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Schauspiel

13.11.2018

Vier Einakter zum Lachen

Ihr Elend weint sich Ute Hieber bei Hans-Peter Span von der Seele.
Bild: Balken

Das Illerzeller Mundart-Theater zeigt humoristische und kurzweilige Stücke

Lachen ist bekanntlich gut für Körper und Seele. So gesehen sind die vier Einakter, die die Illerzeller Mundart-Gruppe auf die Bühne bringen, der reinste Gesundbrunnen. Denn gelacht wurde bei der Premiere im Gasthaus „Brückle“ den ganzen Abend über. Schon die Atmosphäre dort ist einzigartig: Die Besucher sitzen dicht an dicht, der Duft von knusprigen Bratwürsten liegt in der Luft und Theo Span führt mit kecken Witzen in den Abend ein.

Wenn der Vorhang sich öffnet, hat auch Renate Kober als Souffleuse mitten vor der Bühne Platz genommen. Das ist Ritual. Das „Kaffeekränzchen mit Hindernissen“ von Thomas Robl führt dann in die enge Wohnung von Familie Schmidt. „A Häusle“ wäre ein Traum. Ehefrau Julia (gespielt von Gisela Brocke) weiß, wie man mit Tricks und charmant rollendem „R“ der reichen Erbtante (Jutta Span) ein Grundstück abluchsen kann: Man muss ihr nur mit Vornehmheit imponieren und billigen „Borrrdoooo“ kredenzen, sie wird’s schon nicht merken. Aber Ehemann Herbert (Dieter Brocke), der den Wein gleich aus der Flasche trinkt, das widerborstige Töchterlein (Sophia Span), Andreas (Wolfgang Straub) als Möchtegern-Weinhändler mit Ehefrau Martina (Christiane Lindauer) versemmeln den schönen Plan. Die Tante mit Kapotthütchen hat ebendiesen durchschaut – aber sie zeigt sich großmütig und schenkt das Grundstück her.

In der Posse „Die Gerichtsverhandlung“ von Erich Koch bringen Herr Schlamm (Helmut Ott) samt besserer Hälfte (Eva Kaim) sowie Frau Schlacht (Jutta Kast) und Ehegatte (Christian Habres) den Richter (Edmund Klingler) auf die Palme. Im Rausch verwechseln die Ehemänner ihre Häuser und landen bei der Falschen im Bett. Mit dem nötigen Temperament begegnen sich die schlagfertigen Frauen, um sich hinterher zu versöhnen. Und der Richter kann sichtlich aufatmen.

„Das Festkomitee“ von Erich Koch gehört zum Besten an diesem Abend. Ein Vereinsjubiläum steht an, aber in der Kasse herrscht Ebbe. Die Männerrunde mit Winze Keller, Edmund Klingler und Hans-Peter Span als Vorstand ist ratlos. Und auch Ute Hieber kommt auf die Bühne. Was sich dann abspielt, ist Comedy pur. Ute Hieber, die personifizierte Moral, greift wie die anderen zum Schnäpschen, obwohl sie doch dem Alkohol eigentlich konsequent entsagt. Und das hat Folgen. Sie lümmelt auf ihrem Stuhl herum, öffnet beherzt den Kragen ihres Kleides und weint sich beim Allesversteher Hans-Peter Span aus. Ein Lacher folgt dem anderen. Die Stimmung im Gasthaus ist nicht mehr zu toppen.

Zum Abschluss geht es in „Was ist denn nur mit Opa los?“ von Werner Dahlke um einen widerspenstigen Großvater (Wolfgang Straub), der vor allem die hübsche Magd (Tina Hieber) schikaniert. Doch die weiß sich zu helfen und verpasst dem Opa eine ordentliche Rasur. Fehlen dürfen nicht die genervte Mama Wilma (Rosi Gschwind) und der polternde, recht angeschwipste Vater (Thomas Kaim). Ein Schwank, wie man ihn sich vorstellt.

Thomas Kaim als Spielleiter hat ein glückliches Händchen mit typgerechter Besetzung. Details im jeweiligen Ambiente sind ihm wichtig. Aber was wären seine sprudelnden Ideen ohne dieses Ensemble. Jeder spielt mit Leidenschaft, Temperament oder leicht angesäuselt, je nach Bedarf. Am Ende tobt der Saal vor Begeisterung. (ub)

Freitag, 16., Samstag, 17., Freitag, 23. und Samstag, 24. November, jeweils 19 Uhr.

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