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Illertissen

01.09.2019

Umbau des "Adlers": Illertissen spickt in der Nachbarschaft

Mehrere Architekten sollen Ideen für das Adler-Gebäude liefern.
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Mehrere Architekten sollen Ideen für das Adler-Gebäude liefern.
Bild: Hinzpeter

Plus Das sanierungsbedürftige Adler-Gebäude soll mit Zuschüssen zu einem Bürgertreffpunkt werden. Wie das funktioniert, zeigt ein Blick nach Krumbach.

Die Blicke mehrerer Architekten richten sich auf das Adler-Gebäude in Illertissen: Nach einem Gespräch zwischen Mitgliedern der Stadtverwaltung und zuständigen Mitarbeitern der Regierung von Schwaben steht nun fest, wie es mit der Sanierung des historischen Hauses im Herzen der Vöhlinstadt weitergeht. Demnach wird ein Fachbüro damit beauftragt, Ideen von Architekten einzuholen. Am Ende sollen für den Umbau mindestens drei Vorschläge vorliegen, sagt Bürgermeister Jürgen Eisen auf Nachfrage unserer Redaktion. „Für Illertissen ist das eine tolle Sache.“ Andere haben schon vorgemacht, wie das geht - deshalb richtet sich der Blick in die Nachbarschaft.

Adler in Illertissen: Hohe Zuschüsse aus der Staatskasse

Im modernisierten Adler-Gebäude in Illertissen sollen, wie berichtet, ein Seniorentreffpunkt und Räume für Vereine untergebracht werden. Die weitere Vorgehensweise sei mit der Regierung von Schwaben abgestimmt, so Eisen. Denn für die Sanierung bekommt Illertissen viel Geld aus der Staatskasse: Wie kürzlich zu erfahren war, sollen 90 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“ bezahlt werden, also 1,8 Millionen Euro.

Auch wenn es bislang noch keine allzu konkreten Vorstellungen gibt: Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt, wie das Adler-Gebäude einmal aussehen könnte. Die Sanierung soll sich am Vorbild des Bürgerhauses in Krumbach orientieren, sagt Eisen. „Von der Größe her ist es mit unserem Gebäude vergleichbar.“ Das Bürgerhaus befindet sich in der Krumbacher Altstadt, das historische Gebäude wurde 2012 von der Stadt gekauft und dann saniert – ebenfalls mit einer großen staatlichen Finanzspritze. 750000 Euro kamen aus dem Programm „Soziale Stadt“, insgesamt kostete der Umbau etwas mehr als 1,2 Millionen Euro. Eröffnet wurde das modernisierte Gebäude im Jahr 2017.

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In Sachen Adler-Gebäude gibt es ein Vorbild: Das 2017 eröffnete Bürgerhaus in Krumbach gilt als Beispiel für eine gelungene Sanierung.
Bild: Hinzpeter

Darin untergebracht sind mehrere Einrichtungen, die Hilfe in verschiedenen Lebenslagen anbieten. Dazu gehören die Beratungsstelle für Alleinerziehende, eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Handicap und die Nachbarschaftshilfe. Zu finden sind ebenfalls der Bürgertreff und die Krumbacher Volkshochschule. Außerdem gibt es einen Veranstaltungsraum, der rund 60 Personen Platz bietet.

Viele der Dienste und Institutionen waren zuvor über das Krumbacher Stadtgebiet verstreut gewesen, im neuen Bürgerhaus bündeln sie nun ihre Angebote. Die Kombination der Bereiche Soziales und Bildung war ein Grund für die beachtliche Zuwendung aus dem speziellen Fördertopf des Staats. Auch wenn das Geld für das Illertisser Adler-Gebäude aus einem anderen Programm stammt – die Denkrichtung ist ähnlich, sagt Bürgermeister Eisen. „Es soll ein Haus für alle Illertisser werden.“

Bis der Bürgertreff im Adler öffnen kann, gibt es viel zu tun

Bis es so weit ist, gibt es allerdings viel zu tun: In dem Förderantrag der Illertisser Stadtverwaltung wird das Gebäude, in dem aktuell die Arbeiterwohlfahrt, die Drogenberatungsstelle Drob Inn und das Egerländer-Elbogener Heimatmuseum zu finden sind, als „insgesamt sanierungsbedürftig“ beschrieben. In den vergangenen Jahren ist es zu Setzungen gekommen, der östliche Anbau bewege sich vom Hauptbaukörper weg, heißt es in dem Dossier des städtischen Bauamts. Die Fenster und die Haupteingangstür stammten noch aus der Bauzeit (wohl vor 1800). Gerade im Inneren habe das Gebäude eine Frischzellenkur nötig: Es sei nicht barrierefrei, beinhalte mehrere „Stolperfallen“ und dazu noch recht schmale Türen. Auch die Toiletten, die derzeit nicht beheizt werden können, müssen erneuert werden. Nach der Sanierung soll das Adler-Gebäude eine barrierefreie „offene Begegnungsstätte“ sein, vor allem für die älteren Illertisser. Angedacht sind eine kleine Gastronomie und eine Terrasse in Richtung Rathaus, insofern die Auflagen des Denkmalschutzes dies zulassen.

Es gibt einiges zu tun: Vor einigen Jahren wurden Risse entdeckt.
Bild: Hinzpeter

Wie in Krumbach werden auch in Illertissen Räume für verschiedene Einrichtungen bereitstehen. Vorgesehen sind unter anderem ein Büro für Beratungen der Arbeiterwohlfahrt und des Asyl-Helferkreises, Räume für den Kunstzirkel und das Komitee der Städtepartnerschaft mit Carnac. Wie im Krumbacher Modell soll ein größerer Lehr- und Veranstaltungssaal eingerichtet werden. Erhalten bleiben wird das Heimatmuseum in reduzierter und modernisierter Form, wie im Förderantrag der Stadt zu lesen ist. Durch all das soll das Gebäude schließlich zu einem Schnittpunkt für verschiedene Bevölkerungsgruppen werden. Ein Name wird auch schon genannt: Das neue Adler-Gebäude könnte „Haus der Freundschaft“ heißen.

Um das in ein Konzept zu gießen, werden nun Ideen von Architekten gesammelt. Das sei nicht als Wettbewerb zu versehen, betont Bürgermeister Eisen. Mehrere Wunschkandidaten würden um Entwürfe gebeten. Eine Jury aus Stadträten, Mitarbeitern der Regierung, dem Kreisbaumeister und Architekten werde dann den Vorschlag auswählen, der umgesetzt wird. Wahrscheinlich werde die Entscheidung im Januar oder Februar fallen, sagt Eisen. Danach könnte es „Schlag auf Schlag“ gehen. Die Stadt werde einen Posten in den Haushaltsplan für 2020 aufnehmen.

Mehr über den geplanten Umbau des Adler-Gebäudes lesen Sie hier:


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