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Tiefenbach

13.11.2018

Verstaubte Tradition: Schützen kämpfen um neues Image

Der Tiefenbacher Schützenverein will sein Image aufpolieren.
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Der Tiefenbacher Schützenverein will sein Image aufpolieren.
Bild: Andreas Filke (Symbol)

Der Vorsitzende des Tiefenbacher Vereins fordert beim Ehrungsabend ein neues Image für den Verein und zeichnet langjährige Mitglieder aus.

120 Jahre ist der Schützenverein Tiefenbach nun schon alt – das wurde vor Kurzem mit einem großen Kameradschaftsabend gefeiert. Erinnert wurde dabei aber auch an die Herausforderungen, die die Schützen meistern müssen: So gilt es nach wie vor, den Spagat zwischen Schützentradition und der Weiterentwicklung zu einem modernen Sportverein zu bewältigen.

Für den Vorsitzenden Thomas Sailer geht es darum, sich ein Stück weit vom „alten Trachten- und Fahnenimage“ hin zu einem modernen Sportimage mit dem Ansporn an die Jugend zur Nachahmung zu bewegen. Sailer spricht von hellen und einladend gestalteten Schießanlagen und von licht- und lüftungstechnisch optimierten Anlagen mit modernster Technik. Dazu gehöre auch WLAN. Übertragungstechnik zur Übermittlung der Schießergebnisse direkt in den Aufenthaltsraum sollte für Sailer zur Grundausstattung eines jeden Schützenheims gehören. So könne es gelingen, dass Wettkämpfe und Übungsabende interessanter werden.

Wettkämpfe sollen für Event-Charakter sorgen

Außerdem sollte über die Änderung der Wettkampf-Modi nachgedacht werden. Sailer nahm Bezug auf den Tiefenbacher Dorfcup und das Gaufinale, bei denen der direkte Wettkampf „Schütze gegen Schütze“ im Vordergrund steht. Nur so lasse sich Hochspannung und öffentliches Interesse mit Event-Charakter erzeugen. Darüber hinaus seien dunkle und mit Schützenscheiben und Trophäen gefüllte Schützenheime nicht der richtige Ort, um Kinder und Jugendliche anzulocken. Dies sorge eher für Unbehagen. Thomas Sailer vertrat die Ansicht, dass Schützenvereine wieder aus der Isolation ihrer Heime herauskommen und in zentrale Treffpunkte wie Gaststätten zurückkehren sollten, damit die Gemeinschaft in den Dörfern wieder mehr in den Vordergrund rückt.

Während eines Rückblicks wurde deutlich, dass der Dorflehrer Anton Glogger als Vereinsgründer bezeichnet werden darf und 1898 wurden die Statuten für die damalige „Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft“ gelegt. Die Aufnahmegebühr betrug 50 Pfennig. Für 20 Mark wurde ein Vereinsstutzen angeschafft. 1917 gehörten 56 Mitglieder der Organisation an – also rund 17 Prozent der Bevölkerung des damals 320 Mitbürger fassenden Ortes. Heute hat Tiefenbach etwa 2000 Einwohner und der Schützenverein 180 Mitglieder. 1978 konnten mit dem Bau der Gemeindehalle die neuen Schießstände im Untergeschoss in Betrieb genommen werden. Ein Quantensprung in der Auswerttechnik war die Anschaffung eines Computers im Jahr 1995. 2014 wurde nochmals modernisiert: Elektronische Schießanlagen und eine Lichtgewehranlage wurden eingebaut.

Bürgermeister Jürgen Eisen gratulierte und betonte, die Stadt Illertissen stelle 170000 Euro für die Vereinsförderung, darunter vorrangig die Jugendförderung, zur Verfügung. Der Gauschützenmeister Georg Nothelfer hob hervor, dass der SV Tiefenbach bereits zu den Gründungsmitgliedern des Schützengaus Iller-Illertissen gehörte.

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