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FVI 1

22.03.2014

Vöhlinstadion: Illertissen rollt den Rasen aus

Böse geschunden sieht das Grün im Vöhlinstadion aus. Bald wird es durch Rollrasen ersetzt.
Bild: Wilhelm Schmid

Stadt entschließt sich nun doch zur Generalsanierung des maroden Grüns

Das Urteil des Gastes war vernichtend: „Man sieht dem Platz an, dass man da lange nichts gemacht hat.“ So sprach vor einer Woche Roger Prinzen, der Trainer des 1. FC Nürnberg II, nachdem seine Spieler 90 Minuten lang über das Holperspielfeld im Vöhlinstadion gestolpert waren. Der Schiedsrichter sagte es in der Halbzeitpause noch deutlicher: „Der Platz ist katastrophal.“ Und FVI-Trainer Holger Bachthaler machte in der Pressekonferenz aus seinem leidgeprüften Herzen keine Mördergrube: „Das ist untragbar.“ Er forderte, die Stadt solle das Problem nun aggressiv angehen.

Das hat sie getan: Einstimmig entschied sich der Bauausschuss am Donnerstag, dem zertretenen Grün im Stadion eine Generalsanierung zu spendieren. Die Oberfläche des rund 40 Jahre alten Spielfelds wird abgetragen und durch einen neuen Rollrasen ersetzt. Diese Lösung galt etlichen Stadträten bisher als viel zu teuer, denn sie schlägt mit rund 130000 Euro zu Buche. Der überraschende Durchbruch wurde nur erzielt, weil der FV Illertissen sich bereit erklärte, die Hälfte davon als Eigenanteil zu tragen. Da stimmte selbst Dieter Baur zu, dessen Bürgerlisten-Fraktion früher betont hatte, es gebe Wichtigeres als einen ebenen Rasen im Vöhlinstadion. Und auch die CSU, sonst eher in der Bremserrolle, erteilte ihren Segen. „Guter Fußball braucht guten Rasen“, sagte Fraktionschef Jürgen Eisen. Bisher war lediglich eine Sparsanierung genehmigt worden, die nur die Drainage im Boden verbessern sollte.

Den Anstoß zur Grundsanierung gab ein Antrag der Freien Wähler, die sich in der Vergangenheit stets für eine Verbesserung des Spielfeldes starkgemacht hatten. Vizebürgermeister Josef Kränzle, zugleich Hauptsponsor der Kicker, war nicht müde geworden, für eine Verbesserung zu werben. Doch im Februar vergangenen Jahres wurde lediglich eine Sparlösung verabschiedet, die nur 36000 Euro kosten sollte. Ihr Nachteil: Sie hätte mehrere Jahre hintereinander wiederholt werden müssen. Damit argumentierte auch der Verein Anfang März in einem Schreiben an die Stadtverwaltung. Aus diesem Grund solle sich die Kommune zur Rollgrünlösung durchringen, „um zumindest rasentechnisch Regionalligastandard zu erreichen“. Gleichzeitig bot er an, die Kosten zu teilen. Das findet Bürgermeisterin Marita Kaiser „sehr beachtenswert“, das habe eine gewisse „Signalwirkung“.

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Nachdem sich im Gremium alle einig waren, konnte Alexander Pelzl von den technischen Diensten der Stadt bereits am Freitag mit der Ausschreibung beginnen, denn die Zeit drängt. Nach dem Spiel gegen den FC Bayern II am 2. Mai sollte mit den Arbeiten begonnen werden, die letzte Heimpartie würde dann voraussichtlich nach Au verlegt. Die darauffolgende Saison könnte der FVI mit zwei Auswärtsspielen beginnen, um dem Rasen genug Zeit zum Anwachsen zu geben. Für den Unterhalt des Grüns will die Stadt einen weiteren Pfleger einstellen und manche Arbeiten auch an Fremdfirmen vergeben.

All das waren für den Vereinsvorsitzenden Toni Endler gute Nachrichten: „Ich bin angenehm überrascht“, sagte er gegenüber der IZ, „vor allem, dass die Entscheidung einstimmig war.“ Er sei dankbar für diesen Durchbruch. Die 75000 Euro Vereins-Eigenanteil seien allerdings durchaus spürbar, das gehe von der Jugendarbeit ab und auch manche Spieler könne sich der FVI dann eben nicht leisten. „Es ist ja nicht so, dass alles Herr Kränzle bezahlt.“ Wenn nun die Kommune mit der Stadionsanierung die FVI-Kicker unterstützt, dann würden andere nicht schlechtergestellt. „Bei 170 Vereinen wird niemandem etwas weggenommen.“

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