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Osterberg

30.04.2019

Viele Bauprojekte: Osterberg muss hohe Schulden machen

Eines der teuersten Straßenbauprojekte: die Judengasse.
Bild: Armin Schmid

Um alle ihre Vorhaben zu bezahlen, greift die Gemeinde heuer tief ins Ersparte. 2020 wird das nicht mehr reichen.

Straßensanierungen und Infrastrukturmaßnahmen stehen dieses Jahr im Mittelpunkt des Osterberger Investitionsprogramms. Die Gemeinderäte haben den Haushalt nun mehrheitlich (sechs gehen zwei Stimmen) verabschiedet. Ein Blick in die Finanzen.

  • Die Sanierung der Judengasse samt Kanalsystem und Wasserversorgung wird heuer rund 509.000 Euro in Anspruch nehmen. Für das kommende Jahr ist nochmals die gleiche Summe eingeplant.
  • Die Neugestaltung der Straßenzüge im historischen Dorfviertel soll insgesamt mehr als eine Million Euro kosten. Vordringlichen Sanierungsbedarf sehen die Räte auch im Schlossweg und am Kirchberg: Diese beiden Straßenbauprojekte will der Gemeinderat in den Jahren 2020 und 2021 angehen. Das Investitionsvolumen liegt hierbei nochmals bei knapp einer Million Euro.
  • Für dieses Jahr ist die Sanierung der Osterberger Kläranlage geplant, auch die Schwelle soll erhöht werden. Hierfür stehen 239.000 Euro bereit. Die Leitung für die Notwasserversorgung zwischen den Gemeinden Osterberg und Kellmünz ist bereits in Arbeit und teilweise fertig gestellt. Anlagen zur Druckminderung und zur Steuerung müssten noch installiert werden, heißt es. In den Osterberger Gemeindehaushalt sind hierfür rund 166.000 Euro eingestellt worden.
  • Zu den vielen kleineren Maßnahmen zählen die Außenanlagen am Rathaus, Instandsetzungsarbeiten an der Grundschule, der Bau eines Aufenthaltsorts für junge Leute (eine sogenannte Jugendhütte), der Umbau der Außenanlagen am Kindergarten, sowie Zuschüsse für den Schützenverein und die katholische Kirchenstiftung.

Aus Sicht der Gemeinde entwickeln sich die Steuereinnahmen erfreulich: Der Einkommenssteueranteil ist gestiegen (auf 540.000 Euro), ebenso wie der aus der Gewerbesteuer (auf 120.000 Euro). Eine Finanzspritze von 338.000 Euro erwartet Osterberg aus den Schlüsselzuweisungen.

Für Verkaufserlöse im Gemeindewald wurden knapp 240.000 Euro eingeplant. Nach Abzug der Kosten für die Waldbewirtschaftung soll ein Gewinn in Höhe von rund 45.000 Euro übrig bleiben. Dennoch braucht Osterberg möglicherweise weiteres Geld.

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Man will in die Rücklagen greifen: 600.000 Euro sollen aus dem Ersparten kommen. Dazu wird es möglicherweise erforderlich, einen Kredit in Höhe von 85.000 Euro aufzunehmen, war zu erfahren. Das soll allerdings nur geschehen, wenn alle geplanten Investitionen auch getätigt werden.

Der Schuldenstand Osterbergs liegt bei rund 1,5 Millionen Euro – und damit laut Kämmerin Claudia Pfisterer weiterhin auf hohem Niveau. Im Jahr 2020 dürfte eine hohe Summe hinzukommen: Die Kämmerin plant mit neuen Schulden von 930.000 Euro. Grund dafür sind die umfangreichen Straßensanierungen. Überdurchschnittlich hoch sei daher die Pro-Kopf-Verschuldung, die bei 1615 Euro liegt. Gemeinden von vergleichbarer Größe lägen bei 562 Euro.

Kürzlich war auch die anstehende Europawahl Thema in Osterberg. Für die Bürger in Weile gab er gute Nachrichten: Auch in Weiler können Stimmen abgegeben werden.

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