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Finanzen

22.02.2018

Vöhringen setzt den Rotstift an

Um eine Überschuldung zu vermeiden, müssen einige Projekte hinten anstehen

Rund 7 Millionen Euro an möglichen neuen Krediten. Mit dieser Zahl im Hinterkopf, starteten die Vöhringer Stadträte in diesem Jahr in ihre Haushaltsberatungen. Eine Summe, die Kopfzerbrechen bereitete. Denn würde die Stadt den Kreditrahmen voll ausschöpfen, würde der Schuldenberg der Kommune bis Ende des Jahres auf rund 12,5 Millionen Euro anwachsen – und sich damit mehr als verdoppeln. Die Aufgabe des Abends war deshalb klar: Das Gremium muss den Rotstift ansetzen. Nur wo?

Vier Stunden lang nahmen sich die Räte in einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Bauausschusses Zeit, den Entwurf des diesjährigen Finanzplans in allen Einzelheiten zu prüfen. In einem „besonders schwierigen Haushaltsjahr“, wie Bürgermeister Karl Janson sagte, kochten die Emotionen an der ein oder anderen Stelle hoch (siehe Bericht unten). Nicht immer herrschte unter den Fraktionen Konsens darüber, welche Ausgaben wichtig sind – und wo gespart werden könnte. Ein Überblick über geplante und zurückgestellte Projekte:

Rund eine Million Euro will die Stadt in diesem Jahr in den sozialen Wohnungsbau investieren. Dafür ist an der Schützstraße in Illerberg ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 18 Wohnungen geplant. Baubeginn, schätzt Timo Söhner vom städtischen Bauamt, könnte im späten Frühjahr sein.

Kräftig Geld ausgeben, will die Stadt außerdem für Kinderbetreuung und Bildung. So wird derzeit etwa die Kindertagesstätte „St. Michael“ aufgestockt und damit um zwei neue Krippengruppen erweitert. Insgesamt 950000 Euro soll die Maßnahme kosten, rund 350000 Euro werden in diesem Jahr fällig. Und auch in der „Rappelkiste“ steht ein Umbau an. Die Kita wird um eine integrative Gruppe ergänzt. Für Kinder und Erzieher soll außerdem mehr Platz geschaffen werden. Insgesamt 1,5 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, gerechnet wird mit einem Zuschuss der Regierung von Schwaben.

Für rund 250000 Euro soll das ehemalige Lehrschwimmbecken in der Uli-Wieland-Mittelschule in einen Bewegungsraum umgebaut werden. Weitere 250000 Euro sind für die Sanierung des Osttrakts der Schule im Haushalt eingestellt. Mit rund 80000 Euro schlagen die noch ausstehenden Arbeiten an der Fassade der Grundschule Nord in Vöhringen zu Buche.

Auch in den Ausbau des Verkehrsnetzes wird investiert: Auf der Liste der geplanten Maßnahmen stehen unter anderem die Sanierung der Brücke über den Illerkanal in der Waldseestraße (rund 81000 Euro) sowie der Brücke beim Aussiedlerhof in Illerzell (50000 Euro). Für rund 700000 Euro soll ein neuer Trinkwasserspeicher gebaut werden. Knapp 700000 Euro soll auch die neue Drehleiter kosten, mit der die Feuerwehr Vöhringen ausgestattet wird. Auch hier wird mit Zuschüssen gerechnet. Für weitere rund 200000 Euro soll außerdem das Gerätehaus der Einsatzkräfte saniert und erweitert werden.

Anders als geplant, soll die Möslegasse in Vöhringen nicht in diesem Jahr saniert werden. Rund 600000 Euro sind allein für den Ausbau der Straße vorgesehen. Hinzu kommen kosten für Beleuchtung oder Wasseranschlüsse, die ebenfalls aus dem Finanzplan 2018 gestrichen wurden.

Nicht gestrichen, aber gedeckelt wurde die Summe, die den Feuerwehren in Illerberg und Vöhringen für die Anschaffung von Rollcontainern, Diensthandys oder anderen kleineren Gebrauchsgegenständen zur Verfügung steht. Nach längerer Diskussion einigten sich die Räte darauf, die Ausgaben der Ehrenamtlichen, die unter den Posten „sonstige Geräte“ fallen, um rund zehn Prozent zu kürzen. Auch die Feuerwehr, so der Tenor, werde verstehen, dass die Stadt derzeit sparen müsse. Reiche das Geld nicht aus, könne der Betrag bei Bedarf aber erhöht werden.

Später in Angriff genommen werden soll außerdem der Umbau des Knaur-Stadels in einen Kulturstadel. Dieser sei nach Aussagen von Michael Neher (CSU) auch eher ein „nice to have“ – also mehr Kür als Pflicht. Mit einem Sperrvermerk wurde der Umbau zusätzlicher Räume für das Kulturamt und den Familienstützpunkt der Stadt versehen. Auch wenn dringend zusätzliche Räume gebraucht würden, so Bürgermeister Janson, soll dafür vorerst kein Geld in die Hand genommen werden. Erst wenn der Vermerk aufgehoben ist, könnte investiert werden.

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