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Untereichen

19.09.2019

Untereicher ärgern sich über gesperrte Grieshofbrücke

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Seit mehr als zwei Jahren ist die Grieshofbrücke bei Untereichen gesperrt. Bei einigen Bürgern sorgt dies für Unmut, denn zuvor war sie für Fußgänger und Radfahrer eine beliebte Verbindung in den Auwald.
Bild: Dominik Stenzel

Die Grieshofbrücke, eine beliebte Verbindung in den Auwald, ist seit mehr als zwei Jahren gesperrt. Viele Bürger sind frustriert, weil so lange nichts voran geht.

Für Fußgänger und Fahrradfahrer war die Grieshofbrücke bei Untereichen einst eine beliebte Verbindung in den Auwald und zur Iller. Seit geraumer Zeit ist an dem rund 90 Jahre alten Bauwerk, das über den Illerkanal führt, jedoch kein Durchkommen mehr: „Betreten der Baustelle verboten“ prangt auf einem gelben Schild an einem Bauzaun. Darunter wuchert Gras und Unkraut – die Sperrung durch die zuständige Untere Iller Aktiengesellschaft (Uiag) dauert bereits mehr als zwei Jahren an. Ein Gutachten hatte damals ergeben, dass der Übergang marode sei (wir berichteten). „Die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer ist nicht mehr gewährleistet“, erklärt Luisa Rauenbusch, Sprecherin der Uiag-Muttergesellschaft Lechwerke in Augsburg.

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Viele Untereicher sind wegen der Sperrung allerdings verärgert, berichtet Alfred Brugger, der selbst in dem Altenstadter Ortsteil wohnt: „Es herrscht kompletter Stillstand.“ Sie würden wissen wollen, wie es weitergeht. Denn seit die Brücke Anfang Mai 2017 „von einem Tag auf den anderen“ geschlossen wurde, habe sich nichts mehr getan, sagt Brugger. Ihm zufolge würden sich die meisten Untereicher wünschen, dass die Grieshofbrücke entweder saniert wird oder ein Ersatz an Ort und Stelle entsteht. Auch Josef Sauter, der in der Nähe der Grieshofbrücke lebt, äußert seinen Unmut. Es sei zwar durchaus verständlich, dass Straßen und Wege aufgrund von Baumaßnahmen gesperrt werden: „Allerdings sollten die Projekte dann auch vorangetrieben werden.“

Über diesen Steg beim Kraftwerk kann der Illerkanal derzeit überquert werden. Die Untereicher sind mit der temporären Lösung nicht zufrieden.
Bild: Dominik Stenzel

Untereicher mit Übergangslösung nicht zufrieden

Mit dem neu errichteten Steg am Kraftwerk Untereichen, dem derzeit einzigen Weg über den Illerkanal, seien die Untereicher nicht zufrieden, sagt Brugger. Zum einen müsse man einen ziemlichen Umweg in Kauf nehmen, um dorthin zu gelangen. Zum anderen seien die Holzpaneelen durch Spritzwasser oft rutschig: „Gerade im Winter ist das sehr gefährlich.“ Bürgermeister Wolfgang Höß stellt auf Nachfrage unserer Redaktion klar: „Das Thema gehört gelöst.“ Es gehe jedoch voran, denn schon seit einiger Zeit stehe fest: Der Bau eines neuen Wegs über den Illerkanal ist Teil des Leader-Förderprojekts „Kulturlandschaft Untere Iller erleben.“ „Eine solche Lösung mit Fördergeldern macht sicherlich Sinn“, sagt Höß.

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Wie Marina Kuhn, Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm, erklärt, lege eben jenes Förderprojekt das Hauptaugenmerk auf die Themen Naherholung und Tourismus und ergänze die ökologische Arbeit des Programms „Agile Iller“: „Wir wollen die Menschen wieder näher an den Fluss bringen.“ In den sieben teilnehmenden Kommunen, zu denen neben Altenstadt auch Kellmünz, Illertissen und Vöhringen zählen, sollen Themenradwege entstehen, die sich an den Illerradweg anschließen.

Neuer Steg soll in der Nähe entstehen

Ein Erlebnissteg, der die Staatsstraße 2031 auf Höhe von Untereichen mit der Iller verbindet und die Grieshofbrücke ersetzt, sei der größte Baustein des Projekts. Und laut Kuhn sei man auf einem guten Weg. Eine Bauanfrage liege dem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Nördlingen bereits vor. Wenn diese gebilligt wird, könne es mit der Planung und Umsetzung des neuen Übergangs zügig losgehen. “Ich hoffe, dass es schon Ende Oktober so weit sein wird“, sagt Kuhn.

Bei der Uiag ist man LEW-Sprecherin Rauenbusch zufolge ebenfalls zuversichtlich, dass das Vorhaben bald realisiert werden kann. Allerdings soll der neue Übergang voraussichtlich rund 500 Meter kanalabwärts der gesperrten Grieshofbrücke entstehen. Dem Wunsch der Untereicher, einen Ersatz an Ort und Stelle zu errichten, könne man nicht nachkommen: „Der Bereich rund um die Brücke ist wegen eines Biotops naturschutzfachlich sehr wertvoll.“

Warum ein Untereicher Landmaschinenmechatroniker kürzlich für eine TV-Sendung vor der Kamera stand, lesen Sie hier:

Ein Untereicher Mechatroniker steht vor der Kamera

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