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Untereichen

30.04.2017

Verärgerung über Abriss der Grieshofbrücke

Rund 90 Jahre alt ist die Grieshofbrücke, die vom Untereicher Triebweg aus über den Illerkanal führt. Gebaut wurde sie um den Waldbesitzern einen Zugang zum Auwald zu ermöglichen. Über sie wurde Holz transportiert. In letzter Zeit war die Brücke allerdings nur noch für Fußgänger und Radfahrer offen. Ab Dienstag ist sie komplett gesperrt.
Bild: Madeleine Schuster

In Untereichen soll das in die Jahre gekommene Bauwerk abgerissen werden. Das stößt im Altenstadter Ortsteil auf Unverständnis. Ob ein Ersatzbau entsteht, ist noch offen.

Sie ist eine beliebte Verbindung ins Naherholungsgebiet und wird von Spaziergängern und Radfahrern gern genutzt: Seit rund 90 Jahren führt die Grieshofbrücke bei Untereichen über den Illerkanal. Weil das Bauwerk allerdings in die Jahre gekommen und marode ist, will es die Untere Iller AG (UIAG) nicht nur sperren, sondern auch abreißen lassen. Voraussichtlich noch in diesem Jahr, sagt Ingo Butters, Pressesprecher der Muttergesellschaft Lechwerke in Augsburg, soll die Brücke abgebaut werden. Ein Vorhaben, das in Altenstadt nun für einige Verärgerung sorgt.

Für den Untereicher Alfred Brugger etwa ist nach der Mitteilung des Unternehmens klar: Der Abriss der Brücke „ist eine Frechheit“, die er und andere Einwohner Untereichens sich nicht gefallen lassen wollten. Seit vier Tagen sei er im Ortsteil unterwegs. Er habe schon mit vielen Leuten geredet, sie alle seien derselben Meinung: Die Brücke soll saniert, aber keinesfalls abgerissen werden.

Für die Einwohner des Marktes ist die Grieshofbrücke eine gern und viel genutzte Verbindung in den Auwald – vor allem wenn das Wetter zu Spaziergängen im Naherholungsgebiet einlädt. Dass es den Übergang vielleicht bald nicht mehr geben könnte, gefällt Brugger überhaupt nicht. „Mit dieser Entscheidung hat die UIAG alle überfahren“, sagt er.

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Auch im Altenstadter Rathaus war man am Donnerstag von dem Vorstoß überrascht. Das Thema Grieshofbrücke, sagt Bürgermeister Wolfgang Höß, stehe kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Erst dann hätte über die Zukunft des Bauwerks beraten werden sollen. Dass er nun zuerst aus der Zeitung vom Abriss erfahren habe, nennt Höß „sehr unglücklich“ und „frech“. „So eine Vorgehensweise ist nicht in Ordnung“, findet der Bürgermeister, der die Sperrung der Brücke aus Sicherheitsgründen allerdings für den richtigen Schritt hält.

Denn wie Philipp Schneider, Mitarbeiter des Neu-Ulmer Landratsamtes im Bereich Wasserrecht sagt, bestätigt ein Gutachten den schlechten Zustand des Überwegs. Laut Prüfamt für Standsicherheit sei eine Sperrung des Bauwerks in jedem Fall notwendig. Saniert werden könne die Grieshofbrücke im derzeitigen Zustand nicht mehr, laut Gutachten soll sie abgebaut werden. Ob ein Übergang an dieser Stelle des Illerkanals dann komplett verschwindet, sei allerdings noch nicht sicher. Laut Schneider hat die UIAG ein Ingenieurbüro damit beauftragt, die Kosten für einen Brückenneubau aufzustellen. Das Ergebnis soll im Dezember vorliegen „und dann gemeinsam mit dem Marktgemeinderat besprochen werden“, so Schneider.

Auch Lechwerke-Sprecher Ingo Butters sagt, dass derzeit untersucht werde, ob ein Ersatzneubau sinnvoll ist. Für die jetzige Grieshofbrücke aber gebe es keine Zukunft mehr. „Ein Abriss ist die einzig sinnvolle Variante“, sagt Butters, „und die eindeutige Empfehlung des Sachverständigen.“

Die letzten Sanierungsmaßnahmen an der Brücke haben laut Butters im Jahr 2005 stattgefunden. Damals hat die UIAG rund 40000 Euro unter anderem in eine neue Betondecke und höhere Geländer investiert. In den vergangenen Jahren habe das Stromversorgungsunternehmen, das für den Unterhalt und die Sicherheit der Brücken in diesem Bereich des Illerkanals zuständig ist, immer wieder in das Bauwerk investiert. Nun sei die Grieshofbrücke allerdings am Ende ihrer Lebenszeit angekommen.

Alfred Brugger will das nicht so richtig glauben. Der Untereicher ist der Meinung, die UIAG habe über die Jahre zu wenig an der Brücke gemacht. Den Kanal künftig über einen Steg am Kraftwerk zu überqueren, wie es das Unternehmen vorgesehen hat, ist für ihn keine gute Alternative. „90 Jahre lang durfte man das Gelände überhaupt nicht betreten. Und jetzt soll das auf einmal möglich sein? Kein Bedarf!“, schimpft Brugger.

Und auch Bürgermeister Wolfgang Höß hält den Steg am Wasserkraftwerk für keine optimale Lösung. Die Holzpanelen auf der Oberfläche könnten durch Spritzwasser rutschig werden, was gefährlich sei. Für Höß ist klar: „Es muss ein adäquater Ersatz her“.

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