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Kreis Neu-Ulm

11.04.2014

Unbekannte legen „Krumbach“ trocken - Zahlreiche Tiere verendet

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2 Bilder
Der Krumbach, Heimat der geschützten Bachmuscheln, ist seit Tagen von der Wasserzufuhr abgeschnitten. Gestern bemerkte die Verwaltung den Vorfall.
Bild: Michael Seefelder

Unbekannte haben an einem Bach südlich von Buch (Kreis Neu-Ulm) trocken gelegt. Die Folge: Fische und Bachmuscheln verendeten.

Ein dreistes Umweltvergehen hat sich in den vergangenen Tagen am sogenannten Krumbach, der südlich von Buch von der Roth abzweigt, abgespielt. Wie die Gemeindeverwaltung erst gestern durch einen Hinweis erfahren hat, haben Unbekannte offenbar große Steine entfernt und abtransportiert, die südlich der Lohmühle für eine Stauung der Roth und somit für die Wasserversorgung des Bachs gesorgt haben. Die Folge: Das Gewässer ist ausgetrocknet, zahlreiche Tiere sind verendet, darunter ein großer, schon stark verwester Weißfisch und streng geschützte Bachmuscheln, für die der Krumbach ein Lebensraum ist.

Schwere Befestigungssteine weggeschafft

In der Bucher Verwaltung ging man gestern von Erwachsenen als Täter aus, da die schweren Befestigungssteine über eine Böschung gehievt und weggeschafft worden sind. Von ihnen fehlt jede Spur. Am Rand des Damms sind Abplatzungen an den Stellen zu erkennen, an denen die Steine weggerissen worden sind.

Bach dient auch als Schutz bei Hochwasser

„Eine Frechheit“, sagte gestern Nachmittag Buchs Bürgermeister Roland Biesenberger sichtlich erbost. Wer auch immer dahinter stecke, habe die Tragweite seines Tuns wohl nicht erkannt, so der Rathauschef. Denn der Krumbach habe auch eine wichtige Funktion beim Hochwasserschutz. „Das ist kein Spaß mehr“, so Biesenberger, der umgehend Polizei und Naturschutzbehörden verständigte. Wie viel Wasser in den Bach abfließt, sei genau mit Fachleuten abgestimmt.

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Boden des Gewässers völlig ausgetrocknet

Dementsprechend minutiös sei die Stauung aufgebaut gewesen. An dem rund einen Kilometer langen und bis zu einem Meter tiefen Bach bot sich gestern ein Bild, das einer Mars-Landschaft glich. Der Boden des Gewässers war teils schon völlig ausgetrocknet. Fußspuren von Vögeln waren im Boden zu erkennen. Sie haben hier bereits Nahrung gefunden. Ob es noch Hoffnung für zumindest einen Teil der seltenen Bachmuscheln gibt, war gestern noch unklar. Bürgermeister Biesenberger hat aber in Erfahrung gebracht, dass die Tiere bis zu einer Woche ohne Wasser überleben können, da sie sich eingraben. Fieberhaft wurden im Rathaus gestern Sofortmaßnahmen diskutiert, um schnellst möglich wieder Wasser in den Krumbach leiten zu können.

Das Fließgewässer ist ein kleines Naturparadies, das den Lebensraum zahlreicher Arten bildet. Um so unverständlicher erschien den Rathausmitarbeitern gestern die Tat.

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