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Landkreis Neu-Ulm

21.05.2019

Und wieder steigen die Pegel

Etliche Radwege, wie hier in Neu-Ulm, sind derzeit gesperrt.
Bild: Helmstädter

Noch ist nicht mit starken Überschwemmungen zu rechnen. Dennoch wurden schon Sandsäcke gefüllt.

Ganze Bäume führte die Donau am Dienstagnachmittag mit. Das Gewässer entwickelte sich zu einem reißenden Fluss und auch der Pegel der Iller stieg rasant an. Die Stadt Neu-Ulm hat daher am Vormittag unter anderem die Geh- und Radwegunterführung unter der Gänstorbrücke gesperrt. Auch der Radweg von der Illerbrücke bis zum DLRG kann nicht genutzt werden. Wie lange die Sperrungen bestehen bleiben, kann von der Stadtverwaltung noch nicht gesagt werden. Dies hänge maßgeblich davon ab, wie viel es in den kommenden Stunden und Tagen noch regnen, beziehungsweise wie sich hierdurch der Pegelstand der Donau entwickeln wird.

In Neu-Ulm sowie im gesamten Landkreis herrschte ab Dienstagmittag Hochwassermeldestufe 2 mit steigender Tendenz. Dies bedeutet, dass landwirtschaftliche Flächen und Forstgebiete teilweise überfluten. Der tiefste Punkt und somit der von Hochwasser am meisten gefährdete Bereich ist rund um das Donaubad.

Laut Kreisbrandrat Bernhard Schmidt, der für die Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm zuständig ist, wurde an dieser Stelle gestern schon ein Teil der Verbauung errichtet, der dort vor Hochwasser schützen soll. Gemeint sind Betonmauern, in die bei Bedarf sogenannte Spundwände eingelassen werden können. Das war nun eben der Fall.

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Doch die Experten haben nicht nur die großen Gewässer im Blick. Wie der Kreisbrandrat unserer Redaktion mitteilt, seien es auch die kleineren Flüsse und Bäche, die beobachtet werden müssten. So wie etwa Biber, Roth und Osterbach. Am Dienstagnachmittag sei die Lage dort aber noch „relativ entspannt gewesen“.

An der Iller sind Schmidt zufolge bereits gestern etliche Radwege im Bereich zwischen Kellmünz und Neu-Ulm entlang der Ufer gesperrt worden. Zudem habe die Untere Iller AG (Uiag) ihre Wehre besetzt, um die Wasserpegel besser beobachten zu können. In Senden und Neu-Ulm hätten die Feuerwehren für den Fall der Fälle sogar schon Sandsäcke hergerichtet, so Schmidt. Und in Illertissen war beispielsweise die Bruckhofstraße überflutet. Allerdings gibt der Kreisbrandrat noch Entwarnung: Bislang sei die Lage in der Region nicht dramatisch.

Gemessen wird der offizielle Wasserpegel an der Iller laut Schmidt unter anderem in Wiblingen und in Kempten – die Messwerte werden automatisch übermittelt. Einen sogenannten Hilfspegel gibt es in Kellmünz: Dort werde von Hand an einer Messlatte abgelesen, wie hoch das Wasser steigt. In Kempten wurde die Hochwassermeldestufe 3 am Dienstagnachmittag bereits überschritten, in Wiblingen lag die Iller da noch im Bereich der Meldestufe 2. Bei Meldestufe 3 sind einzelne Grundstücke überflutet – momentan sei Wohnbebauung aber nicht unmittelbar betroffen, so Schmidt.

Der Ulmer Feuerwehrkommandant Hansjörg Prinzing rechnet damit, dass der Iller-Pegel am Messpunkt Wiblingen am frühen Mittwochmorgen zwischen 1 Uhr und 4 Uhr den Scheitelpunkt erreicht. Die Prognose liege bei derzeit maximal 6,70 Meter. Erst ab einer Höhe von sieben Meter werde in Ulm die Lage kritisch. In Neu-Ulm allerdings schon bei 6,30 Meter. Grundsätzlich werde die Hochwasserlage in der Doppelstadt erst kritisch, wenn die Donau das Wasser der Iller nicht mehr aufnehmen kann. Damit sei nach derzeitigem Stand der Dinge aber nicht zu rechnen.

Wie der bayerische Hochwassernachrichtendienst meldet, liefen gestern um 14 Uhr 521 Kubikmeter Wasser die Donau am Messpunkt Bad Held hinab. Im Durchschnitt sind es 124 Kubikmeter. Der Höhepunkt wird laut Prognose am Mittwochmittag mit 600 bis 700 Kubikmeter erreicht. Dann soll der Pegel wieder sinken. Das Wasser stieg auf 3,58 Meter. Vor ein paar Tagen waren es noch 1,75 Meter. Beim Pfingsthochwasser 1999 stieg der Pegel auf 5,71 Meter. Im Mai 2013 waren es 5,02 Meter. Noch gebe es dem Kreisbrandrat zufolge aber keinen Grund zur Sorge: „Wir liegen derzeit deutlich unter den Werten vom Hochwasser 1999.“

Dennoch war etwa die Bahn von den heftigen Regengüssen betroffen: Auf der Strecke Augsburg-Ulm waren nach einer Sperrung die Züge am Dienstagmittag wieder mit Tempo 70 unterwegs, es gab laut Deutscher Bahn Verspätungen.

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