eine Kinderkrippen- und eine Hortgruppe zu betreuen. Hinzu kommen circa 1650 Quadratmeter Spielfläche im Freien sowie Stellplätze.

Mehr über die Projekte auf dem Schlossgelände in Babenhausen lesen Sie hier:

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